Gib Mobbing keine Chance

Der 22. Februar ist internationaler „Behaupte-dich-gegen-Mobbing“-Tag. Weltweit wird an diesem Tag auf die Problematik des Mobbings aufmerksam gemacht und dazu aufgerufen, gegen Mobbing zu handeln. Beim Mobbing geht es um gezielte, systematische und über einen längeren Zeitraum laufende Schikanen, Bedrängungen, Attacken und Angriffe, um jemanden auszugrenzen, abzuwerten und/oder vom Arbeitsplatz zu verdrängen. Das Vorgehen hierbei kann sowohl direkt als auch indirekt erfolgen.

Mobbing am Arbeitsplatz

Besonders am Arbeitsplatz ist Mobbing ein häufiges Problem. Laut des Mobbing-Reports aus dem Jahr 2002 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz sind rund 1 Mio. Erwerbstätige in Deutschland davon betroffen. Personen in sozialen Berufen tragen das stärkste Mobbing-Risiko, wobei auch andere Berufsfelder wie Verkaufspersonal oder Bank-, Bausparkassen- und Versicherungsfachleute eine hohe Mobbinggefährdung aufweisen. Zudem besitzen Frauen ein 7-%-höheres Risiko gemobbt zu werden als Männer. Die häufigsten Mobbinghandlungen am Arbeitsplatz sind Gerüchte und die falsche Bewertung von Arbeitsleistung, gefolgt von permanenten Stichelleien und der Verweigerung wichtiger Informationen.

Opfer werden häufig täglich oder mehrmals die Woche gemobbt, insbesondere von Vorgesetzten, aber auch von ihren Kollegen oder selten von Untergebenen. Laut befragten Mobbingopfern sind hierbei in über 50 % der Fälle die unerwünscht geäußerte Kritik oder das als Konkurrenz wahrgenommen werden, Motive für das Mobbing am Arbeitsplatz. Die Ausprägung der Unternehmenskultur und Personalentwicklung spielen bei diesem Phänomen eine große Rolle.

Folgen von Mobbing

Opfer von Mobbing können enorme Schäden davontragen. Fast 90 % der Mobbingopfer nehmen psychische und physische Probleme wahr. Beispiele hierfür sind Schlafstörungen, Panikattacken, eine Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls bis hin zu psychischen Erkrankungen oder körperlichen Beschwerden wie Magen-Darm-Problemen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 30 % der Befragten erkrankten langfristig, fast 20 % mussten eine Kur antreten und über 15 % begaben sich in stationäre Behandlung. 

„Wenn Sie am Arbeitsplatz von Mobbing betroffen sind, zögern Sie nicht lange! Mobbing kann für viele Menschen eine Abwärtsspirale darstellen und zu psychosomatischen Erkrankungen wie Depression oder Angststörungen führen. Nur sehr selten wird es mit der Zeit von alleine besser, sondern im Regelfall spitzt sich die Situation eher zu. Suchen Sie sich professionelle Unterstützung, um Auswege und eine adäquate Lösung zu finden“, so Sven Steffes-Holländer, Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin.

Neben den körperlichen und psychischen Beschwerden hat die Mobbingsituation für einige Betroffene auch eine Veränderung am Arbeitsplatz oder gar in der Karriere zu Folge. Opfer kündigen, stimmen einer Versetzung zu oder werden zwangsversetzt.

Tipps gegen Mobbing

Mobbing beeinflusst die Lebensqualität der Opfer schwerwiegend. Um bestmöglich dagegen vorzugehen, gibt es jedoch für verschiedene Ansatzpunkte Strategien und Möglichkeiten.  

1) Im Arbeitskontext können beispielsweise eine klare Arbeitsorganisation, offensive Informationspolitik und Sensibilisierung Abhilfe leisten. Außerdem sollte eine Mitbestimmung der Mitarbeitenden bei Planungs- und Entscheidungsprozessen gefördert werden. Schulungen zu Mitarbeiterführung, Kommunikation, Teambildung und Konfliktmanagement bieten sich unterstützend an.

2) Für Betroffene ist es wichtig, Grenzen aufzuzeigen und klarzumachen, dass man sich nicht alles gefallen lässt. Strahlen Sie Selbstbewusstsein aus – viele Mobber suchen sich genau die Personen aus, die für sie ein “leichtes Ziel” sind und von denen keine Gegenwehr erwartet wird. Zudem kann es hilfreich sein, sich Personen anzuvertrauen und sie auf die Situation aufmerksam zu machen. Zum einen stärkt es den Betroffenen selbst, da er die Belastung teilen kann, zum anderen bietet dies eine bessere Möglichkeit, den Mobber mit Zeugen zu konfrontieren. Hierfür bietet sich auch ein „Mobbingtagebuch“ an, indem alle Mobbinghandlungen notiert werden.

3) Auch Außenstehende können etwas tun. Zunächst sollte ein Gespräch mit dem Opfer gesucht werden, indem Mut gemacht wird zu handeln und eventuell abgesprochen wird, was die nächsten Schritte sein könnten. Weiter könnte versucht werden, das Selbstbewusstsein des Betroffenen zu stärken und zu verdeutlichen, dass dieser nicht alleine ist.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

Sie finden diesen Beitrag interessant? Dann teilen Sie ihn gerne.

Unsere Kliniken | Krankheitsbilder | Therapiekonzept

Unsere Kliniken

Zu den Heiligenfeld Kliniken gehören 7 Kliniken an 5 Standorten.

Krankheitsbilder

Wir behandeln psychosomatische und somatische Krankheiten.

Therapiekonzept

In unseren Kliniken finden Sie ein "Zuhause auf Zeit".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.