PK Abhaengigkeit 2012

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Abhängigkeitserkrankungen/Alkoholentzug

„Hinter den Kulissen“

Abhängigkeit und Individuation sind zwei Pole in unserer normalen persönlichen Entwicklung, die zum einen Vertrauen in Beziehungen und zum anderen Vertrauen ins eigene Selbst beinhalten.

Bei Abhängigkeitserkrankung wie z. B. im Falle der Alkoholabhängigkeit, aber auch bei anderen nicht stoffgebundenen Formen von Abhängigkeiten ist diese Entwicklung mehr oder weniger schleichend entgleist und die Steuerungsfähigkeit, die Kontrolle mit dem eigenen Willen über das Abhängigkeit erzeugende Mittel ist verloren gegangen.

Die Erkrankung hat sich meist über längere Zeit entwickelt. Oft bleibt noch lange die Illusion, genügend Willenstärke zur Kontrolle über das Suchtmittel zu besitzen, bis dann die Spitze des Eisbergs auftaucht und klar wird, dass die Willensbildung in Bezug auf das Suchtmittel – z. B. den Alkohol - längst nicht mehr funktioniert.
Eine Zeit des Verbergens, Versteckens, sich selbst etwas Vormachens liegt schon hinter einem. Manchmal haben Partner, Angehörige oder Freunde auch schon sorgenvolle Hinweise gegeben, die auf eine fehlende Kontrolle in Bezug auf das Suchtmittel hindeuteten. Von Alkoholabhängigkeit sind in Deutschland ca. 1,8 Mio. Menschen betroffen: Davon sind etwa 1,3 Mio. Männer und 0,5 Mio. Frauen. Allein auf den übermäßigen Konsum von Alkohol im Rahmen der Abhängigkeit können 19.000 Todesfälle/Jahr zurückgeführt werden; sogar 74.000/Jahr, wenn man den oft hiermit ebenfalls einhergehenden Tabakkonsum mitberücksichtigt. Bei weiteren 1,6 Mio. Menschen liegt Alkoholmissbrauch vor, mit bereits nachweislich schädigenden Auswirkungen auf Körper, Psyche und zwischenmenschliche Beziehungen.

Bei einer fachgerechten Durchführung einer stationären Behandlung haben 50 Prozent der Menschen, die sich in Behandlung begeben, Aussicht auf eine langfristige suchtmittelfreie und damit wieder gesundende Zukunft. Der stationäre Aufenthalt in unserer Klinik und die Therapie von Abhängigkeitserkrankungen steigern nachweislich die Lebensqualität unserer Patienten und führt zu einer besseren Bewältigung des Alltags. Mit anderen Worten unterstützt Sie, „das eigene Leben zu führen.“


Hier können Sie sich den aktuellen Prospekt für Abhängigkeitserkrankungen herunterladen:

pdfGanzheitliches psychosomatisches Behandlungskonzept für Abhängigkeitserkrankungen

Hier können Sie sich den aktuellen Prospekt für Qualifizierte Entzugsbehandlung herunterladen:

pdfQualifizierte Entzugsbehandlung für Selbstzahler und Privatversicherte

  • Hauptsymptome und Behandlungsindikationen von Abhängigkeitserkrankungen

    Abhängigkeitserkrankungen können stoffgebunden sein, wie z. B. bei Alkoholabhängigkeit, aber auch ohne Substanzen auftreten wie z. B. bei Spielsucht.

    Wenn drei von den folgenden sechs Kriterien gleichzeitig innerhalb eines Jahres vorgelegen haben, ist von einer Abhängigkeit auszugehen:

    • ein starker Drang, eine Art unbezwingbares Verlangen, das Suchtmittel zu konsumieren (Craving),
    • Kontrollverlust, d. h. nicht mehr aufhören zu können, wenn der Konsum des Suchtmittels begonnen wurde,
    • Entzugssymptome, wie z. B. Übelkeit oder Zittern,
    • Toleranzsteigerung, zunehmend mehr Gebrauch des Suchtmittels, um eine bestimmte (die gewünschte) Wirkung zu erzielen,
    • Ändern der Tagespläne, um das Suchtmittel konsumieren zu können bzw. Einrichten des Tages, so dass das Suchtmittel regelmäßig konsumiert werden kann,
    • Konsum, obwohl gespürt wird, dass das Suchtmittel körperlich, psychisch oder sozial schadet.

    Für die Aufnahme in unsere Klinik muss ein stationär behandlungsbedürftiges Krankheitsbild vorliegen. Das kann begründet sein in

    • diagnostischer Abklärung,
    • Zurückgewinnung von Alltagsstruktur und Berufsfähigkeit,
    • Herausnahme aus einem co-abhängigen Umfeld,
    • Motivationsaufbau,
    • der Notwendigkeit des stationären Erlernens und Stabilisierens von Abstinenz und Vertiefen der Abstinenzsicherheit,
    • dem Versagen ambulanter Bewältigungsversuche,
    • fehlenden ambulanten Versorgungsstrukturen vor Ort und/oder in der näheren Umgebung.
  • Qualifizierte Entzugsbehandlung

    Die Parkklinik Heiligenfeld zeigt ihre besondere Qualität darin, dass für Privatpatienten und Selbstzahler von Anfang an eine kompetente medizinische Betreuung mit einer ganzheitlichen psychotherapeutischen Behandlung verbunden wird. Erfahrene Ärzte begleiten den körperlichen Entzug. Für diese Phase stehen ansprechende Räume zur Verfügung, in denen das Gefühl von Aufgehobensein und Geborgenheit die medizinische Funktionalität in den Hintergrund treten lässt. Ziel ist eine rasche und komplikationsfreie körperliche Entgiftung, so dass der Fokus der Behandlung bald auf die individuelle Entstehungsgeschichte der Suchtproblematik und die zugrundeliegende Dynamik gelegt werden kann.

    Behandlungsziele

    Nach erfolgter körperlicher Entgiftung ist das erwiesenermaßen wichtigste Ziel der Behandlung das Auffinden einer intrinsischen Motivation zur Veränderung des bisherigen Verlangens.
    Die Forschungsergebnisse zeigen, dass dies der Königsweg zur Schadensreduktion und Abstinenz ist. Dabei wird erlebnisorientiert und kognitiv die Einsicht gewonnen, dass der eigene Wille im Umgang mit dem Suchtmittel die Steuerungsfähigkeit verloren hat. Diese Erkenntnis ist stark schambesetzt, kann aber im schützenden Rahmen eines therapeutischen Bündnisses integriert werden. So können Wege zur Veränderung gefunden und die eigene Steuerungsfähigkeit deutlich verbessert werden.

    Kontraindikationen

    Akute oder chronische somatische Erkrankungen, wie z. B. obstruktive Lungenerkrankungen, chronische Pankreatitiden, Leberzirrhose oder Enzephalopathien, können im Einzelfall Kontraindikationen für eine Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung darstellen. Dies muss im Vorfeld mit dem Aufnahmebüro und den behandelnden Ärzten abgeklärt werden.

     

  • Störungsspezifische Gruppen- und Einzeltherapien

    Unsere Patienten nehmen zur störungsspezifischen Behandlung an zwei speziellen Indikationsgruppen teil: In einer psychoedukativen Gruppe wird in mehreren
    Sitzungen grundlegendes Wissen über die Abhängigkeitserkrankung vermittelt und in praktischen Übungen vertieft. Bei ausreichender Motivation erfolgt die Teilnahme an einer Trainingsgruppe,
    in der ein Abstinenztraining durchgeführt wird. In zusätzlichen, auf die Abhängigkeitserkrankung bezogenen Einzeltherapiesitzungen werden ein lebensgeschichtliches Verständnis und Einsicht
    in die bisherige Funktionalität des Suchtmittels erarbeitet. Es werden Bewältigungsmöglichkeiten erlernt und in übender Weise eine abstinente Lebenskultur aufgebaut. Weitere Inhalte sind das
    Erlernen von Rückfallvorsorge und ggf. Bearbeitung von Rückfällen im geschützten abstinenten Rahmen der Klinik.

  • Arbeitsbezogene Therapieangebote und Sozialberatung

    Arbeitsbezogene Therapieangebote

    Für Probleme mit der beruflichen Identität und der Berufsrolle besteht eine spezielle Indikationsgruppe "Arbeitsleben" zu den Themen sozialer Vernetzung, Selbsthilfegruppen, Zeitmanagement, Bewerbungstraining usw.

    Sozialberatung und Reha-Beratung

    Bei Bedarf wird durch den Sozialdienst der Klinik eine individuelle Sozial- und Reha-Beratung durchgeführt. Dies betrifft u. a. Beratung über finanzielle und soziale Fragen, berufliche Maßnahmen in Kooperation mit dem Arbeitsamt, Berufsförderungswerk etc. sowie Vermittlung und Hilfe bei der Antragsstellung von sozialen Maßnahmen, wie z. B. betreutes Wohnen, Übergangseinrichtung, sozialpsychiatrische Dienste u. Ä.

  • Behandlungsergebnisse

    Ergebnisqualität für den Zeitraum 2010 - 2012

        Veränderung des GAF-Mittelwerts

        Die Global Assessment of Functioning - Scale (GAF) ist eine Ratingskala zur Erfassung des psychosozialen Funktionsniveaus, dabei wird ein integrales Gesamturteil über die psychische, soziale und berufliche Leistungsfähigkeit des Patienten in den letzten sieben Tagen vor der Erfassung getroffen. Zahlenwert zwischen 0% und 100% repräsentieren ein hypothetisches Kontinuum zwischen stärkster Beeinträchtigung (0%) und optimaler Leistungsfähigkeit (100%).

        QM Abhaengigkeit GAF

         

        Veränderung des ISR-Mittelwert

        Das ICD-10-Symptom-Rating (ISR) evaluiert möglichst umfassend den Status und den Schweregrad psychischer Störungen im Rahmen einer Selbstbeurteilung durch den Patienten. Die Ergebnisse werden wie folgt interpretiert.

        QM Abhaengigkeit ISR

         

         

        Effektstärke

        Die Effektstärke ist eine Art „gemeinsamer Währung“ in der psychologischen Statistik, mit der auch sehr unterschiedliche Mess- und Auswertungsverfahren verglichen werden können. Die Effektstärke errechnet sich aus dem Bestand der Mittelwerte zweier oder mehrere Erhebungen und ergibt unter Berücksichtigung der Streuung Werte, die (nach Cohen, 1988) folgende Aussagen zulassen: Effektstärke=>0.2 kleiner Effekt; Effektstärke=>0.5 mittlerer Effek; Effektstärke=>0.8 größerer Effekt.

        QM Abhaengigkeit Effekt

         

         

        Weitere Behandlungsergebnisse des Jahres 2012 finden Sie unter: Qualitätsergebnisse