Beamt*innen im Vollzugsdienst

Polizist*innen setzten sich für Menschen ein. Sie gehen an ihre körperlichen und mentalen Grenzen. Sie gefährden ihre Gesundheit. Häufig opfern sie ihr Privatleben. Und dennoch geben sie nicht auf. Denn sie leisten diesen Dienst aus Überzeugung!

Gleichzeitig sind Polizist*innen auch “nur” Menschen, und die Erlebnisse ihrer täglichen Arbeit hinterlassen Spuren. Wie umgehen mit den Erfahrungen und Momenten, in denen sie konfrontiert sind mit Gewalt, Schicksalsschlägen und der Bedrohung der eigenen Unversehrtheit?

“Eine Mutter wird vor den Augen ihrer Kinder getötet” – “LKW rast in Besuchermenge”  – “Ein Schüler erschießt seine Mitschüler” – “Kinderpornographie-Ring aufgedeckt” – “Mann schupst eine Mutter und ihren 8-jährigen Sohn auf die Bahngleise, die Mutter überlebt”.

Das sind Ereignisse, die schockieren. Sie brennen sich in die Erinnerungen der Helfer*innen ein, und nicht selten führt die Vielzahl an Belastungen zu körperlichen und psychischen Symptomen bis hin zur Entstehung von Ängsten, Depressionen, Suchterkrankungen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen.

Hilfe für Helfer*innen

Hilfe für Helfer*innen – wir möchten Polizist*innen mit unserer über 30-jährigen Erfahrung und Kompetenz darin unterstützen, die Herausforderungen und Belastungen ihres Berufes zu verarbeiten. Unser Angebot soll dabei helfen, trotz des Dienstes an der Gemeinschaft das eigene Wohlbefinden nicht aus den Augen zu verlieren.

Interviews

Unser Chefarzt Sven Steffes-Holländer steht den Medien häufig für Interviews zum Thema psychische Belastung von Einsatzkräften und Vollzugsbeamt*innen zur Verfügung.
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Ihre Ansprechpartnerin

Vertrauensvoll beratend steht Ihnen unsere Gesundheitsreferentin Corinna Schumm zur Seite.

corinna schumm

Corinna Schumm 
Gesundheitsreferentin

Telefon: 0971 84-4303

E-Mail: corinna.schumm@heiligenfeld.de  

Beamt*innen im Vollzugsdienst erleben in ihrer alltäglichen Berufsausübung regelmäßig unvorhersehbare Grenzsituationen, oft gekennzeichnet durch Konflikte und Gewalt. Sie sind gefordert, “die Nerven zu behalten”, Ruhe zu bewahren und zu einer Deeskalation beizutragen. Die Spuren, welche derartige Einsätze bei ihnen hinterlassen, werden viel zu selten professionell begleitet und versorgt.

Zu den wesentlichen Belastungen im Vollzugsdienst gehören:

  • die Auseinandersetzung mit Sterben und Tod, das Erleben von schweren Unfällen, häuslicher Gewalt oder Mord
  • der Gebrauch der eigenen Schusswaffe oder eine erlebte Bedrohungssituation
  • Kennzeichnung der alltägliche Arbeitssituation durch zunehmende Komplexität des Aufgabenfeldes, hohen Zeit- und Vorgangsdruck und die ständige Bewältigung von Konfliktsituationen und nicht vorhersehbaren Konstellationen
  • wechselnde Einsatzorte und der Einsatz im Schichtdienst
  • negative Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Kolleg*innen und Vorgesetzten, mangelnde Anerkennung oder die Ignoranz persönlicher oder organisatorischer Probleme
  • sozialer Anpassungsdruck und Mobbing
  • wenig wertgeschätztes und anerkanntes Berufsbild in der Öffentlichkeit
  • Verstärkung solcher Diskrepanzerfahrungen durch ein Auseinanderfallen eigener Berufsvorstellungen mit dem tatsächlichen (häufig disziplinierenden, bürokratischen, hierarchischen) Berufsalltag
  • zunehmende Streitigkeiten, geringe Frustrationstoleranz, Rückzug aus ausgleichenden Freizeitaktivitäten und insgesamt weniger soziales Engagement durch die berufliche Belastung
  • Beziehungstrennungen und Familienkonflikte
  • erhöhter Konsum von Alkohol oder Tabletten zur Entlastung mit dem Risiko einer Suchtentwicklung

 

Der Schritt zu einer professionellen Unterstützung in Form einer ambulanten oder stationären Psychotherapie fällt oft nicht leicht. Gleichzeitig sind die bestehenden Belastungen nicht von der Hand zu weisen. Als Gründe für die Inanspruchnahme einer stationär-psychosomatischen Behandlung gaben Beamt*innen im Vollzugsdienst selbst an:

Behandlungsmotivation der Patienten POLIZEI

Unter den Belastungen des Berufsalltags geraten nicht wenige Vollzugsbeamt*innen in einen Zustand körperlicher, geistiger und seelischer Überforderung. Dies ist keineswegs als Zeichen persönlicher Schwäche oder mangelnder Belastbarkeit und Professionalität zu verstehen. Ängste, depressive Episoden, Erschöpfungszustände und traumatische Erinnerungen sind vielmehr ernstzunehmende Symptome psychischer Überlastung und als psychosomatische Erkrankung in der Regel behandlungsbedürftig.

In den Heiligenfeld Kliniken behandeln wir das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen:

  • Angstzustände und Depressionen jeder Art
  • akute und chronische Belastungsreaktionen
  • Erschöpfungs- und Burnout-Zustände
  • schwere Krisen im Zusammenhang mit Konflikten, Verlusten oder unverarbeiteten Operationen, Unfällen oder Krankheiten
  • Persönlichkeitsstörungen
  • psychosomatische Störungen, z. B. Kopfschmerzen, Herz-, Kreislauf-, Magen-Darm- oder Wirbelsäulenbeschwerden
  • berufliche und persönliche Identitätskrisen
  • Lebenskrisen, Sinnkrisen, Glaubenskrisen
  • Essstörungen und Adipositas
  • Beginnende stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen
  • Sexual- und Beziehungsstörungen
  • Zustände nach psychotischen Episoden

 

Für eine stationäre Behandlung von Beamt*innen im Vollzugsdienst sind vor allem folgende Indikationen und Problembereiche relevant:

  • Traumatisierung im Dienst und Folgezustände im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung (Dissoziationen, Gefühlsleere, Konzentrationsstörungen, Änderungen im Sozial- und Beziehungsverhalten, Schlafstörungen, Albträume, Vermeidungsverhalten)
  • Depression (mit Gefühlen von Niedergeschlagenheit und Perspektivlosigkeit, Erschöpfungs- und Burnout- Zustände, auch mit körperlichen Symptomen)
  • Persönliche und berufliche Identitätskrisen
  • Beziehungsstörungen
  • Suchtverhalten (Alkohol, Tabletten, Nikotin usw., aber auch Spielsucht, Computer-/Internetsucht, Arbeitssucht, Sexsucht)
  • Psychische und psychosomatische Folgen von Autoritätskonflikten und Mobbing am Arbeitsplatz

Je nach Art und Schwere der Erkrankung stehen Beamt*innen im Vollzugsdienst unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

1. Kurzzeitgruppe mit intensiver Fokaltherapie

Die intensive Kurztherapie dauert zwei bis drei Wochen. Sie ist geeignet für eine erste Stabilisierung bei beruflichen Identitätskrisen, Lebenskrisen und deutlichen Überlastungsreaktionen. Der Fokus der Behandlung konzentriert sich auf stabilisierende Maßnahmen unter Berücksichtigung der Faktoren, welche zur aktuellen Krise geführt haben. Ziel ist die Verringerung des Belastungserlebens sowie die Stärkung Ihrer Kompetenz im Umgang mit Belastungen. Darüber hinaus liegt der Fokus auch auf der Planung möglicher nächster Schritte zur Bewältigung der Krise bzw. Belastungssituation.

2. Umfassende stationäre Psychotherapie

Eine umfassende stationäre Psychotherapie ist angezeigt bei allen wesentlichen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Es sind in der Regel mindestens sechs Wochen Behandlung erforderlich, um einen tiefer gehenden und nachhaltigen Veränderungsprozess einzuleiten.

Zu Beginn der stationären Behandlung wird jede*r neu aufgenommene Patient*in einer sogenannten “Kerngruppe” zugeordnet. In dieser Gruppe findet während der gesamten Behandlungsdauer dreimal wöchentlich Therapie statt. Die therapeutische Methode integriert verschiedene Behandlungsansätze (tiefenpsychologisch, systemisch, gestalttherapeutisch u. a.) und fördert eine bewusste, intensive Auseinandersetzung mit persönlichen und beruflichen Lebensthemen. Die feste Bezugsgruppe erleichtert die Öffnung in einer unterstützenden und tragenden Atmosphäre, ermöglicht korrigierende Beziehungserfahrungen und unterstützt den therapeutischen Prozess.

Neben dieser Kerngruppentherapie als zentralem Element der stationären Behandlung werden auch störungsbezogene Therapien angeboten. Hier werden sowohl Informationen zum jeweiligen Krankheitsbild vermittelt als auch Möglichkeiten des Umgangs mit den Symptomen erarbeitet. Unser Ziel ist es, unseren Patient*innen zu einem selbstbestimmten Leben zurück zu verhelfen, welches nicht von der Erkrankung dominiert wird.

Verschiedene kreativ- und körpertherapeutische Angebote erweitern zusätzlich die gesprächsorientierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie auf sinnvolle Weise.

Weiterhin sind Sprechstunden und Sozialberatung für berufsbezogene Fragen Teil des therapeutischen Angebots.

Typische Themen sind hier:

  • Stufenweise Wiedereingliederung für Beamt*innen im Vollzugsdienst
  • Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)
  • Besprechen der beruflichen Situation, Konflikte am Arbeitsplatz, Bossing – Mobbingsituation
  • Einleitung weiterer beruflicher Maßnahmen
  • Ärztliche Überprüfung der Dienstfähigkeit (Amtsarzt*ärztin)
  • Hinweise auf berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Fragen zu Schwerbehinderung, Antrag auf Feststellung der Behinderung – Vergünstigungen

Die Heiligenfeld Kliniken engagieren sich für die Förderung der Gesundheit durch Prävention, Therapie und Nachsorge.

Wir bieten Ihnen Workshops und Seminare rund um das Thema Burnout und Burnout-Prävention.

Gerne konzipieren wir auch nach Ihren Vorstellungen eine Veranstaltung bei Ihnen vor Ort, als Vortrag oder Seminar.

Für weitere Fragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Corinna Schumm – Gesundheitsreferentin
Tel: 0971 84-4303
E-Mail: corinna.schumm@heiligenfeld.de

Nachfolgend finden Sie den Flyer zur Behandlung von Vollzugsbeamt*innen in den Heiligenfeld Kliniken. Weiterhin können Sie den aktuellen Newsletter herunterladen.

Flyer Behandlung von Vollzugsbeamt*innen

Newsletter Beamt*innen im Vollzugsdienst

Folgende Heiligenfeld Kliniken haben sich auf die Behandlung von Beamt*innen im Vollzugsdienst spezialisiert

Parkklinik Heiligenfeld

Parkklinik Heiligenfeld • Bad Kissingen
Bismarckstraße 40 – 44, 97688 Bad Kissingen

Die Parkklinik Heiligenfeld befindet sich in ruhiger Lage direkt am weitläufigen Luitpoldpark der Kurstadt Bad Kissingen. Der hohe Ausstattungskomfort und ein besonderer Service sorgen dafür, dass sich unsere Patient*innen von Anfang an wohl fühlen, zur Ruhe kommen und „auftanken“ können.

Die medizinisch-therapeutische Behandlung ist humanistischen Prinzipien verpflichtet und betrachtet in ganzheitlicher Weise Körper, Geist und Seele als eine Einheit. Psychische und psychosomatische Erkrankungen werden unter Berücksichtigung der individuellen Lebensgeschichte und der gegenwärtigen Herausforderungen, aber genauso auch der Fähigkeiten und Ressourcen jedes Menschen behandelt.

Nachfolgend finden Sie ausführlichere Informationen zur Parkklinik Heiligenfeld, insbesondere zum Behandlungsangebot, zu den Aufnahmemodalitäten und zum Aufenthalt.

Zur Parkklinik Heiligenfeld

Heiligenfeld Klinik Berlin

Heiligenfeld Klinik Berlin
Brebacher Weg 15 – Haus 19, 12683 Berlin

Die Heiligenfeld Klinik Berlin bietet sowohl die Möglichkeit einer vollstationären psychosomatischen Behandlung als auch ein tagesklinisches Setting. Sie befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb). Durch die Lage der Klinik im Landschaftspark Wuhlegarten und der damit gegebenen unmittelbaren Nähe zu einem der größten zusammenhängenden Grüngürtel Berlins bietet sie inmitten der Großstadt einen Ort der Ruhe und Erholung.

Nachfolgend finden Sie ausführlichere Informationen zur Heiligenfeld Klinik Berlin, insbesondere zum Behandlungsangebot, zu den Aufnahmemodalitäten und zum Aufenthalt.

Zur Heiligenfeld Klinik Berlin