Paartherapie

Psychische Störungen stellen nicht nur für den erkrankten Menschen, sondern auch für seine (engeren) Mitmenschen eine erhebliche Belastung dar. Insbesondere in einer Partnerschaft kommt es durch die Erkrankung zu teilweise massiven Problemen in den Bereichen Kommunikation, Gefühlsleben oder Sexualität. Die Partner entfremden sich, die Beziehung nimmt Schaden. Ebenso kann es sein, dass konflikthafte Beziehungsmuster einer Genesung im Wege stehen und diese erschweren. Sucht sich der oder die Betroffene therapeutische Hilfe, kann der Partner bewusst oder unbewusst einen Vorbehalt gegenüber der Therapie haben. Umgekehrt sind Partner ebenso in der Lage, durch Zuwendung oder Entlastung die Beschwerden zu verstärken. Und auch chronische körperliche Erkrankungen eines Partners üben einen großen Effekt auf die Beziehung aus und führen mitunter zu erheblichen psychischen Belastungen. 

Forscher plädieren dafür, die Behandlung einer Depression - wenn möglich - stets unter Einbezug des Partners durchzuführen. Auch bei Abhängigkeitserkrankungen zeigt sich die Problematik besonders in Partnerschaften. Häufig gelingt eine Stabilisierung nur gemeinsam. Eine Paartherapie unterstützt darin, Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit gleichzeitig ernst zu nehmen und zu behandeln, auch um einen wirksamen Transfer in den Alltag zu ermöglichen.

Allgemein gilt: Eine gemeinsame Behandlung hilft dabei, aus zerstörerischen Mustern auszusteigen. Unbewusste destruktive Zusammenspiele eines Paares und deren zugrunde liegenden Konflikte werden in einer gemeinsamen Arbeit leichter aufgedeckt. Dadurch ist die Therapie wirksamer und nachhaltiger.

Behandlungsindikationen

In den Heiligenfeld Kliniken behandeln wir das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen. Eine stationäre Paartherapie ist hilfreich, wenn Partner an einer der folgenden Störungen leiden:

  • Depression
  • Angsterkrankungen aller Art (Phobien, Panikstörung, Zwänge)
  • Erschöpfungssyndrome, Burnout-Zustände
  • Akute und chronische Belastungsreaktionen
  • Alkohol- und Medikamentenmissbrauch
  • Beginnende Abhängigkeitserkrankung
  • Lebenskrisen, Sinnkrisen, Bilanzkrisen
  • Berufliche und persönliche Identitätsstörungen
  • Essstörungen
  • Somatoforme Schmerzstörung / chronische Schmerzzustände
  • Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

Abhängigkeitserkrankungen in der Partnerschaft

Bei Abhängigkeitserkrankungen versuchen die Betroffenen oft – in der trügerischen Überzeugung, dieses Problem alleine bewältigen zu können – ihre Probleme vor der Umgebung zu verstecken. Sie verbrauchen viel physische und psychische Kraft, um die Erkrankung zu vertuschen und ein "normales" gesellschaftliches Leben vorzutäuschen. Früher oder später wird das unmittelbare soziale Umfeld – z. B. der Lebenspartner – mit einbezogen: Dieser hilft unbewusst dabei, ein Konstrukt aus Lügen, Ausreden und Verharmlosungen aufzubauen.

Die Partner handeln oft in der festen Überzeugung, den Betroffenen damit zu unterstützen. Auf diese Weise "helfen" co-abhängige  Angehörige unter großem Kraftaufwand oft über viele Jahre. Tatsächlich tragen sie aber durch ihr Verhalten dazu bei, dass der Abhängige seine Sucht aufrechterhalten kann. Anstatt tatsächlich zu helfen, verlängert so der Co-Abhängige den Krankheitsverlauf des Suchtkranken. Je mehr der Konsum außer Kontrolle gerät, desto mehr hat der Co-Abhängige das Gefühl, zu versagen und gerät selbst an die Grenzen seiner körperlichen und seelischen Kräfte. Viele stressbedingte Symptome bis hin zu ausgeprägten körperlichen und psychosomatischen Erkrankungen sind die Folge. Die mitleidenden Partner werden selbst zu Leidenden.

Eine stationäre Paartherapie in den Heiligenfeld Kliniken unterstützt beide Partner darin, sich der ablaufenden Prozesse und Dynamiken bewusst zu werden. Jeder gewinnt Verständnis für seine Rolle und seine Verantwortung. Durch die Distanzierung vom gewohnten Lebensumfeld können Verhaltensänderungen leichter umgesetzt und erprobt werden. Die therapeutische Begleitung gibt den notwendigen Rahmen vor, in dem offen über die Beziehung gesprochen werden kann.

Therapiekonzept

Den Schwerpunkt der Behandlung bildet die dreimal wöchentlich stattfindende Kerngruppentherapie. Dort werden zugrundeliegende Konflikte individuell bearbeitet. Regelmäßige Paar- und Einzelgespräche helfen dabei, den Fokus zu bewahren und den Therapieprozess zu vertiefen. In weiteren Gruppen werden gemeinsame Verstrickungen aus Herkunftssystemen aufgedeckt. Ebenso können gemeinsam Techniken der Entspannung, Konzentration und Sammlung erlernt werden. Die Paare können individuell an kreativen und körpertherapeutischen Gruppen teilnehmen.
Neben der Bearbeitung bestehender Konflikte liegt ein Hauptziel der Paartherapie darin, gesunde Strukturen zur Kommunikation und Problemlösung zu etablieren.

Downloads

Hier können Sie den Prospekt zur Psychotherapie für Paare in den Heiligenfeld Kliniken herunterladen.

Prospekt "Paarbehandlung"

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