Dr. Hartl: Der Wald ist ein heilsamer Naturraum

Bad Kissingen – Was wir schon lange spüren und wissen beziehungsweise was wir wissen und umsetzen sollten, wurde bei dem Vortrag von Ökomediziner Dr. Arnulf Hartl anschaulich wissenschaftlich belegt: Bewegung und Aufenthalt in der Natur tut uns allen gut. Sei es das Plätschern eines Baches oder das Rauschen von hohen, alten Bäumen: Jeder der dies mit allen Sinnen erlebt hat, behält diese Erfahrung in Erinnerung.

In der Kooperationsveranstaltung des Bund Naturschutz (BN) Kreisgruppe Bad Kissingen, der Akademie Heiligenfeld GmbH sowie des Naturparks und Biosphärenreservat Bayerische Rhön setzte am 19. September der Leiter des Instituts Ökomedizin aus Salzburg den Schwerpunkt auf Bewegung in freier Natur (Green exercise) und stellte die Untersuchungen zum Einsatz von natürlichen Gesundheitsressourcen zur Therapie und Prävention von Zivilisationserkrankungen vor.

Die Leiterin der Akademie Heiligenfeld Anita Schmitt freute sich über den hohen Zuspruch im Publikum und die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem BN und dem Biosphärenreservat. Dr. Joachim Galuska, Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld Kliniken begrüßte die neue Fachrichtung Greencare, die neben dem Kontakt und der Verbundenheit zur Natur auch Bewegung und Arbeit in der Natur als Heilmittel ansieht. Elisabeth Assmann vom Bund Naturschutz moderierte die Veranstaltung und wies auf die Unzahl an Zeitschriften hin, die schon im Titel mit Natur, Liebe und Lust werben. Die Sehnsucht nach Heimat vor allem in der intakten Natur sei überall zu finden. Dem widerspräche aber, dass immer mehr Menschen in der Stadt lebten und immer weniger Kontakt und Kenntnis über die Natur hätten.

Dr. Hartl sieht in dem hohen Anteil an Wald und Natur für den Bäderlandkreis Bad Kissingen eine Chance für tragfähige, zukunftsträchtige Gesundheitsprojekte. Erstmals in der Geschichte der Menschheit lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Dies führt zu einer zunehmenden Entfremdung von der natürlichen Umwelt. Die Urbanisierung verändert den Lebensstil. Bewegungsarmut, Lärm und geänderte Essgewohnheiten führen zu Zivilisationskrankheiten wie Herzerkrankungen, Diabetes, mentale Probleme und Rückenbeschwerden.

Besonders ging er auf den Wald als heilsamen Naturraum ein. Hier brachte er Beispiele aus Japan. Dort ist das sogenannte Waldbaden ein Eckpfeiler der staatlichen Gesundheitsfürsorge. Der Immunologe Dr. Hartl verweist hier aber auf den noch hohen wissenschaftlichen Forschungsbedarf. Interesse weckten auch die Beispiele aus den Forschungen seines 2015 gegründeten Institutes für Ökomedizin in Salzburg physische (wie etwa Rückenschmerzen) und psychische Leiden durch anstrengendes Bergwandern und anschließendes Thermalbaden zu lindern. Kurz ging Dr. Hartl auch auf die Heilwirkung von Heilwässern ein, die sicherlich nicht uninteressant für den Bäderlandkreis ist. Als Mitglied der Arbeitsgruppe „sustainable tourism (nachhaltiger Tourismus)“ der Alpenkonvention kann Dr. Hartl sicher auch in Zukunft noch wertvolle Anregungen für den Bereich Gesundheitstourismus liefern.

Von links: Claus Schenk (Biosphärenreservat & Naturpark Bayerische Rhön), Elisabeth Assmann (Bund Naturschutz), Referent Dr. Arnulf Hartl, Dr. Joachim Galuska (Gründer und Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld Kliniken), Anita Schmitt (Leiterin Akademie Heiligenfeld). Foto: Ingo Queck

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