Long-COVID

Eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus kann ganz unterschiedlich verlaufen – von einem völligen Fehlen jeglicher Krankheitssymptome über milde Beschwerden bis hin zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung mit dringend erforderlicher intensivmedizinischer Behandlung. Das ist das Akutstadium, und die Zahl der Neuinfektionen bestimmt nach wie vor die Schlagzeilen und Newsticker. Daneben gibt es jedoch auch eine rasch wachsende Zahl an Betroffenen, die unabhängig vom Schweregrad des primären Krankheitsverlaufs langfristige Symptome entwickeln – Symptome, die über Monate hinweg bestehen bleiben. In diesem Fall spricht man von “Long-COVID“.

Dabei finden sich bei den Beschwerden einerseits gewisse Häufungen, andererseits können nahezu alle Organsysteme und körperlich-geistigen Funktionen betroffen sein. Immer mehr Long-COVID-Ambulanzen versuchen den Menschen eine erste Anlaufstelle zu bieten, stoßen jedoch mit ihren diagnostischen und vor allem therapeutischen Möglichkeiten rasch an Grenzen.

Laut einer neuen im Fachjournal »The Lancet Psychiatry« veröffentlichten Studie, die von Wissenschaftler*innen an der Universität Oxford durchgeführt wurde, hat jede*r dritte COVID-Patient*in Langzeitschäden an Nerven oder Psyche. Am häufigsten traten Angststörungen und Störungen des Gemütszustands, Substanzmissbrauch sowie Schlaflosigkeit auf. Demnach tritt ein solches Problem bei 34 Prozent aller COVID-19-Patient*innen innerhalb von sechs Monaten nach der Infektion auf.

Betroffene berichten Wochen und Monate nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus von unterschiedlichsten Symptomen. Zu den häufigsten Langzeit- und Spätfolgen zählen:

  • rasche Erschöpfbarkeit und Abgeschlagenheit (postvirale Fatigue)
  • Atemprobleme (z. B. Kurzatmigkeit, Husten)
  • Verlust des Geruchs- und Geschmacksempfindens, Schwindel, muskuläre Schwäche und Schmerzen
  • verminderte Konzentrations- und Merkfähigkeit sowie Wortfindungsstörungen  („Brain fog“)
  • Nerven- und Muskelschwäche
  • Schmerzen, insbesondere an den Gelenken
  • Unklare Hautveränderungen
  • Haarausfall
  • Tinnitus
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Herzrhythmusstörungen

Diese Beschwerden werden im Zusammenhang mit einer SARS-CoV-2-Infektion berichtet, können jedoch auch Folge anderer Viruserkrankungen sein, etwa einer schweren Grippe oder einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV).

Neben den beschriebenen Symptomen sind insbesondere auch die psychischen Belastungen zentral. Menschen, die an Long-COVID leiden, sind in ihrer Lebensführung massiv eingeschränkt und müssen gleichzeitig damit zurechtkommen, dass sie häufig nicht ernstgenommen werden oder Ärzt*innen und Therapeut*innen ratlos sind. Damit steigt das Risiko für die Entstehung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen: Depressionen und Anpassungsstörungen, Angsterkrankungen, Suchtentwicklungen usw.

Nach Art und Schweregrad der Symptome erfolgt bei Long-COVID und Zuständen nach ähnlichen Virusinfekten (bspw. Grippe oder Pfeiffersches Drüsenfieber) eine multimodale und integrative Therapie, durch Ärzt*innen verschiedener Fachrichtungen, Klinische Psycholog*innen, Bewegungs-, Sport- und Physiotherapeut*innen sowie Ernährungsberater*innen und Sozialpädagog*innen.

Die spezifischen Ziele der psychischen Behandlung sind:

  • Erwerb von Wissen und Kompetenzen im Umgang mit Stress und Belastungen
  • Verhinderung der Entwicklung von Teufelskreisen zwischen Schmerz bzw. Erschöpfung und übermäßiger Schonung unter Chronifizierung
  • Wiederherstellung eines Gleichgewichts zwischen Yin und Yang, Anspannung und Entspannung
  • Krankheitsverarbeitung und -bewältigung unter Erreichung von Akzeptanz
  • Ressourcenaktivierung und Förderung der Salutogenese
  • Modifikation negativer Kognitionen und selbsterfüllender Prophezeiungen
  • Auseinandersetzung mit und Bewältigung von Bedrohung und Verlust
  • Verminderung von oft komorbider Depression, Angst bzw. Panik
  • Steigerung von Aktivität und Selbstwirksamkeitserleben
  • „Wachstum nach der Krise“

 

Zu den spezifischen Behandlungszielen bei körperlichen Beschwerden gehören u. a.:

  • Schulung im Umgang mit den Symptomen, Verbesserung der Atmung
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit, der Kraft, Kondition und Fitness
  • Reduzierung körperlicher Krankheitssymptome (z. B. Schmerzen)
  • Wiedergewinnung von Vertrauen in den Körper und in die körperliche Belastbarkeit

Am Standort Bad Kissingen kann durch die enge Vernetzung der Parkklinik Heiligenfeld mit der Luitpoldklinik Heiligenfeld eine ausführliche somatische und psychosomatische Diagnostik als Ausgangspunkt für eine passgenaue, integrative Therapie sichergestellt werden. Die Heiligenfeld Klinik Berlin kooperiert diesbezüglich mit dem Unfallkrankenhaus Berlin (ukb).

Während sich das Behandlungsangebot der Parkklinik Heiligenfeld an Privatversicherte, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler*innen richtet, erfolgt die Long-COVID-Therapie in der Heiligenfeld Klinik Berlin (auch) im Rahmen des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens. Entsprechend ist hier der Erhalt der Erwerbsfähigkeit bzw. die Rückkehr ins Berufsleben – neben den oben genannten Punkten – ein wesentliches Behandlungsziel.

Nachfolgend finden Sie den Flyer zur Behandlung von Long-COVID in den Heiligenfeld Kliniken.

Flyer Long-COVID

Folgende Heiligenfeld Kliniken behandeln Post-Covid-Erkrankungen

Parkklinik Heiligenfeld • Bad Kissingen
Bismarckstraße 40 – 44, 97688 Bad Kissingen

Die Parkklinik Heiligenfeld befindet sich in ruhiger Lage direkt am weitläufigen Luitpoldpark der Kurstadt Bad Kissingen. Der hohe Ausstattungskomfort und ein besonderer Service sorgen dafür, dass sich unsere Patient*innen von Anfang an wohl fühlen, zur Ruhe kommen und „auftanken“ können.

Die medizinisch-therapeutische Behandlung ist humanistischen Prinzipien verpflichtet und betrachtet in ganzheitlicher Weise Körper, Geist und Seele als eine Einheit. Psychische und psychosomatische Erkrankungen werden unter Berücksichtigung der individuellen Lebensgeschichte und der gegenwärtigen Herausforderungen, aber genauso auch der Fähigkeiten und Ressourcen jedes Menschen behandelt.

Nachfolgend finden Sie ausführlichere Informationen zur Parkklinik Heiligenfeld, insbesondere zum Behandlungsangebot, zu den Aufnahmemodalitäten und zum Aufenthalt.

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Heiligenfeld Klinik Berlin
Brebacher Weg 15 – Haus 19, 12683 Berlin

Die Heiligenfeld Klinik Berlin bietet sowohl die Möglichkeit einer vollstationären psychosomatischen Behandlung als auch ein tagesklinisches Setting. Sie befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb). Durch die Lage der Klinik im Landschaftspark Wuhlegarten und der damit gegebenen unmittelbaren Nähe zu einem der größten zusammenhängenden Grüngürtel Berlins bietet sie inmitten der Großstadt einen Ort der Ruhe und Erholung.

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