PK Trauma 2012

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Posttraumatische Belastungsstörungen

Wann ist etwas traumatisch? Wenn Grenzen überschritten werden.

Der Begriff „Trauma“ (griech.) bedeutet wörtlich „Wunde, Verletzung“. Eine traumatische Erfahrung ist eine tief greifende psychosomatische Verletzung. Einige Menschen können solche Erfahrungen verarbeiten und integrieren. Bei manchen Menschen aber sind die Traumaerfahrungen mit Ereignissen verbunden, die die Verarbeitungsmöglichkeiten der Psyche überfordern und die Reaktion einer tiefen Verzweiflung hervorrufen. Sie überschreiten also die Grenze dessen, was Menschen normalerweise verkraften können und hinterlassen tiefe Spuren in Körper und Psyche. Die bisherigen Selbstschutzstrategien reichen nicht aus, um die traumatische Situation zu bewältigen. Erst andere Abwehrstrategien (z. B. das Abspalten und quasi Weg-"beamen" von Gefühlen oder Körper- bzw. Sinneswahrnehmungen) machen das Überleben während und nach einem Trauma möglich. Einige Menschen berichten später: „es war wie im Kino“, oder auch: „ich war überhaupt nicht diejenige, der das passierte, es geschah jemand anderem“.

Manchmal ist ein unverarbeitetes Trauma die Ursache einer akuten Depression, einer Panikstörung, einer somatoformen Schmerzstörung, von schweren Schlafstörungen oder einer Suchterkrankung. Erst wenn die Ursache behandelt wird, können die akuten Symptome verschwinden.

Die Auswirkungen sind um so schwerwiegender, je früher - bezogen auf das Lebensalter - die Traumatisierungen eingewirkt haben, je länger sie angedauert haben und je näher die Beziehung zu Täter oder Täterin war. Die später erlebte Traumatisierung (z. B. Autounfälle, Überfälle, Kriegsgeschehnisse, lebensbedrohliche Ereignisse wie Erkrankungen oder Operationen) können meistens besser verarbeitet werden, oft jedoch auch nur mit Hilfe fachkundiger Unterstützung. Die polizeiliche Kriminalstatistik benennt für das Jahr 2009 über 15.000 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern (neuere Zahlen sind derzeit nicht verfügbar), wobei die Dunkelziffer auf mehr als das Zehnfache geschätzt wird. Die Folgen für Kinder und Erwachsene, die ein Trauma erfahren haben, sind tief prägend in allen Bereichen: ca. 25 Prozent der traumatisierten Menschen können sich an das Trauma später nicht mehr erinnern, bei 50 bis 80 Prozent prägen die Folgen langfristig für das weitere Leben, wenn diese unbehandelt bleiben. Man muss nicht selbst Opfer gewesen sein. Auch wer ein traumatisches Geschehen miterlebt oder beobachtet hat und in persönlichen Beziehungen von diesem Erleben beeinflusst ist, kann Symptome von Verarbeitungsschwierigkeiten aufweisen.

Die Heiligenfeld Kliniken bieten für die Behandlung von Traumafolgestörungen ein integratives Behandlungskonzept und einen besonderen Ort, eine Atmosphäre der Achtsamkeit und des Respektes und einen liebevollen Umgang miteinander. Die stationäre Behandlung in unserer Klinik kann nachweislich die Lebensqualität unserer Patienten steigen und zu einer besseren Bewältigung des Alltags führen. Mit anderen Worten: hin zum „Leben, statt Überleben“.

 


 

Hier können Sie den aktuellen Prospekt für Menschen mit Traumafolgestörungen herunterladen:

pdfIntegratives psychosomatisches Behandlungskonzept für Menschen mit einer Traumafolgestörung

  • PATIENTEN – CHECKLISTE Posttraumatische Störungen

    Liebe Ratsuchende, lieber Ratsuchender,

    diese Checkliste hilft Ihnen dabei, einen ersten Hinweis zu erhalten, ob Sie unter einer posttraumatischen Störung leiden.

    Sie lehnt sich an die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10), dem Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen (DSM-IV) und dem Essener Trauma-Inventar (ETI 2004) an.

    Waren Sie einem sehr belastenden Ereignis ausgesetzt und leiden seither unter den unten genannten Beschwerden (ein Krankheitszeichen pro Kategorien ist ausreichend), kann eine posttraumatische Störung vermutet werden und sollte genauer untersucht werden... [ weiter ]

     

  • Hauptsymptome und Behandlungsindikationen

    Traumatisierte Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf belastende Erfahrungen: Einigen gelingt es aus eigener Kraft, mit ihren inneren Ressourcen und einem guten sozialen Umfeld, sich Wochen oder Monate später zu stabilisieren, mit und ohne therapeutische Hilfe. Andere entwickeln körperliche und psychische Beschwerden, die zusätzlich belasten und den Alltag erschweren. Sie treten manchmal direkt nach den Ereignissen auf, oft aber erst später, zum Beispiel, wenn etwas an das Trauma erinnert oder die Betroffenen erneut großen psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Die Symptome können sehr vielfältig sein.

    Manche von ihnen sind ständig präsent, andere drängen sich nur zeitweilig für die betroffenen Menschen in den Vordergrund des Erlebens. Meistens zeigt sich die Traumafolgestörung nicht nur anhand eines Symptoms, sondern in sogenannten Syndromen, also dem gemeinsamen Auftreten verschiedener Merkmale, die im Laufe der Zeit immer komplexer und von der ursprünglich traumatisierten Erfahrung unabhängig werden können.

    Die Traumafolgestörung zeigt sich oft durch:

    • sich aufdrängende, belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma oder Erinnerungslücken (Bilder, Alpträume, Flashbacks, teilweise Amnesie),
    • Übererregungssymptome (Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, vermehrte Reizbarkeit, Affektintoleranz, Konzentrationsstörungen),
    • Vermeidungsverhalten (Situationen und Dinge, die an das Trauma erinnern, werden nach Möglichkeit vermieden),
    • emotionale Taubheit (allgemeiner Rückzug, Interessensverlust, innere Teilnahmslosigkeit).

    Für die Aufnahme in unserer Klinik muss ein stationär behandlungsbedürftiges Krankheitsbild vorliegen.

    Aufnahmediagnosen nach ICD 10 sind:

    • Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen F 43,
    • Dissoziative Störungen F 44,
    • Depersonalisations-/Derealisationssyndrom F48.1,
    • Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung F62.0.
  • Störungsspezifische Gruppe

    Zur störungsspezifischen Behandlung nehmen unsere Patienten einmal wöchentlich an der speziellen indikativen Gruppe für Traumapatienten teil. Hier werden allgemeine Informationen über die Erkrankung, ihre Entstehung, Diagnose und die Behandlungsmöglichkeiten vermittelt. Das Behandlungskonzept, der Umgang mit der Erkrankung, mit Dekompensation und Komplikationen werden psychoedukativ erläutert. Darüber hinaus werden in der Selbststeuerungsgruppe Übungen zur Selbststeuerung und zum Umgang mit Symptomen gelernt.

    Folgende Themen werden in der Behandlungsgruppe "Trauma" vorgestellt:

    • Was ist ein Trauma?
    • Überlebensstrategien/Copingstrategien
    • Copingstrategien: Dissoziation
    • Körperliche Symptome, Selbstverletzung und heilsamer Umgang mit dem Körper
    • Folgen von Trauma im Alltag (Distanzierungstechniken)

    Daneben existiert noch eine weitere Gruppe für Menschen, die im beruflichen Kontext Traumaerfahrungen gemacht haben (beispielweise Sanitätskräfte, Polizisten, Lehrer, etc.).

  • Behandlungsleitlinie Posttraumatische Belastungsstörung - Patientenversion

  • Behandlungsergebnisse

    Ergebnisqualität für den Zeitraum 2010 - 2012

    Veränderung des GAF-Mittelwerts

    Die Global Assessment of Functioning - Scale (GAF) ist eine Ratingskala zur Erfassung des psychosozialen Funktionsniveaus, dabei wird ein integrales Gesamturteil über die psychische, soziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Patienten in den letzten sieben Tagen vor der Erfassung getroffen. Zahlenwert zwischen 0% und 100% repräsentieren ein hypothetisches Kontinuum zwischen stärkster Beeinträchtigung (0%) und optimaler Leistungsfähigkeit (100%).

    QM Trauma GAF

     

    Veränderung des ISR-Mittelwert

    Das ICD-10-Symptom-Rating (ISR) evaluiert möglichst umfassend den Status und den Schweregrad psychischer Störungen im Rahmen einer Selbstbeurteilung durch den Patienten. Die Ergebnisse werden wie folgt interpretiert.

    QM Trauma ISR

     

    Effektstärke

    Die Effektstärke ist eine Art „gemeinsamer Währung“ in der psychologischen Statistik, mit der auch sehr unterschiedliche Mess- und Auswertungsverfahren verglichen werden können. Die Effektstärke errechnet sich aus dem Bestand der Mittelwerte zweier oder mehrere Erhebungen und ergibt unter Berücksichtigung der Streuung Werte, die (nach Cohen, 1988) folgende Aussagen zulassen: Effektstärke=>0.2 kleiner Effekt; Effektstärke=>0.5 mittlerer Effek; Effektstärke=>0.8 größerer Effekt.

    QM Trauma Effekt

     

    Weitere Behandlungsergebnisse des Jahres 2012 finden Sie unter: Qualitätsergebnisse