Liebe-Installation leicht gemacht

Im Plenum am vergangenen Dienstag lasen zwei Patientinnen zum Abschied einen wunderschönen Text vor, den wir gerne mit Ihnen teilen möchten. Leider konnten wir auch nach intensiver Recherche den Verfasser nicht herausfinden. Für Hinweise sind wir sehr dankbar.

Valentinsherzen_FOX_120214_05Anruf bei einer Hotline:

Anrufer: Hi, ich hab hier ein neues Programm, das würde ich gern auf meinem persönlichen System installieren. Es heißt LIEBE. Was soll ich denn da als erstes machen?

Hotline: Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?

Anrufer: Ach so, das ist der Trick! Ich hab’s immer auf der Hauptpartition KOPF versucht. Na gut, ich probier das mal … Mist, HERZ ist aber ziemlich voll!

Hotline: Machen Sie mal den Task-Manager auf und gucken unter „Prozesse“. Was läuft denn da so?

Anrufer: Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe – boah, das krallt sich fast den ganzen Speicher!

Hotline: Kein Problem. LIEBE wird vieles davon automatisch aus Ihrem Betriebssystem raushauen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird aber keine anderen Programme mehr stören. Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation selber vollständig löschen.

Anrufer: Nein! Das ist ein ganz wichtiges gutes altes Stück! Das hat mich Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zu sammeln! Muss das wirklich raus?

Hotline: Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie so oft laufen, bis Geiz.com und die Alten_Verletzungen vollständig raus sind.

Anrufer: Na gut, wenn’s sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft … He! Da steht jetzt: „ERROR 490 – Programm läuft nicht auf internen Komponenten”. Was soll denn das?

Hotline: Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich sag’s mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es andere lieben kann.

Anrufer: Hä?

Hotline: Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?

Anrufer: Ja, hab ich.

Hotline: Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie die in den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen die immer wieder zurück.

Anrufer: LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?

Hotline: Ja, so gehört das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie diese Nachricht?

Anrufer: Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?

Hotline: Ja, aber denken Sie dran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen, damit Sie an die Upgrades rankommen.

Anrufer: Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc und lauter so Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!

Hotline: Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten Sie gut alleine weiterkommen.

Anrufer: Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.

Hotline (lacht): Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter, den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.

Anrufer: Gebongt, will ich gern machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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12 Antworten

    1. Danke für den Hinweis.Leider funktioniert der Link nicht 🙁 Im Internet findet man die Geschichte sehr häufig, nur leider immer ohne richtige Quellenangabe. Irgendwer muss sie ja verfasst haben. Wenn jemand den Autor kennt, dann freuen wir uns über einen Hinweis.

  1. Hallo Frau Schmitt,

    leider kann ich Ihnen auch nicht sagen, woher der Texr kommt. Aber vielleicht hilft es doch weiter, wenn ich Ihnen “verrate”, dass dieser Text als Sketch schon beim Sommerfest der Rosengarten_Klinik 2012 am 16. Juni mit viel Erfolg gebracht worden ist. Zwei Patientinnen haben damals den Rosensaal zum Toben gebracht.

    Liebe Grüße

    Helga Freyer

    1. Liebe Frau Freyer,
      das ist ja super! So zieht dieser Text sich wohl schon eine längere Zeit durch Heiligenfeld. 🙂 Er ist ja auch wirklich schön.
      Danke für den Hinweis!
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
      Ihre Kathrin Schmitt

  2. Ich war bei Euch und werde die Zeit mit soviel LIEBE nie vergessen. Heiligenfeld war das beste was mir je passieren konnte. DANKE……..

    1. Liebe Frau Weber,
      vielen Dank für Ihr positives Feedback!! Es freut mich sehr, wenn Sie sich bei uns wohlgefühlt haben. Das ist für uns das schönste Kompliment.
      Herzliche Grüße und auch für Sie ein schönes Wochenende!
      Ihre Kathrin Schmitt

        1. Lieber Manfred,
          leider ist auch das nicht der Verfasser. Im Text oberhalb der Geschichte steht auch, dass sie nach dem Original-Urheber suchen …
          Trotzdem danke 😉
          Liebe Grüße
          Kathrin

  3. Diesen Text hatte ich das erste mal ca. Mitte der 90er in den Fingern.

    Die erwähnten Dateiendungen .com .exe .txt waren damals ja noch von Bedeutung, vor allem, wenn man DOS-Rechner hatte, musste man die Endung ja immer angeben, z.B. type readme.txt. Auch die verwendeten Verzeichnisstrukturen (Partitionen, Unterverzeichnisse) sind nicht wirklich aktuell. Ein Anachronismus ist aber die Datei Alte_Verletzungen.exe – mehr als 8 Buchstaben ging damals nicht, deswegen sind die anderen Namen auch so kurz.

    Wäre der Text später verfasst worden, wäre sicher die Rede vom Desktop, von mausgestützter Bedienung, von schreibgeschützten Dateien/Ordnern wie z.B. der eingeschnappt.dll oder dem EgoSystem32, natürlich auch von BeziehungsAdministratoren und Zugriffsrechten anderer Nutzer aufs eigene Herz usw. Man sagt heute nicht mehr wirklich vernetzen, da würde wohl eher eine geschützte P2P-Verbindung mithilfe von LoveTunneling durchs Internet aufgebaut. Zwar wäre Liebe weiterhin Freeware, aber mehr als das noch open source, und außerdem auch als App fürs Handy/Tablet erhältlich.

    Den Autor im Jahr 2014 ausfindig zu machen dürfte schwierig bis unmöglich werden, auch weil ich denke, dass es eine Übersetzung aus dem Englischen ist. Nichtsdestotrotz ein interessanter Text.

    Liebe Grüße
    Christian

  4. Der Text ist wirklich schön und herrlich schnörkellos.
    Sogar mir rätselhafte PC-Prozesse wurden ein wenig entschleiert, notwendige Herz-Prozesse auf freundliche
    Art in Erinnerung gebracht.
    Auch eine interessante Idee, die Liebe-Installation mithilfe einer geschützten Verbindung, LoveTunneling etc.
    in die JetztZeit zu transferieren. Die vorhandene Version wirkt tatsächlich etwas veraltet.
    Auf jeden Fall habe ich mich gefreut, den Text gerade im Blog gefunden zu haben.
    Beste Grüße
    Angela

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