Pensionaere 2013

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Auf dem Weg in den Ruhestand

Der Übergang vom Arbeitsleben in den Ruhestand stellt eine große Veränderung und eine ernste Herausforderung dar: eine neue Lebensphase beginnt.

Die in der Zeit davor positiv empfundene Vorstellung, endlich Zeit für Familie, Hobbys, Haus, Reisen und Kultur zu haben und diese neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen genießen zu können, wird in der Realität nicht uneingeschränkt erreicht. Nach einer ersten Zeit der Urlaubsstimmung werden die Menschen oft von zunehmend auftretender Leere, Langeweile und Frustration überrascht und geplagt.

Sie erleben das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, und vermissen sinnvolle und herausfordernde Aufgaben, in der sie ihre Kompetenzen nutzbringend einbringen können. Sie vermissen Bestätigung, Anerkennung und soziale Kontakte und häufig fehlt auch eine richtungsgebende und stabilisierende Tagesstruktur.

Besonders wer im Beruf sehr aktiv und zielorientiert, an wichtigen Entscheidungen beteiligt und in seiner Position gesellschaftlich angesehen war, erlebt diese Veränderung eventuell als manifeste Sinnkrise. Auch in Familie und Partnerschaft entstehen häufig Schwierigkeiten.

Solche gravierenden Veränderungen im Lebensrhythmus, im sozialen Gefüge und auch in der Selbstwertwahrnehmung führen den Einzelnen nicht selten in eine Situation der Überforderung.

Auch Menschen mittleren Alters, die noch berufstätig sind, nehmen die zunehmende Konfrontation und Beschäftigung mit Alter, Krankheit und Sterblichkeit wahr und setzen sich kritisch mit dem Verlauf des eigenen Lebens auseinander.

Gesellschaftliche Veränderungen haben dazu geführt, dass Menschen in fortgeschrittenem Lebensalter viel mehr und viel länger als früher am aktiven Leben teilnehmen. Nicht zuletzt daraus können aber auch starker Leistungsdruck und hohe Erwartungen entstehen, die es schwer machen, die eigenen Grenzen zu akzeptieren.

Erschöpfung und Resignation, aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Abhängigkeitserkrankungen und somatoforme Störungen sind häufig die Folge.


 

Hier können Sie den aktuellen Prospekt für Menschen im Ruhestand und ältere Berufstätige herunterladen:

pdfGanzheitliches psychosomatisches Behandlungskonzept für Menschen im Ruhestand und ältere Berufstätige

  • Behandlungsindikationen

    Wir behandeln folgende Erkrankungen und Beschwerden :

    • ŸDepressionen, Gefühle von Niedergeschlagenheit und Perspektivlosigkeit
    • ŸAngststörungen
    • Erschöpfungs- und Burnout-Zustände mit körperlicher
    • Symptomatik und Konzentrations- und Schlafstörungen
    • deutlicher Abfall der Leistungsfähigkeit
    • psychosomatische Störungen mit Herz-, Kreislauf-, Magen-
    • Darm- oder Wirbelsäulenbeschwerden
    • berufliche und persönliche Identitätskrisen
    • Sinnkrisen, Lebenskrisen, Glaubenskrisen
    • Partnerschaftsprobleme und Beziehungsstörungen
    • Abhängigkeitserkrankungen
    • schwere Krisen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden aus
    • dem Berufsleben
    • psychosomatische Folgen von Ungerechtigkeit und Mobbing
  • Abhängigkeitserkrankungen bei Menschen im Ruhestand

    Die einschneidenden Veränderungen im Leben, die sich im höheren Lebensalter häufen, können nicht nur eine psychische Erkrankung, wie eine Depression auslösen, sondern oft auch zu Abhängigkeitserkrankungen führen. Verlusterlebnisse und Einsamkeitsgefühle führen zu Kompensationsversuchen mit Alkohol; gegen Ängste und Schlafprobleme werden Beruhigungs- und Schlafmittel verordnet, die häufig ein hohes Suchtpotenzial haben. Durch die sich ändernde Bevölkerungsstruktur mit einem immer grösser werdenden Anteil an älteren Menschen, gewinnt die Rolle der Suchterkrankungen im Alter zunehmend an Bedeutung. Dazu kommt, dass Suchtmittel wie Alkohol oder Medikamente den menschlichen Körper umso mehr schädigen, je älter der Mensch ist. Sie verstärken Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schädigen Leber, Bauchspeicheldrüse und den Magen-Darm-Trakt. Sie verursachen Schlaganfälle, Hirnblutungen, Stürze und nicht zuletzt auch Demenz.
    In der Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen können Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen aufgenommen werden. Seit 2010 besteht hierfür ein eigenes ganzheitliches Behandlungskonzept. Wichtigstes Ziel der Behandlung in der Parkklinik ist die Neu- oder Wiedergewinnung tiefster eigener innerer Werte wie Selbstbestimmung, Selbstheilung und Gesundheitsförderung.

  • Gruppenpsychotherapie

    In der vertrauensvollen Atmosphäre einer Kleingruppe können unter Leitung erfahrener Ärzte und Psychologen wesentliche Themen bearbeitet werden. In der gemeinsamen Arbeit können verschiedenartige Interessen geweckt, Ressourcen belebt und neue Bewältigungsstrategien entwickelt werden.

    Typische Inhalte dieser Arbeit sind:

    • Bewältigung von Ängsten, Depression,
    • Finden neuer Ansätze in schwierigen Familienkonstellationen,
    • Wahrnehmung möglichen selbstschädigenden Verhaltens,
    • Sinnfragen und weitere Lebensgestaltung,
    • bewusste Akzeptierung von Krankheiten,
    • Umgang mit dem Älterwerden,
    • Verarbeitung der näher rückenden Lebensbegrenzung.
  • Therapeutische Gemeinschaft - jung und alt

    Das in unseren Kliniken verankerte Konzept der therapeutischen Gemeinschaft mit gegenseitiger Unterstützung ist ein wichtiger heilsamer und nährender Rahmen für die Heilung unserer Patienten. Hier kommen Patienten aller Altersstufen zusammen. Die therapeutische Gemeinschaft ist gleichzeitig wesentliches Element unseres Konzepts milieu- und soziotherapeutischer Arbeit.
    Die Beteiligung der Patienten an der Organisation und Gestaltung der Klinikabläufe fördert zudem die Fähigkeit zur Bewältigung lebenspraktischer Aufgaben und zu eigenverantwortlichem Handeln.

  • Bad Kissingen

    Bad Kissingen besuchen heißt Vielfalt erleben.

    Bad Kissingen ist nicht nur der bekannteste Kurort Deutschlands, sondern hat auch für ältere Menschen einiges Interessantes zu bieten.

    Von hochkarätiger Kultur, aktivem Sport, Wellness oder auch erlebnisreichen Umgebungserkundungen und bezaubernden Naturerlebnissen, in Bad Kissingen lässt sich mit Genuss viel Zeit verbringen. In einer Stadt der kurzen Wege gelangt man von den Heiligenfeld Kliniken bequem zu Fuß in die Stadt oder die Konzertsäle Kissingens.

    Kulturell hat Bad Kissingen viel zu bieten. Als Beispiele sind zu nennen der überegional bekannte "Kissinger Sommer", eine Konzertreihe mit klassischen Konzerten, der "Kissinger Winterzauber" und im Herbst die Kabaretttage.

    Die wunderbare Natur und die herrlich klare Luft in und um Bad Kissingen sind geradezu eine Einladung für Aktivitäten im Freien. Zusätzlich führen kilometerlangen Wander- und Radwege entlang der Saale durch die wunderschönen Parks. Seit 2005 ist Bad Kissingen außerdem zertifiziertes Nordic Walking-Zentrum mit einem entsprechendem Kursangebot und ausgewiesenen Walking-Strecken. Kanu, Tennis, Reiten, Squasch, Segelfliegen, Skisport in der nahen Rhön. Außerdem hat Bad Kissingen ein vielfältiges Wellnessrepertoire zu bieten wie etwa die bekannte KissSalis-Therme. Seit dem Sommer 2011 gibt es in Bad Kissingen auch einen Audio Guide, mit dem Stadtführungen individuell auf einem iPod touch anzuhören sind.

    Außerdem liegt Bad Kissingen in der Nähe von Schweinfurt und Würzburg, die ebenfalls einen Ausflug lohnen.

  • Behandlungsergebnisse am Beispiel Depression

    Ergebnisqualität für den Zeitraum 2010 - 2012

    Veränderung des GAF-Mittelwerts

    Die Global Assessment of Functioning - Scale (GAF) ist eine Ratingskala zur Erfassung des psychosozialen Funktionsniveaus, dabei wird ein integrales Gesamturteil über die psychische, soziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Patienten in den letzten sieben Tagen vor der Erfassung getroffen. Zahlenwert zwischen 0% und 100% repräsentieren ein hypothetisches Kontinuum zwischen stärkster Beeinträchtigung (0%) und optimaler Leistungsfähigkeit (100%).

    QM Depressionen GAF

     

    Veränderung des ISR-Mittelwert

    Das ICD-10-Symptom-Rating (ISR) evaluiert möglichst umfassend den Status und den Schweregrad psychischer Störungen im Rahmen einer Selbstbeurteilung durch den Patienten. Die Ergebnisse werden wie folgt interpretiert.

    QM Depressionen ISR

     

    Effektstärke

    Die Effektstärke ist eine Art „gemeinsamer Währung“ in der psychologischen Statistik, mit der auch sehr unterschiedliche Mess- und Auswertungsverfahren verglichen werden können. Die Effektstärke errechnet sich aus dem Bestand der Mittelwerte zweier oder mehrere Erhebungen und ergibt unter Berücksichtigung der Streuung Werte, die (nach Cohen, 1988) folgende Aussagen zulassen: Effektstärke=>0.2 kleiner Effekt; Effektstärke=>0.5 mittlerer Effek; Effektstärke=>0.8 größerer Effekt.

    QM Depressionen Effekt

     

    Weitere Behandlungsergebnisse des Jahres 2012 finden Sie unter: Qualitätsergebnisse

  • Interview mit Erwin Schmitt, ehemaliger Chefarzt der Parkklinik Heiligenfeld

    Spezielle Belastungssituationen und Therapien für ältere Arbeitnehmer und Menschen im Ruhestand

    Guten Tag Herr Schmitt.
    Sie bieten in Ihrer Klinik ein spezielles Behandlungskonzept für ältere Arbeitnehmer und Menschen im Ruhestand, die an psychosomatischen Erkrankungen leiden. Was hat Sie veranlasst diese Patientengruppe spezieller ins Auge zu fassen und ein besonderes Therapiekonzept zu entwickeln?

    Zunächst hat natürlich jede Altersstufe ihre besonderen Herausforderungen. Wie Sie aber auch wissen und der aktuellen Diskussion über die demographische Entwicklung in Deutschland entnehmen können, wird der Anteil älterer Menschen an der deutschen Bevölkerung immer größer. Das hat Konsequenzen – nicht nur in der Frage  der  Neugestaltung der solidarischen Sozialversicherungssysteme. Es verändern sich auch die sozialen Strukturen, das Zusammenleben in Familie und Beruf, es verändern sich die Selbst- und die Fremdwahrnehmung der Älteren, es verändern sich der Umgang mit Älteren, es verändern sich Anforderungen und Erwartungen.

    Damit entstehen für den Einzelnen neue Anpassungsnotwendigkeiten, Konfliktfelder und Belastungssituationen, die individuell Betroffene in eine Überlastung führen können. Wir wollen Menschen unterstützen mit diesen neuen Belastungssituationen besser zurechtzukommen und auftretende psychosomatische Erkrankungen zu vermeiden, zu verringern oder zu heilen.

    Was sind denn spezielle Belastungssituationen für Ältere? Was bringt ältere Menschen in eine psychische Überlastung?

    Belastungssituationen für Ältere können sehr unterschiedlich sein. Ich möchte einmal ein paar Phänomene beschreiben, die wir häufiger beobachten können und diese als spezielle Krisen bezeichnen.

    Da ist zum einen die Gratifikationskrise, in die besonders ältere Arbeitnehmer geraten können. Ältere Arbeitnehmer fühlen sich von ihren Arbeitgebern häufig vernachlässigt, unzureichend gewürdigt, sie empfinden nicht mehr den gleichen Wert wie früher. Ihre Produktivität und Innovationskraft wird in Frage gestellt, sie werden nicht in gleichem Maße z.B. durch Fortbildungen gefördert wie Jüngere, fühlen sich ausgegrenzt oder gar gemobbt, ihre Erfahrung ist wenig gefragt. Das mangelnde Erleben von Wertschätzung, Selbstwirksamkeit, Integration und Weiterentwicklung führt dann häufig zu Demotivation, Rückzug bis hin zur inneren Kündigung, damit verbunden sind Symptome von Depression und Burnout.

    Gerade Führungskräfte oder Leitende, die früher an wichtigen Entscheidungen beteiligt und in ihrer Position angesehen waren, erleben diese Veränderung und diesen Selbstwertverlust als manifeste Sinnkrise. Eine solche Sinnkrise kann  sich mit dem Eintritt in den Ruhestand noch verschärfen. Hier werden wirklich existentielle Fragen nach dem Sinn ihres Daseins und nach ihrem Beitrag zur menschlichen Gesellschaft aufgeworfen.

    Auch die sozialen Veränderungen in der Familie und im Beruf können Ausgangspunkt einer manifesten Krise sein -  ich nenne sie einmal Beziehungskrise. Zum einen fehlen nach dem Erwerbsleben häufig die Kontakte aus dem Arbeitsumfeld – nicht wenige Ältere fühlen sich isoliert und einsam. Aber auch in den familiären und partnerschaftlichen Beziehungen finden Veränderungen statt. „Man hockt sich nun ständig auf der Pelle“ – beschrieb das ein Patient von mir. Als Partner ist man also ganz neu gefordert zu kommunizieren, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln, Konflikte auszutragen.

    Nicht zuletzt können auch Beziehungsabbrüche durch Trennung, die Kinder ziehen aus oder der Tod eines Angehörigen zu einer schweren Belastung wird.

    Wie wollen Sie diesen Krisen begegnen und speziell den Älteren helfen?

    Zunächst kommen die älteren Menschen ja mit einer Diagnose zu uns. Sie leiden unter Depressionen, Anpassungsstörungen, zeigen Suchtverhalten, erscheinen traumatisiert, haben Panikattacken, Ängste oder akute Belastungsstörungen. Für solche Indikationen haben wir klinische Leitlinien, denen wir in der Therapie folgen. Diese sichern den strukturierten und effektiven Therapieverlauf.

    Aber der erkrankte Mensch ist nicht nur in seinem Krankheitsbild zu sehen, vielmehr als ganzer Mensch wahrzunehmen – mit seinen aktuellen Bedürfnissen, seinem individuellen seelischen und körperlichen Leiden und seiner persönlichen Biographie.

    In unserem therapeutischen Handeln beziehen wir wirklich alle Ebenen der Person mit ein: die erkrankte Seele, den Körper, die geistig-spirituelle Ebene, die sozialen Beziehungen und die berufliche Situation. Die Frage nach dem Sinn unseres Daseins und unseres Handelns findet ausdrücklich Beachtung.

    Was gibt es denn für konkrete, spezielle Therapieangebote, die speziell die Älteren unterstützen können?

    Neben den störungsspezifischen Therapieangeboten bieten wir eine Vielzahl an kreativtherapeutischen und körpertherapeutischen Angeboten. Der Behandlungsplan wird gemeinsam mit dem Patienten erstellt. Unsere Patienten können und gerade die Älteren sollen aktiv mitgestalten. Damit soll bereits die eigenverantwortliche Grundhaltung gestärkt und Aktivität gefördert werden. Je nach individueller Problemsituation können dann spezielle Therapiegruppen ausgewählt werden.

    Geht es beim Patienten z. B. vorrangig um eine Entlastung und Regeneration dann kommen häufig nährenden Therapiegruppen wie „Sinne und Massage“, „Sanfte Bewegung im körperwarmen Wasser“, „Sexualität und Sinnlichkeit“ zur Anwendung. Geht es eher um den Ausdruck und die klärende Auseinandersetzung im Beziehungskontext, sind Gruppen wie „Beziehung und Kommunikation“, „Kunsttherapie und Ausdrucksmalen“, oder „Aggressionsgruppe“ geeignet. Geht es wiederum mehr darum, die eigene Struktur, Stabilität, Selbstwahrnehmung und Selbstwertgefühl zurückzugewinnen oder zu fördern, wählen wir vielleicht Gruppen wie „Rhythmustherapie“ oder „Heilkraft der Stimme“.

    Wir haben auch spezielle Angebote für ältere Arbeitnehmer in Führungspositionen. In einer Spezialgruppe, wir nennen sie auch Führungskompetenz-Gruppe, können Menschen in besonderer beruflicher Verantwortung Methoden der effektiven Selbststeuerung oder des Stressmanagements lernen, sie können sich mit ihrer besonderen Führungsrolle auseinandersetzen und erleben einen offenen Erfahrungsaustausch mit Menschen in ähnlichen beruflichen Kontext.

    Bei Bedarf wird auch Paartherapie angeboten.

    Ich vermute, diese Therapiegruppen sind nicht ausschließlich für ältere Patienten.

    Das ist richtig. Wir wollen ja in der Therapie nicht die gleiche Separation von Jung und Alt durchführen, wie sie in vielen Bereichen der Gesellschaft bereits passiert – ganz im Gegenteil. Das in unseren Kliniken verankerte Konzept der therapeutischen Gemeinschaft mit gegenseitiger Unterstützung ist ein wichtiger heilsamer und nährender Rahmen für die Heilung unserer Patienten. Hier kommen Patienten aller Altersstufen zusammen.

    Was gebe es den präventiv zu tun, um diesen Krisen und psychosomatischen Erkrankungen vorzubeugen?

    Unsere Kernaufgabe befindet sich natürlich im Bereich der Therapie, aber wir engagieren uns auch im Bereich der Prävention. Ansatzpunkte der Vorbeugung sind sowohl im Verhältnis- als auch im Verhaltensmanagement zu sehen.

    Mit einem verbesserten Verhältnismanagement zielen wir darauf ab, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Ältere zu verbessern. Altersgerechte Arbeitsgestaltung, adäquate altersgerechte Mitarbeiterführung, wertschätzende Kommunikation, integrative Organisationskultur sind wichtige Themen in den Betrieben, in den Krankenhäusern, Verwaltungen und Schulen. Dazu halten wir z.T. auch Vorträge, um zu mehr Bewusstheit in den Organisationen beizutragen. Es geht auch im größeren Zusammenhang darum, das Alter zu würdigen und der zum Teil stattfindenden Stigmatisierung älterer Menschen entgegenzuwirken.

    Individuelles Verhaltensmanagement meint eine bewusste und gesundheitsorientierte Lebensführung. Hier gibt es bei den meisten Menschen gewisse Verbesserungspotentiale. Vereinfacht könnte man sagen: „Bis 40 kann man Sport machen, ab 40 muss man Sport machen!“. Dies betrifft den Aspekt der Bewegung.
    Im Berufsleben geht es häufig darum, sich gegen spezifische Stressbelastungen zu schützen, sogenannte Resilienzfaktoren zu aktivieren und zu entwickeln, die uns helfen in einem anspruchsvollen Berufsleben gesund zu bleiben. Das Erlernen spezieller Entspannungsmethoden, Methoden der Stressbewältigung und Konfliktlösung kann hier unterstützend sein, aber auch die Reflexion eigener Anspruchshaltungen und Glaubenssätze.

    Zu einem guten Verhaltensmanagement kann es auch gehören, Netzwerke und Freundschaften zu entwickeln und zu pflegen oder sich Vereinen und Initiativen anzuschließen, um aktiv für eine soziale Einbindung und Unterstützung zu sorgen.

    Wir bieten zu diesen Themen auch Vorträge, Workshop und Seminare.

    Wenn ich mir eine persönliche Frage erlauben darf, Herr Schmitt.
    Ihrer Biographie entnehme ich, dass Sie ja selbst in diesem kritischen Alter ihrer älteren Patienten sind. Was sind denn Ihre persönlichen Strategien für einen guten Übertritt in den Ruhestand?


    Naja, zunächst habe ich ja noch ein wenig Zeit bis zum Ruhestand und werde noch eine gewisse Zeit hier in meiner Tätigkeit als Chefarzt tätig sein. Aber Sie haben recht. Tatsächlich ist es ratsam, sich bereits einige Jahre vor der Pensionierung oder Verrentung mit seinem Ruhestand zu beschäftigen, um eben diesen sogenannten „Pensionsschock“ zu vermeiden.
    Für mich wäre es in jedem Fall wichtig, weiterhin einer sinnvollen Betätigung nachzugehen. Ich werde nach Möglichkeiten suchen, meine Erfahrungen weiterzugeben und auch weiterhin Neues zu lernen.

    Natürlich soll auch der Genuss in der neu gewonnenen Freiheit und Freizeit nicht zu kurz kommen. Möglicherweise werde ich öfters mal nach Italien fahren.

    Ich bedanke mich für das Gespräch!

    Das Interview führte Ralph Sandvoß, Werkstatt für Kommunikation,
    Erlabrunn bei Würzburg am 19.7.2013.