Patientengruppe Junge Erwachsene

Wir sehen junge Erwachsene als eigenständige Gruppe erwachsener Menschen, die sich den spezifischen Lebensaufgaben dieser Lebensphase zu stellen hat und führen diese in eigenen Gruppen, in denen sie sich bei den anderen in ihrer Thematik wiederfinden können, zusammen.

Was beschäftigt junge Erwachsene auf dem Weg in ein gelingendes Leben? Bereits Jugendliche stehen auf dem Weg ins Leben vor herausfordernden Entwicklungsaufgaben, z.B.:

  • Sich dem Kreis der Altersgenossen anschließen und sich dort behaupten können. Bin ich attraktiv genug? Komme ich als Partner/in an?
  • Die Veränderungen des Körpers annehmen können, in die erwachsene Sexualität hineinwachsen. Freundschaften; erste Liebe; erste intime Beziehungen; eine Identität als Mann bzw. Frau entwickeln.
  • Ein neues Selbstbild entwickeln; sich erproben; erfahren, wer man ist, wer man sein kann; die Welt erkunden; prüfen, was möglich ist.
  • Sich gegenüber etablierten Normen der Erwachsenen abgrenzen, opponieren, ablehnen.
  • Entwicklung einer eigenen Weltanschauung; Werte haben im Leben; zu wissen, was ist mir wichtig, welche Maßstäbe lege ich an mich und an andere.
  • Entwicklung einer Zukunftsperspektive, d.h. zu wissen, was man werden will und was man dafür zu tun hat.

Wem es als Jugendliche/m nicht gelungen ist, diese Aufgaben halbwegs ausreichend für sich zu lösen, die/der wird als junge/r Erwachsene/r einen erhöhten gesellschaftlichen Druck erleben. Die Diskrepanz zwischen Lebensalter, das den Menschen als Erwachsenen ausweist, und seiner Lebenssituation, die seine Unselbständigkeit aufzeigt, wird zunehmend als desaströs erlebt. Wo Jugendlichen noch Zeit gegeben wird, sich zu entwickeln, ist bei jungen Erwachsenen der Druck von außen, die Erwartung der Gesellschaft, es nun endlich geschafft zu haben, deutlich größer.

Zum Teil völlig zurückgezogenes Leben bei den Eltern oder in zunehmender Einsamkeit bei immer dünner werdenden Sozialkontakten, gescheiterte schulische oder berufliche Wege bei stetig schwächer werdendem Selbstbewusstsein sind die Folge, ebenso wie depressive Entwicklungen, "Burn-out", Ängste, Leistungsversagen, Suchtverhalten (Medienkonsum) u.a., also Symptome, die auf eine dringende psychotherapeutische Behandlungsbedürftigkeit hinweisen.

Eine Behandlung in Form einer stationären Psychotherapie, wie sie in unser Klinik mit dem multimodalen Therapieangebot, dem dichten Austausch mit anderen Betroffenen der gleichen Lebensphase im engeren und der Therapeutischen Gemeinschaft im weiteren Rahmen und dem familiensystemischen Fokus vorgehalten wird, hilft vielen unserer Patienten, einen entscheidenden und nachhaltigen Schritt in ein wieder selbst gestaltetes Leben vollziehen zu können.

 

 

Folgende Klinik bietet die Behandlung von jungen Erwachsenen an

  • Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

    Familienklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie