Ausbildung für TraumaHelfer - Umgang mit traumatischen Belastungen

Workshop

Datum
Uhrzeit
09:00 Uhr
Referent/en
Prof. Dr. Thomas Loew
Ort
Brebacher Weg 15, 12683 Berlin

Heiligenfeld Klinik Berlin

04.-05. Mai 2019, jeweils 09.00-17.00 Uhr

Kursleiter:
Prof. Dr. Thomas Loew, Leiter der Abteilungen für Psychosomatik am Universitätsklinikum Regensburg und der Klinik Donaustauf, Autor der Bücher „Kriegsschauplatz Gehirn“ (2017), und „Langsamer atmen, besser leben“ (2019), beide im Psychosozial-Verlag erschienen.

Inhalt:
Der „Regensburger Weg“ steht für Traumatherapie mit Flüchtlingskindern als Gruppenkonzept unter Einbeziehung von Laienhelfern in Co-therapeutischer Funktion = Traumahelfer.

Das sind in der Regel Fachkräfte, manchmal auch engagierte Laien, die noch keine psychotherapeutische Qualifikation haben, aber im pädagogischen und pflegererischen Kontext mit Kindern in Bezug stehen. Sie lernen die wichtigsten neurowissenschaftlichen Erkenntnisse rund um das Thema Traumatisierung und Traumatherapie kennen und vermitteln, um alle Beteiligten motiviert ins Boot holen zu können.

Der zweitätige Workshop gibt Anregungen für die Arbeit mit traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, auch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg. Es wird dabei auf gut beforschte, den jeweiligen Heimatkulturen nahen, nonverbale Selbststabilisierungtechniken, die die problematischen Hyperaraousals oder Dissoziationen regulieren helfen, unter anderem mittels bilateraler Stimulation, gesetzt. Gleichzeitig unterstützt dies das eigene professionelle Handeln, denn was den Schützlingen hilft, funktioniert natürlich auch bei einem selbst. Das Setting erlaubt ein psychotherapeutisches „Reprocessing“ also eine „Wiederaufbereitung“ des traumatischen Geschehens, jedoch möglichst ohne die Notwendigkeit der sprachlichen Vermittlung eines Dolmetschers mittels kreativer Medien, wie Sandspiel, Kunst- oder Schreibtherapie. Im Kern handelt es sich um die Essenz der derzeit effektivsten, hauptsächlich verhaltenstherapeutischen Traumainterventionen. Um die psychotherapeutische Schlagkraft zu erhöhen, wird auf den Einsatz geschulter TraumaHelfer, die den Psychotherapeuten in den Gruppensitzungen unterstützen, gesetzt. Sie vermitteln stabile Präsenz sowie die in der Traumatherapie notwenige Zeugenschaft und sie leiten – wenn notwendig – die Selbststabilisierungsübungen an.

Gezeigt werden in dem Seminar neben der Psychtraumatologie und -neurophysiologie die praktische Umsetzung des Gruppentherapiekonzeptes „Der Regensburger Weg“ mit allen Interventionstechniken der Psychotherapie und Stabilisierungsmöglichkeiten unter Zuhilfenahme von videodokumentierten Gruppensitzungen, um einen Eindruck der konkreten Arbeit zu vermitteln, die gerne auch kontrovers diskutiert werden kann.

Außerdem werden Ihnen kulturspezifische „know-hows“ zu den Flüchtlingsnationalitäten vermittelt. Bisher wurden 1600 TraumaHelfer bundesweit ausgebildet, die bereits in 8 Bundesländern und international in Indien, Palästina und Südamerkika unterwegs sind. Der Kurs kann auf die Fachkunde Kinderpsychotherapie für Psychotherapie-Fachärzte nachdem DGPM-Curriculum angerechnet werden.

Die Kursgebühr beträgt 150 EUR
Anmeldung über die website von www.gewiss-ev.de

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