55plus

Viele Berufstätige haben eine erfüllende Vorstellung ihres Ruhestands. Interessen, Hobbies und Leidenschaften, die bisher hinter der Arbeit zurückstehen mussten, können nun mit Schwung angegangen werden, voller Freude und Begeisterung. Oder?

Tatsächlich sieht die Wirklichkeit oft anders aus. Was als Sehnsuchtsphantasie noch wunderbar funktionierte, erweist sich leider allzu häufig als etwas, dass der Realität jenseits des Arbeitslebens nicht lange standhält. Viele Menschen verspüren einen Verlust an Freude und Aktivität, sobald der Alltag nicht mehr einem geregelten zeitlichen Ablauf folgen muss.

So paradox es klingen mag: Endlich hat man Zeit für all das Schöne im Leben, muss aber letztlich zugeben, dass man es sich schöner vorgestellt hat! Zusätzlich bedeutet der Austritt aus dem Berufsleben häufig auch einen Verlust an sozialer Teilhabe und Begegnung.

Das Erleben, nicht mehr “gebraucht” zu werden, kann sich deutlich auf das Selbstwertgefühl auswirken; besonders dann, wenn man bisher beruflich stark eingebunden war und beispielsweise Führungsverantwortung übernommen hatte. Sozusagen “von heute auf morgen” der jahrzehntelangen Aufgabe nicht mehr nachkommen zu müssen, bedeutet für viele eine massive Veränderung des Alltags, die verkraftet werden muss.

Eine entscheidende Frage lautet: Was gibt mir Sinn in meinem Leben? Damit gemeint ist einerseits eine Wertschätzung dessen, was in der beruflichen Laufbahn erreicht wurde, andererseits der Blick nach vorne. Zentral ist, den neuen Alltag so zu gestalten, dass sich ein Gefühl der Befriedigung und Erfüllung einstellen kann.

In den Heiligenfeld Kliniken bieten wir ein umfassendes und auf die individuellen Bedürfnisse unserer Patient*innen anpassbares Behandlungskonzept – egal, ob jemand kurz vor dem Austritt aus dem Berufsleben steht oder diesen Schritt bereits vollzogen hat.

Wir behandeln das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen:

  • Angstzustände und Depressionen jeder Art
  • akute und chronische Belastungsreaktionen
  • Erschöpfungs- und Burnout-Zustände
  • schwere Krisen im Zusammenhang mit Konflikten, Verlusten oder unverarbeiteten Operationen, Unfällen oder Krankheiten
  • Persönlichkeitsstörungen
  • psychosomatische Störungen, z.B. Kopfschmerzen, Herz-, Kreislauf-, Magen-Darm- oder Wirbelsäulenbeschwerden
  • berufliche und persönliche Identitätskrisen
  • Essstörungen und Adipositas
  • beginnende stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen
  • Zustände nach psychotischen Episoden

 

Daneben bieten wir Unterstützung bei den folgenden konkreten Problemen und Schwierigkeiten:

  • schwere Krisen im Zusammenhang mit dem Älterwerden (Ausscheiden aus dem Berufsleben, Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit)
  • Sinnkrisen, Lebenskrisen, Glaubenskrisen
  • deutlicher Abfall der körperlichen und/oder geistigen Leistungsfähigkeit
  • Partnerschaftsprobleme und Beziehungsstörungen

Zentrales Element der Behandlung in den Heiligenfeld Kliniken ist die dreimal wöchentlich stattfindende Kerngruppentherapie. In der vertrauensvollen Atmosphäre dieser Kleingruppe können wesentliche Themen bearbeitet werden. In der gemeinsamen Arbeit werden verschiedenartige Interessen geweckt, Ressourcen belebt und neue Bewältigungsstrategien entwickelt.

Typische Inhalte dieser Arbeit sind:

  • Bewältigung von Depression und Ängsten
  • Finden neuer Ansätze in schwierigen Familienkonstellationen
  • Wahrnehmung möglichen selbstschädigenden Verhaltens
  • Sinnfragen und weitere Lebensgestaltung
  • bewusstes Akzeptieren von Krankheiten
  • Umgang mit dem Älterwerden
  • Auseinandersetzung mit dem näher rückenden Lebensende

 

Neben der Kerngruppentherapie bieten wir eine Vielzahl kreativ- und körpertherapeutischer Gruppen, welche die gesprächsorientierte Psychotherapie wirksam ergänzen und unterstützen. Hierdurch kann ein leichterer Zugang zum Gefühls- und Körpererleben geschaffen werden. Der therapeutische Prozess wirkt intensiver und nachhaltiger.

Das in unseren Kliniken gelebte Konzept der therapeutischen Gemeinschaft ist ein wichtiger Rahmen für die Genesung unserer Patient*innen. Hier kommen Menschen aller Altersstufen zusammen, tauschen sich aus und bereichern das therapeutische Feld durch ihre unterschiedliche Lebenserfahrung. Ebenso ist die Gemeinschaft ein wesentliches Element unserer milieu- und soziotherapeutischer Arbeit. Die Beteiligung der Patient*innen an der Organisation und Gestaltung der Klinikabläufe fördert zudem die Fähigkeit, lebenspraktische Aufgaben zu bewältigen und trägt zu eigenverantwortlichem Handeln bei.

Nachfolgend finden Sie den Flyer zu unserem Behandlungskonzept “55plus”. 

Flyer “55Plus”