Heiligenfeld Klinken feiern 30-jähriges Bestehen

Bad Kissingen – „Heiligenfeld ist eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Danke für den Mut, danke für den Einsatz, danke für das, was Sie an Arbeitsplätzen geschaffen haben, an Entwicklung, an Wirtschaftskraft hier in Bad Kissingen und für den Landkreis. Danke auch für Ihr Engagement, das außerhalb des tatsächlich klinischen Betätigungsfeldes liegt. Auch das ist ganz wichtig, dass man eingebunden ist in der Gesellschaft, und damit auch ein stückweit bewegt und beiträgt.“ Mit diesen Worten dankte Thomas Bold, der Landrat des Landkreises Bad Kissingen, den Heiligenfeld Kliniken bei ihrer offiziellen Feier zum 30-jährigen Bestehen am Dienstag, 20. Oktober im Rossini Saal des Regentenbaus in Bad Kissingen. Aufgrund der Corona-Krise beschränkte sich die Klinikgruppe auf rund 50 geladene Gäste, die sich aus Familie, Freunden, Geschäftspartnern und Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft zusammensetzte. Die weiteste Anreise des Abends hatte der Bürgermeister von Waldmünchen (Oberpfalz), auch ein Standort der Heiligenfeld Kliniken, Markus Ackermann.

Die beiden Gründer Fritz Lang und Dr. Joachim Galuska, sowie die Geschäftsführung, bestehend aus Michael Lang, Stephan Greb, Birgit Winzek und dem Ärztlichen Direktor Dr. Jörg Ziegler schlugen in ihren Reden und Interviews einen Bogen von der Gründung der Klinken, bis hin dazu, wie sich die Unternehmensgruppe in der Zukunft sieht. Christan Schwarz von Radio Primaton führte Interviews mit den beiden Gründern. Der Oberbürgermeister von Bad Kissingen, Dirk Vogel, verglich in seinen Grußworten das Verhältnis von Heiligenfeld und der Stadt mit einer Beziehung unter Menschen: „Wie in jeder guten Beziehung, war auch diese Beziehung nicht immer konfliktfrei. Sie als Psychologen wissen das vermutlich besser als ich, wenn man nicht beliebig ist - und Bad Kissingen ist nicht beliebig und Heiligenfeld ist nicht beliebig. Und deshalb passen wir so gut zusammen.“

Das Verhältnis zur Stadt hat bereits vor 1990, dem Gründungsjahr der Heiligenfeld Klinken, seinen Beginn genommen. Schon seit vielen Jahrzehnten war damals das Kurhotel „Fürst Bismarck“ in der Euerdorfer Straße in Bad Kissingen im Besitz der Familie Lang. Gemeinsam mit Dr. Joachim Galuska wandelte Hotelier Fritz Lang das Haus in eine psychosomatische Klinik um. Im Oktober 1990 eröffnete die Fachklinik Heiligenfeld mit 43 Betten und 25 Mitarbeitern. Zu Beginn war es kein leichter Weg. Vor allem die notwendigen Banken legten ihm und seinem Partner Steine in den Weg, wie Gründer Fritz Lang auf der Jubiläumsfeier im Interview berichtete: „Da gab es sehr abwehrende Haltungen. Wir mussten bauen, um zu einer Klinik zu werden. Um zu bauen brauchte man Geld. Um das Geld zum Bauen zu bekommen, brauchte man einen Versorgungsvertrag von den Krankenkassen, die haben aber gefragt, haben Sie denn eine Konzession? Ich habe dann gesagt, dass ich die Konzession erst bekomme, wenn ich gebaut habe. Und so hat sich das zunächst immer im Kreis gedreht. Wir haben einfach mit der Umwandlung des Hotels angefangen. Wir haben ein Musterzimmer aufgestellt und bei den Krankenkassen angefragt, ob sie nicht wenigstens eine Absichtserklärung geben können. Selbst dann war es bei den Banken noch schwierig.“ Letztlich hat es aber trotz der zunächst ablehnenden Haltung der Kreditinstitute geklappt. Vor allem, weil die Gründer von langjährigen Geschäftspartnern Unterstützung erhielten, die auch mal ein länger auf ihr Geld gewartet haben. Als es dann auch schon Wartelisten der Patienten gab, ging es bei den Banken auch etwas leichter.

Auch Gründer Dr. Joachim Galuska ging am Jubiläumsabend auf die Anfänge ein. „Als ich Fritz Lang kennengelernt habe, hatte ich die Vision ein ganzheitliches psychologisches und medizinisches Konzept durchzuführen, in dem alle Dimensionen des Menschseins eine Rolle spielen. Wo also der Patient nicht nur Träger einer Erkrankung ist, sondern ein ganzer Mensch, der in seinem Leben erschüttert ist, der in seinen sozialen Bezügen erschüttert ist, der nach Sinn sucht in seinem Leben. In den Orten, in denen ich vorher tätig gewesen bin, fand ich immer nur Teile verwirklicht. Also in der Psychiatrie ein sehr biologisches Verständnis des Gehirns und in der Psychosomatik hat das Medizinische komplett gefehlt. Auch Meditation und Spiritualität haben dort komplett gefehlt. Hier in Bad Kissingen wollte ich alles zusammen bringen und konnte auch Fritz Lang überzeugen, dass das wertvoll ist und funktioniert. Es ist durchaus auch möglich eine Vision mit wirtschaftlichem Denken zu verbinden.“

Werteorientierte Unternehmensphilosophie
Die Heiligenfeld Kliniken besitzen als Familienunternehmen eine werteorientierte Unternehmensphilosophie. Dies bedeutet, dass materielle Werte, wie Wirtschaftlichkeit und Effizienz und immaterielle Werte, wie Menschlichkeit, sinnerfüllte Arbeitsplätze oder gesellschaftliche Verantwortung, im Gleichgewicht stehen. Heiligenfeld versteht sich ebenfalls als lebendiges Unternehmen, das mit seinen Mitarbeitern, Patienten und Kooperationspartnern ständig im Gespräch ist. Auf diese Weise werden die grundlegenden Werte immer wieder miteinander ausgetauscht und dadurch gelebt. Diese gelebte Wertekultur wird auch durch die Patienten wahrgenommen. So wird in Befragungen deutlich, dass die Patienten während ihres Aufenthalts die Werte Achtsamkeit, Ganzheitlichkeit, Menschlichkeit und Gemeinschaft, besonders wahrnehmen. Nicht wegzudenken bei Heiligenfeld ist die Organisationsentwicklung (OE), eine etwa zweiwöchentliche Veranstaltung, bei der Geschäftsführung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenkommen um die Qualität der Klinikgruppe zu verbessern sowie das Miteinander, die gemeinsamen Ziele und Werte zu reflektieren. Geschäftsführer Stephan Greb erinnert sich noch gerne an seine erste Teilnahme an einer OE, als er noch kein Geschäftsführer war: „In meiner Funktion als Unternehmensberater durfte ich dann irgendwann an den Organisationsentwicklungs-Veranstaltungen teilnehmen, und habe ausgerechnet, dass uns eine diese Veranstaltungen 7000 Euro für einen Vormittag kostet. Ich habe mich zu dieser Zeit gefragt, was das Ganze soll. Damals noch nicht wissend, wie wichtig diese gemeinschaftlichen Veranstaltungen sind, für die Kultur des Unternehmens, und dass eine Gegenrechnung in Geld gar nicht angebracht ist. Auch das ist ein Wandlungsprozess, den ich erlebt habe und heute mit großer Wertschätzung dem Ganzen gegenüberstehe.“

Der Ärztliche Direktor der Heiligenfeld Kliniken, Dr. Jörg Ziegler, ging auf den Generationenwechsel und den Wandel der Unternehmensgruppe ein: „Möglicherweise war der Wandel bei Heiligenfeld noch nie stärker als jetzt. Bedingt durch die massiven gesundheitspolitischen Veränderungen, mit zunehmenden Reglementierungen und Vorschriften, insbesondere auch in den psychosomatischen und psychischen Fächern. Bedingt aber auch durch den gesellschaftlichen Wandel, mit direktem und indirektem Einfluss auf die körperliche und vor allem auf die psychische Gesundheit der Menschen. Und vor allem bedingt durch das Ausscheiden der Gründer Fritz Lang und Joachim Galuska aus der operativen Verantwortung bei Heiligenfeld. Selbst in einem noch so schnellen und dynamischen Wandel, kann ein Innehalten in Dankbarkeit und auch in Demut, Kraft für Orientierung im Jetzt, Morgen und die Zukunft geben.“ Geschäftsführerin Birgit Winzek hatte in ihrem Redebeitrag vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Blick: „Wir wissen alle, dass Arbeitszeit auch Lebenszeit ist. Und das ist uns auch wichtig bei unseren Kolleginnen und Kollegen. Wenn man unsere Häuser von außen sieht, und wenn man sie von innen sieht, dann sieht man, dass unsere Kollegen auch sehr schöne Räume haben. Mit Herzblut eingerichtet und dafür ausgelegt, mit Herzblut arbeiten zu können.“ Geschäftsführer Michael Lang, Sohn des Gründers Fritz Lang, meinte: „Was unseren Spirit wirklich ausmacht, das sind die Menschen unsere Mitarbeiter, Kollegen, Führungskräfte und natürlich die Gründer mit ihren Familien.“

Umrahmt wurde der Abend mit Musik von der Pianistin Barbara Moritz und Klängen von Musikproduzent und Musiktherapeut John Nölte-Sayed. Mitglieder der Geschäftsführung präsentierten Texte und Gedichte von Patienten und Mitarbeitern, von denen auch eigene Bilder zum 30-Jährigen entstanden. Diese können großflächig an den einzelnen Kliniken bewundert werden.

>>> TV-Bericht des BR (Frankenschau)

Sie blicken auf 30 Jahre Heiligenfeld zurück (von links): Dr. Jörg Ziegler (Ärztlicher Direktor), Fritz Lang (Gründer und Gesellschafter), Stephan Greb (Geschäftsführer), Joachim Galuska (Gründer und Gesellschafter), Michael Lang (Geschäftsführer und Gesellschafter), Birgit Winzek (Geschäftsführerin), Landrat Thomas Bold und Oberbürgermeister Dirk Vogel. Foto: Kai Fraass

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