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Resilienz

Fotolia 42492464 Lmiket So herausfordernd die Burnout-Problematik unter dem Blickwinkel der psychosozialen Belastungen bereits ist, bietet sie aber noch eine ganz andere Möglichkeit, auf dieses Thema zu schauen. Die Burnout-Krise ist nicht nur eine Chance für den Einzelnen, sich noch einmal völlig neu zu finden und vielleicht ein integrierter Mensch mit mehr Tiefe zu werden als er es jemals vorher gewesen ist, sondern sie ist auch eine Chance für die Gesellschaft, die psychosoziale Kompetenz von uns Menschen mehr in den Vordergrund zu stellen. Einen guten Zugang zu dieser Betrachtung stellt der Resilienz-Begriff dar.

Resilienz ist ursprünglich ein Begriff aus der Werkstoffkunde für die Fähigkeit eines Materials, nach einer Verformung von außen wieder in seine alte Form zurückzukehren, oder, im übertragenen Sinne, die Fähigkeit eines Systems, Irritationen auszugleichen und zu ertragen, ohne dauerhaften Schaden zu nehmen. Übertragen auf den Menschen bedeutet Resilienz so viel wie Widerstandsfähigkeit, Belastungsfähigkeit oder Flexibilität als Schutzfaktoren gegenüber Lebenskrisen, Krankheiten, schweren Problemlagen, aber auch gegenüber Belastungen im Arbeitsleben. Darüber hinaus wird Resilienz noch umfassender als die Fähigkeit definiert, widrige Lebensumstände und Belastungen nicht nur gesund zu überstehen, sondern auch gereift und ausgerüstet mit neuen Ressourcen daraus hervorzugehen. Mit dieser Sichtweise gewinnt auch die Diskussion um den Umgang mit  Burnout-Entwicklungen eine neue Perspektive, nämlich Burnout - rechtzeitig erkannt und fachgerecht behandelt - als Chance zu sehen, die eigene Resilienz für alle zukünftigen Belastungen zu erhöhen.

Das Gegenstück zur Resilienz ist die Vulnerabilität – die Verletzlichkeit eines Menschen. Bei hoher Vulnerabilität und geringer Resilienz kann es zu Überlastungen kommen, die letzlich zu einer Burnout-Entwicklung führen.

Burnout Resilienz 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prävention setzt dort an, wo es um Einflussnahme auf die Risikofaktoren und damit auf die Vulnerabilität geht. Gesundheitsförderung kann die Schutzfaktoren und damit die Resilienz stärken.

  • Individuelle Resilienz

    Fotolia 23930164 L Liddy HansdottirDer Begriff "Resilienz" wird gegenwärtig zunehmend erweitert über die Widerstandsfähigkeit und die allgemeine innere Stärke hinaus zur grundsätzlichen und allgemeinen psychosozialen Kompetenz. Neben Schutzfaktoren wie Selbstvertrauen, sozialem und spirituellem Vertrauen ist damit die Fähigkeit gemeint, sich selbst zu regulieren, zu steuern, sein eigenes Leben gemäß der eigenen Fähigkeiten und Werte zu gestalten. Neben angeborenen Eigenschaften des Individuums zählen zu den Resilienzfaktoren auch umgebungsbezogene Faktoren sowie gelernte Fertigkeiten wie z. B. positive Stressbewältigungsstrategien und Selbststeuerungsmethoden.


    Allgemeine Anerkennung findet das Modell der "sieben Säulen" der Resilienz nach Karen Reivich und Andrew Shatté:

    • Emotionssteuerung: die Fähigkeit, in kritischen Situationen die eigenen Emotionen im Griff zu behalten
    • Impulskontrolle, Selbstdisziplin
    • Kausalanalytische Problemlösung
    • Realistischer Optimismus
    • Selbstwirksamkeitsüberzeugung
    • Empathie; die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel
    • Zielorientierung, Zukunftsplanung

    Letzlich verhindert Resilienz nicht nur Burnout-Prozesse, sondern bildet die Basis für eine gesunde Lebensführung. Ein resilienter Mensch verfügt über ein umfassendes Kompetenzbündel, das sich parallel zu seiner inneren Haltung entwickelt hat.


    Überprüfen Sie mit diesem "Resilienzcheck" Ihre bisherige Lebenshaltung anhand der Kernthemen resilienter Fähigkeiten:

     

    pdfPersönlicher Resilienzcheck

     

    Die Entwicklung und Förderung von Resilienz ist immer auch Persönlichkeitsentwicklung. Sie muss auf den Ebenen der persönlichen Grundhaltung, der sozialen Ressourcen und der Ressourcen aus der Umwelt bzw. Arbeitswelt ansetzen.


    Einen wesentlichen Faktor stellt das Erreichen und Bewahren des inneren Gleichgewichts in seinen verschiedenen Dimensionen dar:

     

     resilienz kasten

     

    Über eine gesunde Lebensführung und die Entfaltung von Steuerungskompetenzen hinaus kann Resilienz auch die Grundlage für Glück und Wohlbefinden sein, für "Flourishing", wie es Walter Seligman in seiner Theorie genannt hat. Danach ist es das Zusammenspiel von positiven Gefühlen, echtem Engagement, Sinnbezogenheit, Zielorientierung und guten zwischenmenschlichen Beziehungen, das die Voraussetzungen für ein glückliches Leben beinhaltet.

     

  • Organisatorische und kulturelle Resilienz

    Analog zum Modell der individuellen Resilienz bezieht sich der Begriff auch auf die Fähigkeit ganzer Organisationen, auch in Krisensituationen nachhaltig und erfolgreich handeln zu können. Man spricht von "System-Resilienz" und meint damit das kompetente und nachhaltige Handeln gemäß der wesentlichen Werte eines Unternehmens, einer Organisation, einer Kommune, einer Gesellschaft oder gar unser globalen Gemeinschaft. Resilienz in diesem Sinne bezieht sich auf die Widerstandsfähigkeit, Stärke und Kompetenz, mit den Veränderungen der Natur, des sozialen Gefüges und unserer wirtschaftlichen Situationen umzugehen.


    Insbesondere bei Wirtschaftsunternehmen bedeutet Resilienz auch die Kompetenz zur Kooperation und zur Innovationsfähigkeit. Die strategische Veränderungsfähigkeit führt zu einem deutlichen Wettbewerbsvorteil. Neben entsprechenden Strukturen und klar definierten Abläufen spielt dabei die persönliche Resilienz der Mitarbeiter eine wichtige Rolle.


    Psychosoziale Kompetenzen wie geistige Leistungsfähigkeit, Kreativität, Selbstführung und Selbstmanagement, innere Strukturiertheit, Kommunikationskompetenz, Teamfähigkeit und Beziehungsfähigkeit sind damit wichtige Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktoren. Insbesondere das Führungsverhalten der Führungskräfte hat großen Einfluss auf die Resilienz der Mitarbeiter und damit auf den Erfolg des Unternehmens.


    Eine 2012 veröffentliche Studie der Bertelsmann-Stiftung bietet aufschlussreiche Informationen zum Zusammenhang zwischen den drei Variablen Führung, Gesundheit und Resilienz.

     

    pdfBertelsmannstudie Resilienz 2012

     

    Überprüfen Sie mit diesem "Resilienzcheck" die Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit und Flexibilität Ihres Unternehmens:

     

    pdfResilienzcheck für Organisationen

     

    Kulturelle Resilienz in einem Unternehmen entwickelt sich in dem Maße, in dem die Bedeutung einer ausgeprägten Unternehmenskultur verstanden wird. Dazu werden die kommunikativen Prozesse innerhalb eines Unternehmens bewusst gestaltet und weiterentwickelt. Eine lebendige Unternehmenskultur zeigt sich u. A. in der Verbundenheit mit den Mitarbeitern und in den Bemühungen um ihre Gesundheit und Weiterentwicklung.