Digitaler Wandel: Vortrag mit den Wirtschaftsjunioren

Bad Kissingen - Zu einem gemeinsamen Vortrag haben die Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen und die Unternehmensgruppe Heiligenfeld am 12. Februar eingeladen. Mehr als 80 Unternehmer, Selbstständige und angestellte Führungskräfte hörten dem jungen Gründer, Forscher und Blogger Dominic Lindner zu, der einen Einblick in seine Forschungsarbeit zum Thema Führung im digitalen Wandel gab.

Gute Führung bedeutet, sich mit ständig wechselnden Bedingungen auseinanderzusetzen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen interessierten den jungen Wissenschaftler Dominic Lindner für seine Forschung, für seine Masterarbeit und Promotion. Er belegte darin, dass die Traditionsunternehmen die Stütze der Wirtschaft bilden. 65 Prozent der Arbeitnehmer sind in mittelständischen Unternehmen beschäftigt. Er befragte bei Roundtables über drei Jahre zwölf Mittelstandsvorstände aus Nürnberg und Stuttgart und beobachtete, was diese als Herausforderungen in der Führung ihrer sehr erfolgreichen Unternehmen benennen. Dabei stellten sich drei wesentlichen Themen heraus: Arbeit 4.0, digitale Führung und Agilität. „In der heutigen komplexen Welt spricht jeder von Agilität“, sagte Dominic Lindner. Das heißt, dass Organisationen flexibel und darüber hinaus proaktiv, antizipativ und initiativ agieren, um notwendige Veränderungen einzuführen. Dabei wird von der Führungskraft Schnelligkeit, Inspiration, Veränderungsbereitschaft, Führen auf Augenhöhe und Vertrauen verlangt. „Für eine agile Führung ist kontinuierliche Weiterbildung, zum Beispiel durch Internetrecherchen, Konferenzbesuche oder den Austausch mit anderen Führungskräften über aktuelle Trends notwendig“, sagte Lindner. Learning by Doing stellt für Führungskräfte die verbreitetste Lernmethode dar, und Experimentierfreude ist gefragt.

Dominic Lindner ging in seinem Vortrag ebenso auf die Typologie der Generationen ein. Neben den Merkmalen der drei Generationen X, Y und Z zeigte er auf, nach was die Menschen streben und was Arbeit ihnen bedeutet und stufte ihre digitale Reife ein. In seinen Forschungsergebnissen wurde deutlich, dass zu einer generationsorientierten Führung das Verstehen der einzelnen Generationen, das individuelle Bewerten und Führen der Mitarbeiter, neue flexible Arbeitskonzepte und eine Effizienz durch Informationstechnologie gehören. Dabei ist die virtuelle Führung von Teams geprägt von einer klaren Rollenverteilung und Zielvorgabe. Sie verlangt ein großes Maß an Vertrauen und erfordert ein Coaching von Mitarbeitern sowie, dass Aufgaben passend delegiert werden. Durch Software, Video, E-Mail, Telefon und in Teammeetings erfolgt der Austausch der Informationen und ist als Handwerkszeug in der Führung zu sehen.

Zum Schluss seines Vortrages gab Lindner einen Einblick in seine Arbeit als Abteilungsleiter eines virtuellen Teams bei der noris network AG, einem mehrfach ausgezeichneten IT-Unternehmen in Nürnberg. Er baute ein Team in Berlin und in Griechenland auf, dass projektbezogen für den Hauptsitz des Unternehmens in Nürnberg arbeitet. In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass die Digitalisierung in vielen Bereichen eines Unternehmens Einzug hält und nicht aufzuhalten ist. Besonderes IT-Unternehmen sind hoch technologisiert und im Vergleich zu manchem Handels-, Produktions- und Handwerksunternehmen weltweit digital tätig.
Wieder eine rundum gelungene Veranstaltung, waren sich die Teilnehmer beim anschließenden Imbiss einig.

Dominic Lindner von der noris network AG bei der Unternehmensgruppe Heiligenfeld. Foto: Lydia Moela

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