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Psychische Belastungen durch Borderline-Erkrankungen

Jeder erkrankte Mensch versucht seine Erkrankung und Behandlung individuell zu bewältigen.

Menschen mit Borderlinestörung oder anderen Persönlichkeitsstörungen stehen zum Zeitpunkt akuter Krisensituationen in der Regel jedoch nur wenig eigene Ressourcen und günstige Strategien zur Bewältigung zur Verfügung.

Krisen sind meist eine beängstigende und verstörende Erfahrung, beeinträchtigen zutiefst die Bindung zu vertrauten Menschen und bewirken häufig Einsamkeit, tiefe Verzweiflung, ein Gefühl von Ausweglosigkeit, Scham- und Schulderleben, Arbeitslosigkeit oder finanzielle Sorgen. Die Fähigkeit zur Bewältigung der Krise wird dadurch weiter geschwächt, ein Teufelskreis entsteht.

Zur Unterstützung der Betroffenen ist hier ein therapeutisches Konzept gefragt, das individuelle Ressourcen weckt und stärkt, existenziellen Ängsten mit konstruktiven Veränderungsimpulsen begegnet und die Störung verstehbar macht.

Die Heiligenfeld Kliniken bieten für Menschen mit schweren psychischen Störungen ein spezifisches integratives Behandlungskonzept und einen besonderen Ort - eine Atmosphäre der Achtsamkeit und des Respekts und einen liebevollen Umgang miteinander. Gerade für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitszügen ist das Erleben klarer, verlässlicher und nachvollziehbarer Beziehungen ein wichtiger Schritt, um wieder Vertrauen in andere Menschen und letztlich in das Leben selbst zu gewinnen. Daher liegt ein therapeutischer Schwerpunkt auf der Unterstützung heilsamer Bindung, sowohl zwischen Patient und Therapeuten, als auch auf der Ebene der Patientengemeinschaft.

Die psychosomatische/psychiatrische Behandlung erfolgt bei jedem Einzelnen nach einem individuell abgestimmten Behandlungsplan.

  • PATIENTEN CHECKLISTE Borderline-Störungen

    Liebe Ratsuchende, lieber Ratsuchender,

    anhand dieser Checkliste können Sie die Frage, ob bei Ihnen Persönlichkeitsanteile einer Borderline-Störung vorliegen, untersuchen.

    Diese Checkliste versetzt Sie in die Lage eine Selbsteinschätzung möglicher Borderline-Aspekte Ihrer Persönlichkeit durchzuführen.
    Sie wurde anhand der international herausgegebenen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem ICD 10 zusammengestellt... [ weiter ]

  • Behandlungsindikationen für die psychiatrische Behandlung

    Indikationen

    • Trauma bei Instabilität im ambulanten Setting
    • Phasen mit erhöhtem Selbstverletzungsdruck und Suizidalität (bei gegebener Absprache- und Bündnisfähigkeit)
    • Komorbidität, z. B. Posttramatische Belastungsstörung, Depressionen, Ängste, Essstörungen, süchtiges Verhalten (bei Alkohol/Drogen ist die Abstinenzfähigkeit Voraussetzung)
    • krisenhafe Einbrüche nach einschneidenden Lebensereignissen (z. B. Trennung, Tod, Verlust des Arbeitsplatzes etc.)
    • wiederholte eskalierende Konflikte in der Familie, Partnerschaft oder am Arbeitsplatz

    Gegenanzeigen

    • Patienten, deren Fremd- oder Selbstgefährdung die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung erforderlich macht
    • Patienten mit Suchterkrankungen, die noch nicht entgiftet sind oder bei deren Pathologie eine spezielle Suchteinrichtung notwendig ist
    • Patienten, bei denen primär eine organische, z. B. internistische, orthopädische oder neurologische stationäre Behandlung erforderlich ist
    • Patienten, bei denen eine Psychose (z. B. akut schizophrene oder manisch-depressive Psychose) oder eine geistige Behinderung im Vordergrund steht
    • Patienten mit stark eingeschränkter Geh-/Bewegungsfähigkeit (z. B. durch Körperbehinderung, massives Übergewicht, extreme körperliche Schwäche)

     

  • Integratives Behandlungskonzept

    Heilende Kraft hat unserer Erfahrung nach gerade die Verbindung von

    • allgemein wirksamen Therapieangeboten mit
    • individuellen Therapiemaßnahmen
    • und berufsspezifischen Angeboten.

    Insgesamt wird das Behandlungsprogramm für die einzelnen Patienten individuell geplant. Dies setzt sich zusammen aus: Gruppenpsychotherapie, psychoedukativen Maßnahmen, körperorientierten und kreativen Therapien, Bewegungs- und physikalischer Therapie, Entspannungsverfahren und Meditation, ggf. auch medikamentöser Therapie.

  • Individuelle Einzelbehandlung

    Zentrale und tragende Figur in der Behandlung des Patienten ist der zuständige Arzt oder Psychologe. Er erarbeitet mit dem Patienten den jeweils individuellen Behandlungsplan, führt indikationsspezifische Einzeltherapie durch und leitet die Psychotherapiegruppe (Kerngruppe). Der zuständige Therapeut betreut seine Patienten während des Behandlungsprozesses und koordiniert die verschiedenen Therapien. Somit erhält jeder Patient einen festen Ansprechpartner, mit dem er in regelmäßigen Einzelgesprächen Schwerpunkte der Therapie planen und diese immer wieder neu ausrichten kann.

  • Gruppenpsychotherapie

    Therapieerfahrene Ärzte und Psychologen leiten Gruppentherapien, sogenannte Kerngruppen, die jeweils aus 8-10 Patienten bestehen. In der vertrauensvollen Atmosphäre dieser Kleingruppe, die sich mehrmals wöchentlich für 100 Min. trifft, werden persönliche Themen besprochen und therapeutisch aufgearbeitet. Hier wird vorwiegend strukturbildend und -fördernd gearbeitet, d. h., die Vermittlung von Stabilität, Sicherheit, Vertrauen und Schutz der eigenen Grenzen bilden die Basis. In diesem Rahmen können angst- und schambesetzte Themen oft erstmals ausgesprochen sowie dahinter stehende Muster betrachtet und verändert werden.

    Die Therapeuten übernehmen “elterliche” Funktionen und schaffen aktiv eine Atmosphäre, in der eine gewisse Nachreifung, reparative und korrigierende emotionale Erlebnisse möglich sind. Sie regulieren und erklären destruktive Einstellungen, Verhaltensweisen und emotionale Prozesse, so dass durch Verinnerlichungsvorgänge defizitäre Strukturen nachträglich ausgeglichen werden können.

  • Therapieangebote

     

    Als Therapien werden auf den Einzelfall bezogen folgende therapeutische Ansätze eingesetzt:

    • unterschiedliche Zugangsweisen zum Erleben durch körperbezogene Therapien, gestalterische Medien, Musik, Entspannung oder Imagination, Aggressionsarbeit, Therapeutisches Reiten, Rhythmustherapie
    • strukturbildende oder stabilisierende Methoden (z. B. Übungen zu Selbststeuerung und Bewältigung akuter Zustände)
    • ressourcenaktivierende Methoden in Bewegungs-, Musik- und kreativer Therapie
    • themenbezogene Gruppen über Tod und Sterblichkeit, Sexualität, Glaube und Spiritualität
    • Förderung von lebenspraktischen Kompetenzen durch Lebensführung, Beziehung und Kommunikation
    • funktionell wirksame Therapien wie Physikalische Therapie, Sport und Gymnastik, Entspannungsverfahren, Bewegungstherapie, Wärmebehandlung
    • strukturbildende Körper- und Bewegungsarbeit, um Körperwahrnehmung zu fördern und dissoziatives Erleben zu reduzieren
    • nährende und unterstützende Therapien, meditative und imaginative Methoden
  • Spezifische Therapien

    Kreative und meditative Therapien
    Ressourcenaktivierung durch Kunst- und Maltherapie, Rhythmus- und Musiktherapie (TaKeTiNa), Arbeit mit der Heilkraft der Stimme. Eine Besonderheit stellt die Möglichkeit zur Besinnung, zur geistigen und religiösen Auseinandersetzung dar, die bei ausreichender innerer Stabilität und Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung eingesetzt werden kann, insbesondere wenn die Störungen durch religiöse oder meditative Praxis ausgelöst wurden. Das Angebot beinhaltet beispielsweise Gehmeditation als konzentrative Meditationstechnik, Meditationsgruppen mit Bewegungs- oder Tanzmeditation, Möglichkeit zum Gebet und zur Besinnung durch einen Raum der Stille, Zusammenarbeit mit der Seelsorge.

    Indikationsgruppen
    Zur störungsspezifischen Behandlung nehmen die Patienten an einer speziellen indikativen Gruppe teil. Hier werden verständliche Fachinformationen und Erklärungsmodelle zur Störung, ihrer Diagnose und den Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Das Behandlungskonzept und der Umgang mit der Erkrankung, mit Dekompensationen und Komplikationen werden erläutert. Darüber hinaus werden Übungen zum Selbstmanagement, zur Selbststeuerung und zum Symptommanagement durchgeführt. Solche Gruppen werden beispielsweise für Patienten mit Borderline-Störung, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Essstörungen und Depressionen angeboten.

  • Psychoedukative Angebote

    • Informationen zu verschiedenen Gesundheitsthemen, in Form von Broschüren
    • Montags-Vorträge, die allen Interessierten offen stehen
  • Behandlungsleitlinie Borderline - Patientenversion