PK Vollzugsdienst 2012

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Beamte im Vollzugs- und Polizeidienst

Ein Job, der die Seele fordert

Der Beruf des Polizisten und Vollzugsbeamten stellt hohe Anforderungen an die Person. Sind es zum einen gefährliche Einsätze und das Erleben von Extremsituationen, die Beamten an die Grenze ihrer Belastbarkeit führen können, so stellen auf der anderen Seite auch ein intensiver Bürokratiebetrieb, eine strenge Disziplinierung und hohe eigene und äußere Berufserwartungen ein immenses Belastungspotential dar. Nicht selten bedeuten auch Mobbing und interne Konflikte erhebliche psychosoziale Stressfaktoren, die in psychosomatische Erkrankungen münden können.

Berufsbezogene Belastungen im Vollzugsdienst

Bei Beamten im Vollzugsdienst kommt es zu speziellen berufsspezifischen psychosozialen, körperlichen und seelischen Belastungen. Stress, hohe emotionale Anspannung und potentiell gewalttätige Situationen stören das psychische Wohlbefinden und haben einen direkten Einfluss auf das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System und die Leistungsfähigkeit. Psychosomatische Erkrankungen können die Folge sein.

Ein Großteil der Beamten sieht sich mit extremen Situationen und Themen konfrontiert. Die Auseinandersetzung mit Tod und Sterben, das Erleben von schweren Unfällen, häuslicher Gewalt oder Mord steht für viele an der Tagesordnung, auch ein eigener Schusswaffengebrauch oder eine erlebte Bedrohungssituation verlangt einem die höchste Beherrschung eigener emotionaler, psychischer und seelischer Betroffenheit ab.
Die alltägliche Arbeitssituation ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Komplexität des Aufgabenfeldes, hohen Zeit- und Vorgangsdruck und die ständige Bewältigung von Konfliktsituationen und nicht vorhersehbaren Konstellationen. Ein erhöhter Leistungsdruck, begrenzte Entscheidungsverantwortung und ein permanentes „learning by doing“, aber auch wechselnde Einsatzorte und der Einsatz im Schichtdienst bedeuten ebenfalls eine immense psychische und körperliche Belastung.


Eine beträchtliche Stressursache und Grund für eine Überlastung stellen auch negative Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten dar. Mangelnde Anerkennung, Benachteiligungen, dominantes, autoritäres Führungsverhalten oder die Ignoranz persönlicher oder organisatorischer Probleme führen zu Motivationsverlust, Isolation, Frustration und innerer Kündigung. Auch ein sozialer Anpassungsdruck und Mobbing stellen starke Belastungsfaktoren dar.
Die Berufsidentität nimmt einen beträchtlichen Einfluss auf die Gesundheit. Sieht man sich – vor allem als Polizist – entgegen eigener Vorstellungen mit einem wenig wertschätzenden und anerkennenden Berufsbild in der Öffentlichkeit konfrontiert, stellt sich zunehmend auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit. Verstärken sich Diskrepanzerfahrungen darüber hinaus durch ein Auseinanderfallen eigener Berufsvorstellungen mit dem tatsächlichen (häufig disziplinierenden, bürokratischen, hierarchischen) Berufsalltag, kommt es nicht selten zu Sinn- und Bilanzkrisen.
Die beruflichen Belastungen führen auch im privaten Kreis der Beziehungen und Familie häufig zu erheblichen Anspannungen. Eine emotionale und psychische Überlastung schlägt sich in Form zunehmender Streitigkeiten, geringer Frustrationstoleranz, einem Rückzug aus ausgleichenden Freizeitaktivitäten und insgesamt weniger sozialem Engagement nieder. Beziehungstrennungen und Familienkonflikte sind dann häufiger zu beobachten. Zur Entlastung wird oft zu Alkohol oder Tabletten gegriffen, eine Suchtentwicklung bahnt sich an.


 

Hier können Sie unseren aktuellen Newsletter für Beamte im Vollzugsdienst herunterladen:

pdfNewsletter für Beamte im Vollzugsdienst

Hier finden Sie den aktuellen Prospekt für Beamte im Vollzugsdienst:

pdfGanzheitliches psychosomatisches Behandlungskonzept für Beamte im Vollzugsdienst

  • Behandlungsmotivation der Patienten

    Als Gründe und Ursachen für Probleme und Behandlungsbedürftigkeit der Patienten wurden von den Beamten im Vollzugsdienst selbst genannt:
    Behandlungsmotivation-der-Patienten POLIZEI

  • Abhängigkeitserkrankungen bei Beamten im Vollzugsdienst

    Besonders in einem Beruf, in dem Kontrolle und Disziplin eine große Rolle spielen und wo die Gefahr für Traumatisierungen groß ist, kommt es oft zu Kompensationsversuchen durch Konsum von Alkohol und Medikamenten. Oft fehlt das Bewusstsein für das Vorliegen einer echten Erkrankung – speziell beim Thema Alkoholmissbrauch ist der Übergang aus einem Stadium des „kritischen“ Konsums fließend und die Problematik wird oft bei Genuss oder Entspannung eingeordnet und rationalisiert.
    Unabhängig davon, ob die komorbide Störung  - eine Angststörung, depressive Erkrankung oder Belastungsreaktion - eine Folge der Abhängigkeitserkrankung, einen Auslöser für deren Entstehung darstellt oder ganz unabhängig davon besteht, ersetzt die Behandlung dieser Störungen nicht eine Therapie der Abhängigkeitserkrankung.
    Die Heiligenfeld Kliniken praktizieren in ihrem psychosomatischen Behandlungskonzept eine  Bewusstsein und Selbstwert vertiefende Haltung, die für die Entwicklung und Anwendung einer ganzheitlichen Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen im klinischen Alltag maßgeblich ist. Die Neu- oder Wiedergewinnung tiefster intrinsischer Werte der Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Selbstheilung und Gesundheitsförderung dient in diesem Behandlungsbereich einem bewussten, kontrollierten Umgang mit Alkohol als Genussmittel, bezw. bei bereits bestehender Abhängigkeit, dem Erlernen Abstinenz fördernder und Abstinenz sichernder Verhaltensweisen.

  • Behandlungsindikationen

    Unter den Belastungen des Berufsalltags geraten nicht wenige Vollzugsbeamten in einen Zustand körperlicher, geistiger und seelischer Überforderung. Dies ist keineswegs als Zeichen persönlicher Schwäche oder mangelnder Belastbarkeit und Professionalität zu verstehen. Ängste, depressive Episoden, Erschöpfungszustände und traumatische Erinnerungen sind vielmehr ernstzunehmende Symptome psychischer Überlastung und als psychosomatische Erkrankung in der Regel behandlungsbedürftig.

    In der Parkklinik Heiligenfeld behandeln wir folgende psychische und psychosomatische Erkrankungen (Indikationen):

    • Erschöpfungssyndrome, Burnout-Zustände
    • Akute und chronische Belastungsreaktionen als Folge traumatischer Erlebnisse
    • Lebenskrisen, Sinnkrisen, Bilanzkrisen
    • Berufliche und persönliche Identitätsstörungen
    • Angststörungen, (Panikattacken, Phobien)
    • Depressive Störungen aller Art
    • Alkohol- und Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit
    • Essstörungen, Adipositas
    • Psychosomatische Erkrankungen
    • Chronische Schmerzzustände
    • Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

    Für eine stationäre Behandlung von Beamten im Vollzugsdienst sind vor allem folgende spezifische Indikationen (und Begleitindikationen) relevant:

    • Traumatisierung im Dienst und Folgezustände im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung (Dissoziationen, Gefühlsleere, Konzentrationsstörungen, Änderungen im Sozial- und Beziehungsverhalten, Schlafstörungen, Alpträume, Vermeidungsverhalten)
    • Depressionen (mit Gefühlen von Niedergeschlagenheit und Perspektivlosigkeit, Erschöpfungs- und Burnout- Zuständen, mit körperlichen Symptomen, mit Konzentrations- und Schlafstörungen, damit einhergehend deutlicher Abfall der Leistungsfähigkeit)
    • Psychosomatische Störungen (bzgl. Herz, Kreislauf, Magen, Darm, Wirbelsäule u. a.)
    • Identitätskrisen, persönlich und beruflich
    • Beziehungsstörungen
    • Suchtverhalten (Alkohol, Tabletten, Nikotin usw., aber auch Spielsucht, Computer-/Internetsucht, Arbeitssucht, Sexsucht)
    • Psychosomatische Folgen von Autoritätskonflikten am Arbeitsplatz und Mobbing bis hin zu „innerer Kündigung“ 
  • Behandlungsprogramme

    Je nach Schwere und Art der Erkrankung stehen Beamten im Vollzug unterschiedliche Behandlungsprogramme zur Verfügung.

    1. Kurzzeitgruppe mit intensiver Fokaltherapie

    Die intensive Kurztherapie dauert zwei bis drei Wochen. Sie ist geeignet bei beruflichen Identitätskrisen, Lebenskrisen, chronifizierten Überlastungsreaktionen. Neben Möglichkeiten zur raschen Regeneration stehen hier die fokussierte Bearbeitung der Problemlage und ein verbessertes Selbstmanagement im Vordergrund.

    2. Umfassende stationäre Psychotherapie

    Eine umfassende stationäre Psychotherapie ist angezeigt bei allen wesentlichen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Es sind in der Regel mindestens sechs Wochen Behandlung erforderlich, um einen tiefer gehenden psychotherapeutisch wirksamen Veränderungsprozess einzuleiten. Dies ist durch eine Studie des MDK Rheinland-Pfalz eindeutig belegt.

     
  • Therapieangebote

    Kern der therapeutischen Behandlung ist die tiefenpsychologisch orientierte Gruppenpsychotherapie. Zu Beginn der stationären Behandlung wird der Patient einer sogenannten "Kerngruppe" zugeordnet, die aus acht Patienten besteht. In dieser Kerngruppe wird während der gesamten Behandlungsdauer dreimal wöchentlich eine Gruppentherapie durchgeführt. Die therapeutische Methode integriert verschiedene Behandlungsansätze (tiefenpsychologisch, systemisch, gestalttherapeutisch u.a.) und fördert eine bewusste, intensive Auseinandersetzung mit persönlichen und beruflichen Lebensthemen. Die feste Bezugsgruppe erleichtert die Öffnung in einer unterstützenden und tragenden Atmosphäre, ermöglicht korrigierende Beziehungserfahrungen und unterstützt den therapeutischen Prozess.

    Störungsbezogene Therapien bearbeiten spezifische Störungen wie z. B. Depression, Angst, Sucht oder süchtiges Verhalten, Posttraumatische Belastung u. a.
    Die verschiedenen kreativ- und körpertherapeutischen Angebote erweitern die gesprächsorientierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie auf sinnvolle Weise.

    Beamte im Vollzugsdienst nehmen als Behandlungsmaßnahmen vor allem folgende Angebote in Anspruch:

    • Burnout-Gruppe
    • Berufliche Traumatisierung
    • Führungskompetenz
    • Selbststeuerungsgruppe
    • Entspannung, Meditation
    • Körperdynamik
    • therapeutisches Karate
    • Grossgruppenveranstaltungen mit Selbsterfahrungs-und psychoedukativen Elementen
    • Lebensenergie und Aggression
    • Physiotherapie, Krankengymnastik, Massage
    • Rückenschule
    • Anleitungen zu Stressbewältigung
    • Themengruppen "Sterblichkeit und Tod"

    Sprechstunden und Sozialberatung für berufsbezogene Probleme sind Teil des therapeutischen Angebots. Typische Themen sind hier:

    • berufliche Wiedereingliederung, Neuorientierung, Entwicklung einer beruflichen Perspektive
    • Verweis auf polizeiärztliche und psychologische Diensteund Mobbingberatung in der Heimatregion
    • Hinweise auf Weiterbildungsmöglichkeiten und Kompetenzerweiterung
    • Tipps für den Umgang mit Untergebenen, Vorgesetzten und Kollegen der gleichen Dienststufe
    • versicherungsrechtliche Fragen und Frühberentung/Berentung
  • Präventionsangebote für Beamte im Vollzugsdienst

     

    Die Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen engagieren sich für die Förderung der Gesundheit in Prävention, Therapie und Nachsorge.

    Sie können sich „Heiligenfeld an die Behörde“ holen, wir bieten Ihnen Workshops und Seminare rund um das Thema Burnout und Burnout-Prävention an.

    Gern konzipieren wir auch nach Ihren Vorstellungen eine Inhouse-Veranstaltung als Vortrag oder Seminar.

    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:

    Tel: 0971 84-4303, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Behandlungsergebnisse

    Ergebnisqualität für den Zeitraum 2010 - 2012

        Veränderung des GAF-Mittelwerts

        Die Global Assessment of Functioning - Scale (GAF) ist eine Ratingskala zur Erfassung des psychosozialen Funktionsniveaus, dabei wird ein integrales Gesamturteil über die psychische, soziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Patienten in den letzten sieben Tagen vor der Erfassung getroffen. Zahlenwert zwischen 0% und 100% repräsentieren ein hypothetisches Kontinuum zwischen stärkster Beeinträchtigung (0%) und optimaler Leistungsfähigkeit (100%).

        QM Vollzugsdienst GAF

         

        Veränderung des ISR-Mittelwert

        Das ICD-10-Symptom-Rating (ISR) evaluiert möglichst umfassend den Status und den Schweregrad psychischer Störungen im Rahmen einer Selbstbeurteilung durch den Patienten. Die Ergebnisse werden wie folgt interpretiert.

        QM Vollzugsdienst ISR

         

         

        Effektstärke

        Die Effektstärke ist eine Art „gemeinsamer Währung“ in der psychologischen Statistik, mit der auch sehr unterschiedliche Mess- und Auswertungsverfahren verglichen werden können. Die Effektstärke errechnet sich aus dem Bestand der Mittelwerte zweier oder mehrere Erhebungen und ergibt unter Berücksichtigung der Streuung Werte, die (nach Cohen, 1988) folgende Aussagen zulassen: Effektstärke=>0.2 kleiner Effekt; Effektstärke=>0.5 mittlerer Effek; Effektstärke=>0.8 größerer Effekt.

        QM Vollzugsdienst Effekt

         

         

        Weitere Behandlungsergebnisse des Jahres 2012 finden Sie unter: Qualitätsergebnisse