uffenheim 2014

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Therapeutische Gemeinschaft

Psychische Erkrankungen sind häufig mit Beeinträchtigungen von alltagspraktischen und sozialen Fertigkeiten verbunden, die nicht zuletzt die Aufrechterhaltung von sozialen Beziehungen erschwert.  So bietet das Konzept der therapeutischen Gemeinschaft als eine „Lebensgemeinschaft auf Zeit“ ein wichtiges Lern- und Übungsfeld im Training alltags- und lebenspraktischer Fertigkeiten (life skills) zur Verbesserung sozialer und kommunikativer Fähigkeiten (social skills).
Die therapeutische Gemeinschaft wird getragen durch eine sichere, wertschätzende und unterstützende Atmosphäre, die es ermöglicht, sich in der Umgebung sicher zu fühlen und neue soziale Fähigkeiten zu erlernen, die helfen,  bei Konfrontationen mit neuen Situationen eigene Ressourcen zu mobilisieren, um einen neuen Schritt im Leben  wagen zu können.  Die Kraft und Unterstützung der therapeutischen Gemeinschaft wird zum einen in therapeutisch geleiteten Gruppen  und zum anderen auch in selbstverantwortlichen Gruppen erfahr- und erlebbar gemacht, was die Selbsthilfe fördert und die Selbstmanagement-Kompetenz unterstützt. Untereinander können so Verständnis, Akzeptanz und Toleranz im gemeinschaftlichen Leben erfahren werden.  Das Konzept der therapeutischen Gemeinschaft zielt ab auf die Förderung von:

  • Sicherheit (lernen, mit Kritik umzugehen, lernen, seine Umgebung besser kennenzulernen und Handlungsstrategien zu entwickeln);
  • Identität (Selbsterkenntnis, Wahrnehmung von eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Grenzen);
  • Zugehörigkeit (Fähigkeit, andere Menschen wahrzunehmen, zusammenzuarbeiten, gegenseitige Unterstützung);
  • Kompetenz (Wahrnehmung von eigenen Stärken und Schwächen, eigenverantwortliches Denken und Handeln).

Am Leben und Erleben innerhalb der therapeutischen Gemeinschaft sind die Patienten aktiv beteiligt und eingebunden. Verantwortliches Handeln innerhalb der Gemeinschaft kann es ermöglichen, in den alltagspraktischen Lebensbezügen wieder autonom als selbstbestimmte Person handeln zu können.
Das gesamte therapeutische Angebot ist auf das Prinzip der therapeutischen Gemeinschaft ausgerichtet. In verschiedenen Gruppen werden die Fähigkeiten zur Selbststeuerung (Steuerung von stark beanspruchten Emotionen), der Lebensführung sowie Beziehung und Kommunikation gesteigert.
Dazu kommen folgende Behandlungselemente:

  • Morgenrunden, die auf die Klinik und den Therapiealltag bezogen sind
  • Plenum zum Abschied abreisender und zur Begrüßung neuer Patientinnen und Patienten (für Besucher offen)
  • Patientenversammlung
  • therapeutische Großgruppe zur Einübung grundlegender therapeutischer und kommunikativer Fähigkeiten
  • Patienten-Aufgaben und Verantwortungsbereiche, wie Versammlungsleiter, Ämter, Patensystem zur Orientierungshilfe
  • Vorträge zu Grundfragen von Gesundheit und Krankheit, Behandlungskonzept, Übertragung von Klinik auf Alltag, gesunde Ernährungsweise, usw.
  • Angehörigenarbeit in Form von individuellen Angehörigengesprächen und regelmäßigen speziellen Angehörigentagen
  • Entlassungs-Vorbereitungsgruppe (Transfergruppe)