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Suche nach Prädiktoren für Störungsbilder aus Laborwerten psychosomatischer Patienten

Dzenan Kilalic (Promotion Medizin Universität Regensburg)

In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob man bei Patienten der Heiligenfeld Kliniken Anzeichen von entzündlichen Veränderungen im Blut nachweisen kann. Dies war der Fall und häufte sich vor allem in den Patienten, die den burnout-spezifischen Typ B des AVEM aufweisen.

Zusammenfassung

Die heutige Gesellschaft wird mehr und mehr durch Stress beeinflusst. Druck am Arbeitsplatz, ein Übermaß an Arbeit und der Mangel an Erholungsmöglichkeiten führen zu emotionaler Erschöpfung, zur Entwicklung von Zynismus und zur verminderten professionellen Effizienz. Dieser Symptomkomplex wird auch als Burnout bezeichnet. Davon betroffene Menschen bedürfen spezieller Therapien und bleiben der Arbeit fern. Somit ist Burnout nicht nur ein gesellschaftliches Problem, es entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Zahlreiche Studien konnten belegen, dass kurzfristiger Stress zu vorübergehenden Veränderungen bestimmter Blutwerte führt. Es stellt sich die Frage, ob Patienten, die längerfristigen Stress ausgesetzt waren und die nachweislich einer Risikogruppe für die Entwicklung von Burnout angehören, ebenfalls veränderte Blutwerte aufweisen. Von zusätzlichem Interesse war, ob bei Vorhandensein einer entzündlichen Veränderung im Blut sich diese einem bestimmten Mustertyp im AVEM zuordnen lassen könnte.

In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob man bei Patienten der Heiligenfeld Kliniken Anzeichen von entzündlichen Veränderungen im Blut nachweisen kann. Dabei handelt es sich um eine retrospektive Untersuchung bereits vorhandener Blutwerte aus der Datenbank der Heiligenfeld-Kliniken. Bei der Blutabnahme wurden neben dem Blutbild, auch Glukose, Leberenzyme und der Grundstatus der Lipide (Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride) bestimmt. Die Werte dieser Parameter sowie der Mustertyp aus AVEM standen für jeden Patienten zur Verfügung. Folgende Parameter, die einen Hinweis auf eine entzündliche Veränderung im Körper geben können, wurden speziell ausgewählt:

  • Leukozyten und Thrombozyten
  • Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit
  • MCV und MCH
  • GGT, GPT, GOT
  • Glucose (nüchtern)
  • Gesamt-, LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyceride

Ergebnisse

Alle ausgewählten 15 Parameter konnten bei einem gewissen Prozentsatz der Patienten im Sinne einer Entzündung verändert nachgewiesen werden. Veränderungen der Blutwerte fanden sich in allen vier Mustertypen gleichermaßen. Erst bei näherer Betrachtung der Minimal- bzw. Maximalwerte war eine klare Trennung der Gruppenunterschiede möglich. Höchstwerte kommen fast ausschließlich in den Mustertypen A und B vor (p < 0,001).

Diskussion

Jeder der ausgewählten 15 Parameter für sich zeigt Veränderungen, die im Rahmen eines entzündlichen Prozesses so zu erwarten wären. Doch nicht nur Entzündungen führen zu den gefundenen Veränderungen, es kann auch eine Vielzahl anderer Ursachen dafür infrage kommen. Die wichtigsten Ursachen sind organische Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Alkoholmissbrauch und maligne Erkrankungen. Werte von Patienten mit im Vorfeld bekannten organischen Erkrankungen wurden zur Untersuchung nicht herangezogen. Genauso wurden Werte, die auf eine Ursache organischer Genese hindeuten (Extremwerte), aus der Beurteilung herausgenommen.

Es zeigt sich das Muster einer moderat ausgeprägten, chronischen Entzündung. Von dieser sind nicht alle Patienten betroffen, sondern nur ein bestimmter relativ kleiner Prozentsatz (6-15 %). Allerdings ist dieser Prozentsatz in allen Gruppen gleich, er unterscheidet sich bezüglich der Gruppenzugehörigkeit lediglich in der Stärke der Ausprägung. So sind gleichermaßen nach dem AVEM als gesund beurteilte wie auch als Burnout gefährdete Menschen betroffen. Werden zusätzlich die Extremwerte der einzelnen Parameter betrachtet, zeigt sich eine klare Häufung pathologisch veränderter Maximal- bzw. Minimalwerte beim Mustertyp B. Eine konstante, wenn auch milde Entzündung birgt viele Risiken, da sie schädigenden Einfluss auf den Organismus ausübt. Die Folgen können weitreichend sein und Organschäden, aber auch Mutationen und somit eine Karzinomgenese begünstigen. Weitergehende Forschungen auf diesem Gebiet sollten im Interesse aller Betroffenen durchgeführt werden, um bestehende Therapiemöglichkeiten zu verbessern und sie um neue zu erweitern.

Literatur

Die Arbeit kann im Publikationsserver der Universität Regensburg unter http://epub.uni-regensburg.de/30707/ eingesehen werden.

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