Offener Brief: Künstler protestieren gegen Zerstörungen im Wald für die Seele

Nachdem sich mittlerweile 353 Bürgerinnen und Bürger in die Onlinepetition "Wir protestieren gegen die Zerstörungen im Wald für die Seele" eingetragen haben, meldet sich nun auch Frau Thea Keßler als Vertretern der Kunstschaffenden im "Wald für die Seele" mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen der Stadt Bad Kissingen zu Wort. Thea Keßler und die Mitunterzeichner des Offenen Briefes sind bestürzt über die Entwicklungen. Sie sagt, "gerade Bad Kissingen als Kulturstadt kann eigentlich stolz sein auf solche Kunstentwicklungen in seiner Region." Erinnern möchte sie auch daran, dass das Projekt "Wald für die Seele" am 12. April 2018 als Bestandteil des Kunstfestivals "Kunst und gesund" des "Stadtkultur Netzwerk Bayerischer Städte" eröffnet wurde.

Wie wir bereits mehrfach berichtet haben, hat die Stadt Bad Kissingen im "Wald für die Seele", für den die Stiftung Bewusstseinswissenschaften einen Nutzungsvertrag hat, 48 Bäume fällen lassen. Durch die Kollateralschäden durch Rückemaschinen sind insgesamt über 100 Bäume zerstört worden, die teilweise über 100 Jahre alt waren. Anfang August hat Dr. Joachim Galuska, Gründer und Vorsitzender der Heiligenfeld Klinken sowie Initiator und Kurator der Stiftung Bewusstseinswissenschaften, die ordentliche Kündigung des Nutzungsvertrags für den "Wald für die Seele" vom Oberbürgermeister der Stadt Bad Kissingen, Kay Blankenburg, erhalten.

 

Offener Brief der AG Künstler im Wald für die Seele

Wir Kunstschaffenden im Wald für die Seele sind bestürzt und empört über die durchge-führten Verkehrssicherungsmaßnahmen in einem Naturschutzgebiet. Baumfällungen, Wald- und Wegeschäden haben auch unsere Kunstwerke teilweise erheblich verwüstet. Dies ist besonders augenscheinlich und zerstörerisch am Landschaftskunstwerk „Lebenslauf“ ge-schehen.

Für uns Künstler ist der Wald für die Seele ein einzigartiges und sensibles Projekt der Ver-bindung von Kunst und Natur, Seele und Wald. In der Präambel der Nutzungsvereinbarung heißt es: „Die Grundidee besteht darin, Pflanzen und Bäume so zu nutzen und gegebenenfalls zu gestalten, dass sie unterschiedliche Seelenerfahrungen anstoßen. Sukzessive sollen also Pflanzen- und Landschaftskunstwerke (Besinnungsstationen) zu unterschiedlichen Themen entstehen.“ Bis heute sind hier bereits eine ganze Reihe von Landschafts- und Pflanzenkunst-werken entstanden:

  • Lebenslauf: mit Stationen für Geburt und Kindheit, Jugendzeit, Erwachsensein, Bilanzzeit, Alter und Sterben (T. Keßler, B. Gößmann-Schmitt)
  • Märchenbaum:  "Wie die Trauerweide einst entstand" (K. Hubl)
  • Poesiebaum: "Der Baum" (K. Hubl),
  • Medizinrad der Indianer (U. Galuska),
  • Himmelsleiter: Christentum (H. Droll),
  • Labyrinth: (J. Galuska)
  • Iglu: (G. Neugebauer)
  • Umsicht:  (K. Hubl)

Weitere sind bereits in Arbeit bzw. in Planung.

Wir halten Pflanzen- und Landschaftskunst für eine innovative und hochmoderne Kunst-richtung und sehen es als wichtige und bedeutende Chance, dass diese Kunstrichtung in der Kulturstadt Bad Kissingen Raum bekommt und sich entwickeln kann. Deswegen sind wir der Stiftung Bewusstseinswissenschaften ausgesprochen dankbar für ihre Förderung und ihre Integration in das Projekt. Umso befremdeter sind wir, dass die Stadt Bad Kissingen die Nutzungsvereinbarung mit der Stiftung Bewusstseinswissenschaften gekündigt hat und damit ihr Desinteresse an diesem Projekt und den damit verbundenen innovativen Ansätzen zum Ausdruck gebracht hat.

Wir fragen die Verantwortlichen der Stadt Bad Kissingen, wie sie mit unseren Kunstwerken nach Ablauf der Nutzungsvereinbarung umzugehen plant. Wir appellieren an alle Verant-wortlichen, unsere Arbeiten nicht weiter zu beschädigen und eine nachhaltige und dauerhafte Lösung für das Bestehen des Waldes für die Seele zu ermöglichen.

Unterzeichnet von:

Thea Keßler

Bernhard Gößmann-Schmitt

Kathrin Hubl

Helmut Droll

Uta Galuska

Georg Neugebauer

 

 

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