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Der Burnout-Prozess

Was versteht man unter "Burnout"?

In der internationalen Klassifikation der Erkrankungen (ICD) erscheint Burnout lediglich als Zusatzdiagnose. Z73.0: "Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung". In der ICD wird lediglich ausgeführt: "Ausgebranntsein, Burnout, Zustand der totalen Erschöpfung".

In den öffentlichen Diskussionen und den Medien wird der Begriff "Burnout" unterschiedlich definiert. In der Fachwelt besteht jedoch weitgehend Einigkeit:  Es handelt es sich bei Burnout nicht um eine medizinische Diagnose, sondern um einen in der Gesellschaft immer mehr akzeptierten Überbegriff für einen schleichenden Prozess des Ungleichgewichts und der Erschöpfung.
Burnout ist also keine Erkrankung im klassischen Sinn, sondern eine Entwicklung, die sich oft über einen langen Zeitraum erstreckt.

Maslach, die den wohl am häufigsten eingesetzten Fragebogen entwickelt hat, fasst die Symptome in drei Kategorien zusammen:

•    Emotionale Erschöpfung mit Kraftlosigkeit, Antriebsschwäche und Reizbarkeit
•    Depersonalisation mit den Gefühlen von Fremdheit und Distanz zu sich selbst und seiner Umwelt
•    Leistungsunzufriedenheit bzw. Misserfolgserleben, trotz übermäßiger Anstrengungen und Anspannung.

Am Ende einer Burnout-Entwicklung steht ein kranker Mensch mit den vielfältigen Anzeichen körperlicher und psychischer Erschöpfung, aber auch mit speziellen Symptomen, die von "Folgeerkrankungen" sprechen lassen: Depression, Angststörung, Sucht, psychosomatische Störungen.

  • Phasen von Burnout

    Eine Burnout-Entwicklung verläuft typischerweise in Phasen:

    1. Überaktivität:

    diese erste Phase ist gekennzeichnet durch übertriebenes Engagement und extremes Leistungsstreben, um sich selbst etwas zu beweisen oder Erwartungen zu erfüllen. Das Gefühl der eigenen Unentbehrlichkeit und  ein überhöhtes Bedürfnis nach Anerkennung geht einher mit der Verleugnung der eigenen Bedürfnisse oder Probleme.

     2. Reduziertes Engagement:

    hier entstehen zunehmend negative Einstellungen zur Arbeit, zu den anderen Menschen und zu sich selbst. Engagement und Einsatz werden reduziert. Selbstzweifel, Rückzug und Ängstlichkeit treten in den Vordergrund.

    3. Abbau der Leistungsfähigkeit:

    Konzentrationsschwierigkeiten, Entscheidungsunfähigkeit, Gereiztheit, Stimmungseinbrüche und Schuldgefühle führen zu ineffizienten Leistungen. Kompensationsversuche durch übermäßiges Essen, Alkohol, Drogen, Sexuali¬tät und soziale Medien werden zunehmend erfolglos.

     4. Verzweiflung und Depression:

    dies ist die eigentliche Dekompensation, sehr häufig in Form von depressiven Erkrankungen, aber im Grunde abhängig von dem eigenen typischen Dekompensationsmuster, das sich auch in Form von Angststörungen, Suchtentwicklung oder psychosomatischen Erkrankungen äußern kann.


    Eine der bekanntesten Darstellung des Burnout-Prozesses ist das 12-Stadien-Modell von Herbert Freudenberger (1974):

    Ab Stadium 6 etwa ist professionelle Hilfe erforderlich.

    Burnout Phasen

     

     

  • Das Prozess-Modell

    Der Burnout-Prozess gerät ins Rollen, wenn die Menschen den Kontakt zu sich selbst, zur eigenen Seele, verloren haben und damit die Kriterien, mit denen das eigene Leben und Erleben geordnet, strukturiert und ausbalanciert werden kann, nicht mehr ausreichend wahrnehmen. Dieser Verlust des inneren Spürens bedeutet auch, die inneren Signale nicht mehr zu beachten, die in Überlastungssituationen auftreten. So geraten die Betroffenen in ein hyperaktives Handlungsmuster, das nicht mehr ausreichend reguliert werden kann. Diese Verhaltensweisen können durch übermäßige Anstrengung noch eine Weile aufrechterhalten werden. Dann brechen die Kompensationsmuster aber relativ plötzlich zusammen und die Menschen empfinden sich als "ausgebrannt".

    Burnout prozess Modell
     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der Burnout-Prozess endet in einer dann auch als solche diagnostizierbaren psychischen Erkrankung.

  • Warnsignale und Checkliste zur Selbstprüfung

    Die Frühsignale sind sozusagen eigentlich die allgemeinen Signale, die ein Mensch wahrnehmen sollte, wenn er nach innen schaut und spürt, es läuft nicht so, wie es eigentlich laufen sollte. Der Organismus gibt Signale, die darauf hinweisen, dass das Gleichgewicht gestört ist und die Selbstregulationsfähigkeit nicht mehr ausreicht, um die Dinge des Leben auszubalancieren.

    Warnsignale für einen beginnenden oder bereits fortgeschrittenen Burnout-Prozess können sein:

    Körperlich:

    •    Häufigere grippale Infekte,
    •    Muskelverspannungen,
    •    Schlafstörungen,
    •    Atembeschwerden,
    •    Engegefühl in der Brust, erhöhter Blutdruck,
    •    Herzrasen,
    •    Schwitzen,
    •    Tinnitus,
    •    Kopfschmerzen,
    •    Schwindel,
    •    Magen- und Darmbeschwerden,
    •    Rückenschmerzen,
    •    sexuelle Probleme,
    •    Müdigkeit, Erschöpfung.

     

    Emotional:

    •    Unzufriedenheit mit der eigenen Leistungsfähigkeit,
    •    Versagensängste,
    •    Niedergeschlagenheit,
    •    Stimmungsschwankungen,
    •    Gefühl mangelnder Anerkennung und Wertschätzung,
    •    Hilflosigkeit,
    •    verringerte emotionale Belastbarkeit,
    •    geringer werdende Freundlichkeit,
    •    Humorlosigkeit,
    •    Ärger,
    •    verstärkte Reizbarkeit,
    •    unbestimmte Angst und Nervosität,
    •    Ruhelosigkeit,
    •    Schuldgefühle,
    •    grundlose Traurigkeit,
    •    Neigung zum Weinen,
    •    Gefühl der inneren Leere,
    •    Selbstmitleid.

     

    Im Denken:

    •    Konzentrationsstörungen,
    •    Ungenauigkeiten,
    •    Schwierigkeiten,
    •    komplexe Aufgaben durchzuführen,
    •    Gedächtnisprobleme,
    •    Entscheidungsschwierigkeiten,
    •    Tagträume,
    •    Fluchtphantasien,
    •    negative Einstellung zur Arbeit,
    •    Pessimismus,
    •    Zynismus, Sarkasmus, Einengung des Denkens.

     

    Im Verhalten:

    •    Vermehrte Fehlzeiten am Arbeitsplatz,
    •    Abneigung gegenüber Klienten und Kollegen,
    •    Rückzug aus privaten Kontakten,
    •    Partnerschafts- und Eheprobleme,
    •    vermehrte Konflikte mit Kollegen,
    •    vermehrter Alkohol- oder Tablettenkonsum,
    •    Veränderung des Essverhaltens.
     
       

    Checkliste zur Selbstprüfung

    Die Checkliste "Burnout" wurde anhand der gängigen Burnout-Modelle und der Phasenmodelle, die sich von Freudenberger & North (1992) herleiten, erstellt. Wenn Sie den Link klicken, öffnet sich ein PDF mit der Checkliste Burnout