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Essstörungen

"Wenn sich die Welt nur noch ums Essen dreht"

Die Aufnahme von Nahrungsmitteln ist eines der wichtigsten menschlichen Grundbedürfnisse. Im Allgemeinen gilt eine ausgewogene Ernährung als gesund. Wenn das Thema „Essen und Gewicht“ allerdings zum beherrschenden Thema des Lebensalltags wird, dann könnte eine Essstörung vorliegen. Bei einer Essstörung, ganz gleich ob Magersuch, Ess-Brech-Sucht oder krankhaftes Übergewicht, kreisen die Gedanken und Aktivitäten kreisen nur noch um das Essen oder Nicht-Essen, um Gewicht, um Aussehen, um Diäten und Kalorien. Die genussreiche Befriedigung von Durst und Hunger ist dann nicht mehr möglich, sondern sie wird mit anderen körperlichen, psychischen, seelischen und sozialen Bedürfnissen verknüpft. Überall dort, wo elementare menschliche Bedürfnisse nicht gestillt werden, dient das Essen häufig als Ersatz. Entweder man isst zu viel oder gar nichts mehr. Was nicht selten einmal als "Trost-Trüffel" oder "Frühlingsdiät" begann, hat sich in den Jahren zu einer manifesten Essstörung mit körperlichen und psychischen Symptomen ausgeweitet. Mehr als fünf Millionen Menschen, zu 90 Prozent Frauen, sind  in Deutschland von Essstörungen betroffen. Diese können sogar schon im Kindesalter oder in der Schulzeit beginnen. Die Zahlen übergewichtiger und ess-brech-süchtiger Schulabgänger haben sich in den letzten 15 Jahren z. B. nahezu verdoppelt.

In allen Bereichen des Lebens, also in Beruf, Beziehung und Alltag, wirkt diese Erkrankung hinein und die Ursachen von Essstörungen sind komplex und individuell.

Unser ganzheitliches Konzept, in dem Ärzte, Psychologen und Therapeuten verschiedener Spezialisierung zusammenarbeiten, hat sich für die Behandlung von Essstörungen als wirkungsvoll erwiesen und die stationäre Therapie ist für die intensive Bearbeitung der Ursachen der Erkrankung besonders effektiv. So bietet die therapeutische Gemeinschaft in der Heiligenfeld Klinik Uffenheim eine gute Gelegenheit, neue Verhaltensweisen unmittelbar zu erproben, geschützt durch eine vertrauensvolle und nährende Atmosphäre.

  • PATIENTEN CHECKLISTE Essstörungen

    Liebe Ratsuchende, lieber Ratsuchender,

    anhand dieser Checkliste können Sie die Frage untersuchen, ob bei Ihnen eine Essstörung vorliegt. Diese Checkliste versetzt Sie in die Lage eine Selbsteinschätzung Ihres Problems mit regelmäßigem und den Bedürfnissen Ihres Körpers angepasstem Essen durchzuführen.

    Sie wurde anhand der international herausgegebenen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dem ICD 10 und der amerikanischen Klassifikation psychischer Erkrankungen DSM IV zusammengestellt... [ weiter ]

  • Behandlungsindikationen für Menschen mit Essstörungen

    Wir behandeln den gesamten Bereich psychosomatischer und seelischer Störungen. Essstörungen sind eine spezielle Behandlungsindikation. Aufnahme in unsere Klinik finden insbesondere Menschen mit folgenden Essstörungen:

    • Magersucht
    • latente Esssucht
    • Ess-Brech-Sucht
    • Essstörungen mit massivem Übergewicht

    Bei der Aufnahme sollte ein Body Mass Index (BMI) von mindestens 15 vorhanden sein. (BMI = Körpergewicht geteilt durch Körpergröße zum Quadrat).
    Essstörungen treten häufig in Kombination mit anderen psychischen Störungen auf, die ebenfalls mitbehandelt werden.

    Als Begleiterkrankungen treten typischerweise auf:

    • Depressive Störungen
    • Angsterkrankungen
    • Posttraumatische Belastungsstörungen
    • Borderline-Störungen
    • Medikamentenmissbrauch oder -abhängigkeit

    BMI Rechner

    Gewicht: in KG
    Größe: in cm


    - Auswertung -

    (c) BMI-Rechner.biz | Body Mass Index

  • Ganzheitliche stationäre Psychotherapie bei psychogenen Essstörungen

    "Wenn die Seele hungert"

    Essstörungen sind Erkrankungen, die sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper äußern. Sie stellen ein schweres Missverständnis dar, da seelische Verletzungen am Körper korrigiert werden. Das Leid der Seele muss dann zwar nicht mehr so gespürt werden, aber es verändert sich trotzdem nicht automatisch, wenn der Körper verändert wird. Das Esssymptom ist ein erster Versuch der Kompensation dieser psychischen Ursachen. Menschen, die unter Essstörungen leiden, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, bevor sie sich entschließen, sich helfen zu lassen. Ihre Scham ist oft so groß, dass sie sich niemanden anvertrauen möchten. Wer essgestört ist, zieht sich nicht selten aus Beziehungen und Familien in die Heimlichkeit zurück.

    Als vorrangige Therapieziele in den Heiligenfeld Kliniken werden angesehen:

    • Wiederaufbau eines angemessenen Essverhaltens
    • Kontrolle und Begrenzung von zerstörerischen Impulsen und Verhaltensweisen
    • Entwicklung eines positiven Selbstbildes und Veränderung ungünstiger Einstellungen im Bereich Figur, Gewicht, Ernährung
    • Verbesserung des Selbstwertgefühls und der Selbstakzeptanz
    • Erlangen von Fähigkeiten der sozialen Kompetenz sowie Selbstverantwortung in der Beziehungsgestaltung
    • Verarbeitung zugrunde liegender Ursachen

    Heilende Kraft hat unserer Erfahrung nach die Verbindung allgemein wirksamer Therapieangebote mit krankheitsspezifischen Angeboten.

    Die Behandlung von Patienten mit Essstörungen folgt klinikinternen klinischen Leitlinien und Behandlungspfaden. Diese wurden gemäß der evidenzbasierten Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften und der eigenen klinischen Erfahrungen entwickelt und spezifiziert. Aus ihnen heraus wird ein individueller Behandlungsplan entwickelt, der die besondere persönliche Situation berücksichtigt.

  • Elemente der Behandlung von Essstörungen

    Eine ganzheitliche psychotherapeutische Therapie ist wichtig, um das schwere Missverständnis des Esssymptomes als Lösungsstrategie zu korrigieren.

    Jeder Patient nimmt sowohl an einer allgemeinen Psychotherapiegruppe, der sogenannten Kerngruppe, als auch an der Spezialgruppe für Essstörungen teil. Darüber hinaus wird die Therapie begleitet durch kreativ- und körpertherapeutisch orientierte Behandlungsmethoden.

    Gruppenpsychotherapie in der Kerngruppe

    Die Gruppenpsychotherapie findet dreimal wöchentlich statt und dauert jeweils 100 Minuten. So bildet sie den Kern der Behandlung. Hier besteht die Möglichkeit, sich in einer unterstützenden und tragenden Atmosphäre zu öffnen, Klarheit zu gewinnen und eine Neuorientierung zu erreichen. Meist sind vergangene Erlebnisse durchzuarbeiten und neue Schritte auszuprobieren. Die therapeutische Methode betont die Lebendigkeit der Menschen.

  • Spezialgruppe für Essstörungen

    Die  störungsspezifische Gruppe für Menschen mit Essstörungen zielt auf biographische Aufarbeitung, verhaltensbezogene und psychotherapeutische Maßnahmen sowie auf Gewichtsmanagement zur Gewichtsnormalisierung und therapeutische Körperarbeit ab. Im Vordergrund stehen Informationsvermittlung und Übungen zur Verhaltensänderung.

    Es werden allgemeine Informationen über die Erkrankung, ihre Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten gegeben. Zentrale Themen zur Problematik von Essstörungen werden vermittelt und die Bedeutung für die eigene Krankheitsverarbeitung und Verhaltensänderung werden erlebbar gemacht.

    Neue Wege und Handlungsalternativen können nach entsprechender Wissensvermittlung in Kleingruppen eingeübt werden, damit sie als "Werkzeuge" im Alltag eingesetzt und erprobt werden können. Darüber hinaus dient diese Gruppe dem Erfahrungsaustausch und bei Bedarf der sozialen Vernetzung.

     

    Wesentliche Elemente der Spezialgruppe für Essstörungen:

    • Mehrmals wöchentlich stattfindende störungsspezifische Gruppe für Menschen mit Essstörungen
    • Gemeinsames Patensystem zur gegenseitigen Unterstützung
    • Führen eines "Esslerntagebuch"
    • Ernährungsschulung durch unsere Ernährungsberaterin sowie Einnahme des Essens am Ess-Genuss-Tisch, der zweimal wöchentlich durch die Ernährungsberaterin betreut wird
    • Hilfestellungen zu einem guten Gewichtsmanagement, zur Gewichtsnormalisierung, beispielsweise durch portioniertes Essen
    • Strukturbildende Bewegungstherapien zur Schulung der Körperwahrnehmung und Wiederherstellung des Bezugs zum eigenen Körper
    • Regelmäßige Treffen mit Ernährungsberatern
    • Übungen zum Selbstmanagement und zur Selbstführung für die therapiefreie Zeit, insbesondere für das Wochenende

     

  • Behandlungsergebnisse

    Die Patienten erzielen hochsignifikante Verbesserungen hinsichtlich der generellen Symptombelastung
    Abb.1 Abnahme der Belastung durch Krankheitssymptome  

    Parkklinik Heiligenfeld, Spezialangebote, Essstörungen, Bild: Diagramm Abnahme der Belastung durch Krankheitssymptome

     

     

      

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Die Symptombelastung nimmt während der Behandlung stark ab und bleibt über den Nachuntersuchungszeitraum von ein und drei Jahren hinweg weitgehend stabil.

    Der Gesamtmittelwert der 90 SCL-90-R-Items (GSI) erfasst die Belastung durch emotional-, somatisch-, und sozial-kommunikative Krankheitssymptome.

      

    Abb. 2: Zunahme bei Gesundheitsindikatoren

      

    Parkklinik Heiligenfeld, Spezialangebote, Essstörungen, Bild: Diagramm Zunahme bei Gesundheitsindikatoren    

    Anhand der Integrativen Verlaufsskalen (IVS-39) können wir bei Essgestörten hochsignifikante Verbesserungen für die psychischen Dimensionen Persönlichkeits-Integration, kognitive Differenzierung, spirituell und existentiell erlebte Sinnerfahrungen, Körperwahrnehmung und Körperkonzept und Sozialkontakt nachweisen.

    Die im Verlauf der stationären Therapie erzielten Verbesserungen bleiben über den Nachuntersuchungszeitraum hinweg weitgehend stabil.

     

     

  • Behandlungsleitlinie Essstörung - Patientenversion