Beamte im Vollzugsdienst

Der Beruf des Vollzugsbeamten stellt hohe Anforderungen an die Person. Zum einen sind es gefährliche Einsätze und das Erleben von Extremsituationen, die an die Grenzen der Belastbarkeit führen können.

Auf der anderen Seite steht ein intensiver Bürokratiebetrieb, eine strenge Disziplinierung und hohe eigene und äußere Berufserwartungen. Nicht selten bedeuten auch Mobbing und interne Konflikte erhebliche psychosoziale Stressfaktoren, die in psychosomatische Erkrankungen münden können.

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Belastungen im Vollzugsdienst und Behandlungsmotivationen

Beamte im Vollzugsdienst erleben in ihrer alltäglichen Berufsausübung regelmäßig unvorhersehbare Grenzsituationen, oft gekennzeichnet durch Konflikte und Gewalt. Sie sind gefordert, "die Nerven zu behalten", Ruhe zu bewahren und zu einer Deeskalation beizutragen. Die Spuren, welche derartige Einsätze bei ihnen hinterlassen, werden viel zu selten professionell begleitet und versorgt.

Zu den wesentlichen Belastungen im Vollzugsdienst gehören:

  • die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, das Erleben von schweren Unfällen, häuslicher Gewalt oder Mord
  • der Gebrauch der eigenen Schusswaffe oder eine erlebte Bedrohungssituation
  • Kennzeichnung der alltägliche Arbeitssituation durch zunehmende Komplexität des Aufgabenfeldes, hohen Zeit- und Vorgangsdruck und die ständige Bewältigung von Konfliktsituationen und nicht vorhersehbaren Konstellationen
  • wechselnde Einsatzorte und der Einsatz im Schichtdienst
  • negative Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzten, mangelnde Anerkennung oder die Ignoranz persönlicher oder organisatorischer Probleme
  • sozialer Anpassungsdruck und Mobbing
  • wenig wertgeschätztes und anerkanntes Berufsbild in der Öffentlichkeit
  • Verstärkung solcher Diskrepanzerfahrungen durch ein Auseinanderfallen eigener Berufsvorstellungen mit dem tatsächlichen (häufig disziplinierenden, bürokratischen, hierarchischen) Berufsalltag
  • zunehmende Streitigkeiten, geringe Frustrationstoleranz, Rückzug aus ausgleichenden Freizeitaktivitäten und insgesamt weniger soziales Engagement durch die berufliche Belastung
  • Beziehungstrennungen und Familienkonflikte
  • erhöhter Konsum von Alkohol oder Tabletten zur Entlastung mit dem Risiko einer Suchtentwicklung

Der Schritt zu einer professionellen Unterstützung in Form einer ambulanten oder stationären Psychotherapie fällt oft nicht leicht. Gleichzeitig sind die bestehenden Belastungen nicht von der Hand zu weisen. Als Gründe für die Inanspruchnahme einer stationär-psychosomatischen Behandlung gaben Beamte im Vollzugsdienst selbst an:

Behandlungsindikationen

Unter den Belastungen des Berufsalltags geraten nicht wenige Vollzugsbeamten in einen Zustand körperlicher, geistiger und seelischer Überforderung. Dies ist keineswegs als Zeichen persönlicher Schwäche oder mangelnder Belastbarkeit und Professionalität zu verstehen. Ängste, depressive Episoden, Erschöpfungszustände und traumatische Erinnerungen sind vielmehr ernstzunehmende Symptome psychischer Überlastung und als psychosomatische Erkrankung in der Regel behandlungsbedürftig.

In den Heiligenfeld Kliniken behandeln wir das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen:

  • Angstzustände und Depressionen jeder Art
  • akute und chronische Belastungsreaktionen
  • Erschöpfungs- und Burnout-Zustände, auch mit körperlichen Beschwerden wie Konzentrations- und Schlafstörungen
  • schwere Krisen im Zusammenhang mit Konflikten, Verlusten oder unverarbeiteten Operationen, Unfällen oder Krankheiten
  • Persönlichkeitsstörungen
  • psychosomatische Störungen, z. B. Kopfschmerzen, Herz-, Kreislauf-, Magen-Darm- oder Wirbelsäulenbeschwerden
  • berufliche und persönliche Identitätskrisen
  • Lebenskrisen, Sinnkrisen, Glaubenskrisen
  • Essstörungen und Adipositas
  • Beginnende stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen
  • Sexual- und Beziehungsstörungen
  • Zustände nach psychotischen Episoden

Für eine stationäre Behandlung von Beamten im Vollzugsdienst sind vor allem folgende Indikationen und Problembereiche relevant:

  • Traumatisierung im Dienst und Folgezustände im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung (Dissoziationen, Gefühlsleere, Konzentrationsstörungen, Änderungen im Sozial- und Beziehungsverhalten, Schlafstörungen, Albträume, Vermeidungsverhalten)
  • Depression (mit Gefühlen von Niedergeschlagenheit und Perspektivlosigkeit, Erschöpfungs- und Burnout- Zustände, auch mit körperlichen Symptomen)
  • Persönliche und berufliche Identitätskrisen
  • Beziehungsstörungen
  • Suchtverhalten (Alkohol, Tabletten, Nikotin usw., aber auch Spielsucht, Computer-/Internetsucht, Arbeitssucht, Sexsucht)
  • Psychische und psychosomatische Folgen von Autoritätskonflikten und Mobbing am Arbeitsplatz

Abhängigkeitserkrankungen bei Beamten im Vollzugsdienst

Beamte im Vollzugsdienst begegnen dem enormen Stresspotenzial ihrer Tätigkeit häufig mit dem Konsum von Alkohol und Medikamenten. Oft fehlt das Bewusstsein für das Vorliegen einer Erkrankung. Speziell beim Thema Alkoholkonsum wird allzu leicht bagatellisiert und kleingeredet, der Übergang aus einem Stadium des kritischen Konsums zur Abhängigkeit ist fließend. Eine Depression, Angststörung oder Posttraumatische Belastungsstörung kann Auslöser der Suchterkrankung sein: Alkohol wird dann als Möglichkeit genutzt, mit der Angst besser umgehen zu können. Ebenso kann eine Depression auch als Folge der Abhängigkeit entstehen, in Verbindung mit den beruflichen Belastungen.

In den Heiligenfeld Kliniken behandeln wir Suchterkrankungen nach einem ganzheitlichen Therapiekonzept. Wir legen den Fokus nicht allein darauf, den Konsum des Suchtmittels zu unterlassen. Vielmehr berücksichtigen wir alle Aspekte des Betroffenen und seiner Erkrankung, die aktuellen Lebensumstände, bestehende Belastungen, die biografische Entwicklung und die weitere Perspektive. Wir bieten unseren Patienten einen "Schutzraum", in dem sie offen und ehrlich über sich und ihre Probleme sprechen können. Gefühle der Scham und Unsicherheit, geringer Selbstwert und Selbstzweifel sind häufig zu beobachten. Dem versuchen wir durch eine wohlwollende und die vorhandenen Stärken betonende therapeutische Begleitung zu begegnen. Wir verstehen den Einzelnen zuerst als Menschen und nicht als Patienten.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Art und Schwere der Erkrankung stehen Beamten im Vollzugsdienst unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

1. Kurzzeitgruppe mit intensiver Fokaltherapie

Die intensive Kurztherapie dauert zwei bis drei Wochen. Sie ist geeignet bei beruflichen Identitätskrisen, Lebenskrisen und deutlichen Überlastungsreaktionen. Neben der Möglichkeit zur raschen Regeneration steht hier die fokussierte Bearbeitung der Problemlage und ein verbessertes Selbstmanagement im Vordergrund.

2. Umfassende stationäre Psychotherapie

Eine umfassende stationäre Psychotherapie ist angezeigt bei allen wesentlichen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Es sind in der Regel mindestens sechs Wochen Behandlung erforderlich, um einen tiefergehenden und nachhaltigen Veränderungsprozess einzuleiten.

Therapieangebot

Zu Beginn der stationären Behandlung wird jeder neu aufgenommene Patient einer sogenannten "Kerngruppe" zugeordnet. In dieser aus acht bis neun Personen bestehenden Gruppe findet während der gesamten Behandlungsdauer dreimal wöchentlich Therapie statt. Die therapeutische Methode integriert verschiedene Behandlungsansätze (tiefenpsychologisch, systemisch, gestalttherapeutisch u. a.) und fördert eine bewusste, intensive Auseinandersetzung mit persönlichen und beruflichen Lebensthemen. Die feste Bezugsgruppe erleichtert die Öffnung in einer unterstützenden und tragenden Atmosphäre, ermöglicht korrigierende Beziehungserfahrungen und unterstützt den therapeutischen Prozess.

Neben dieser Kerngruppentherapie als zentralem Element der stationären Behandlung werden auch störungsbezogene Therapien angeboten. Hier werden sowohl Informationen zum jeweiligen Krankheitsbild vermittelt als auch Möglichkeiten des Umgangs mit den Symptomen erarbeitet. Unser Ziel ist es, unseren Patienten zu einem selbstbestimmten Leben zurück zu verhelfen, welches nicht von der Erkrankung dominiert wird.

Verschiedene kreativ- und körpertherapeutische Angebote erweitern zusätzlich die gesprächsorientierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie auf sinnvolle Weise.

Weiterhin sind Sprechstunden und Sozialberatung für berufsbezogene Probleme Teil des therapeutischen Angebots.

Typische Themen sind hier:

  • berufliche Wiedereingliederung, Neuorientierung, Entwicklung einer beruflichen Perspektive,
  • Verweis auf polizeiärztliche und psychologische Dienste und Mobbingberatung in der Heimatregion,
  • Hinweise auf Weiterbildungsmöglichkeiten und Kompetenzerweiterung,
  • Tipps für den Umgang mit Untergebenen, Vorgesetzten und Kollegen der gleichen Dienststufe,
  • versicherungsrechtliche Fragen und Frühberentung/Berentung.

Vorträge, Seminare und Workshops

Die Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen engagieren sich für die Förderung der Gesundheit durch Prävention, Therapie und Nachsorge.

Sie können sich „Heiligenfeld an die Behörde“ holen! Wir bieten Ihnen Workshops und Seminare rund um das Thema Burnout und Burnout-Prävention.

Gerne konzipieren wir auch nach Ihren Vorstellungen eine Veranstaltung bei Ihnen vor Ort, als Vortrag oder Seminar.

Für weitere Fragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Corinna Schumm - Gesundheitsreferentin
Tel: 0971 84-4303
E-Mail: corinna.schumm@heiligenfeld.de

Downloads

Nachfolgend finden Sie den Prospekt zur Behandlung von Vollzugsbeamten in den Heiligenfeld Kliniken. Weiterhin können Sie den aktuellen Newsletter herunterladen.

Prospekt "Behandlung von Vollzugsbeamten"

Newsletter "Beamte im Vollzugsdienst"

Folgende Heiligenfeld Kliniken bieten ein spezielles Angebot für Beamte im Vollzugsdienst

  • Parkklinik Heiligenfeld

    Privatkrankenhaus für psychische und psychosomatische Erkrankungen für Privatversicherte und Selbstzahler
  • Heiligenfeld Klinik Berlin

    Psychosomatische Privatklinik für Privatpatienten und Selbstzahler
  • Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach

    Psychosomatische Privatklinik für Privatpatienten und Selbstzahler im Allgäu

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