Lehrkräfte im Krisenmodus

Bereits vor der Corona-Krise fanden sich Lehrer*innen in einem Spannungsfeld aus politischen Vorgaben, Erwartungen von Eltern, Schüler*innen und Kollegium sowie eigenen Ansprüchen wieder. Die allermeisten von ihnen geben ihr Bestes und haben große Freude daran, Kindern und Jugendlichen Wissen zu vermitteln1 – gleichzeitig jedoch sind die Belastungen vielfältig.

Corona hat vieles verändert – oder schon immer bestehende Herausforderungen zugespitzt?

Eine im Auftrag der DAK-Gesundheit durchgeführte Onlinebefragung mit 2.300 Teilnehmer*innen liefert ein klares Ergebnis: 90 Prozent berichten von deutlich anstrengenderem Unterricht im Vergleich zu 2019, und mehr als ein Viertel der Lehrkräfte erleben eine ausgeprägte Erschöpfung.²

„Wenn mein Beruf mich zermürbt …“

Aktuell richten sich sämtliche Bemühungen darauf, unter den gegebenen Umständen bestmögliche Normalität herzustellen – denn es wurde deutlich, wie wichtig insbesondere für die Schüler*innen der persönliche Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen sowie zu den Lehrer*innen ist. Diese müssen dabei abwägen und eine Entscheidung treffen – zwischen der Verantwortung für ihre Schüler*innen und für ihre eigene Gesundheit, zwischen kollegialem Miteinander und drohender Überforderung durch Lehrkräftemangel, zwischen hohen Ansprüchen an sich selbst und dem Eingeständnis, an der Grenze des Machbaren angelangt zu sein.

Heiligenfeld hilft

Häufig erkennt man erst im Rückblick, welche Belastungen man über Wochen, Monate oder sogar Jahre ertragen hat. Eine Zeit, wie wir sie gerade erleben, fordert die eigene Krisenfestigkeit maximal heraus, und niemand kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen, wann mit einer Beruhigung der Lage zu rechnen ist. Als Klinikgruppe Heiligenfeld ist es uns ein Anliegen, dieser Herausforderung zu begegnen – und auf die Belastungen von Lehrer*innen passende Antworten zu geben.

Neben der Möglichkeit einer umfassenden stationären Psychotherapie haben wir ein spezielles Kurzzeittherapiekonzept entwickelt, welches die konkreten Auswirkungen der Corona-Krise berücksichtigt. Zentrale Themen sind unter anderem:

  • Umgang mit Bedrohungsgefühlen und anderen krisenbedingten Gefühlslagen
  • Meine soziale Isolation in der Krisenzeit
  • Beziehung mit mir selbst, zu anderen, zur Gruppe
  • Meine Krisenkompetenz – meine Stabilisierungsfähigkeit – meine Ressourcen
  • Meine kreativen Fähigkeiten in der Krise
  • Die Sinnfrage im Spiegel der Krise
  • Ein am eigenen Sinn orientiertes aktives Leben zwischen Über- und Unterforderung

Die genannten Themen werden für Lehrkräfte auf Wunsch durch berufsspezifische Angebote ergänzt, basierend auf unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der Begleitung dieser Berufsgruppe. Wir wollen Lehrer*innen darin unterstützen, Ressourcen zu stärken, die eigene Resilienz zu fördern und den Herausforderungen des Schulalltags – gerade in der jetzigen Unsicherheit – wieder kraftvoller zu begegnen.

Menschen mit psychophysischen Nachwirkungen einer SARS-CoV-2-Infektion bieten wir außerdem im Rahmen unseres Post-COVID-Behandlungsangebots Unterstützung!

1Ergebnis der 2016 durchgeführten repräsentativen Lehrerbefragung „Zufriedenheit im Lehrerberuf“, in Auftrag gegeben durch den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV)

 2„Lehrergesundheit in der Corona-Pandemie“ – Onlinebefragung im Auftrag der DAK-Gesundheit, durchgeführt vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) Kiel, durchgeführt im Oktober 2020.

Ansprechpartner*innen

Haben Sie Fragen zu unseren Kliniken und zum Behandlungsangebot? Dann nutzen Sie gerne unsere telefonische Beratung – vertrauensvoll, persönlich und unverbindlich.

Corinna Schumm 
Gesundheitsreferentin

Telefon: 0971 84-4303

E-Mail: corinna.schumm@heiligenfeld.de  

Markus Schmöger 
Gesundheitsreferent

Telefon: 0971 84-4304

E-Mail: markus.schmöger@heiligenfeld.de  

Zu neuer Kraft finden

Zu neuer Kraft finden – wir möchten Lehrer*innen mit unserer über 30-jährigen Erfahrung und Kompetenz darin unterstützen, die Herausforderungen und Belastungen ihres Berufes zu verarbeiten. Unser Angebot soll dabei helfen, trotz des Dienstes an der Gemeinschaft das eigene Wohlbefinden nicht aus den Augen zu verlieren.

Weitere Beiträge zur Lehrergesundheit

Hochsensibilität - Lehrer im Fokus

„Neun von zehn Lehrer*innen gehen gerne bis sehr gerne zur Arbeit!“ Das ist das Ergebnis einer im Auftrag des „Verbands Bildung und Erziehung e.V.“ (VBE) durchgeführten Forsa-Umfrage, in der bundesweit 1.001 Lehrer*innen im Jahr 2016 in einer repräsentativen Umfrage aus allgemeinbildenden Schulen befragt wurden.

Selbstfürsorge für Lehrer*innen

Sven Steffes-Holländer, Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin, ist ein Experte in puncto Selbstfürsorge und beantwortet im Interview die praxisrelevante Aspekte des Lehrerberufs, wie "Warum ist Selbstfürsorge im Beruf, vor allem auch in der Tätigkeit als Lehrer, so bedeutend?"

Corona-Resilienz gegen die Pandemie-Ohnmacht

Die Lage im ganzen Land entspannt sich. Inzidenzwerte sinken, Beschränkungen werden aufgehoben, und die Menschen kehren langsam zur Normalität zurück. Die Anspannungen des letzten Jahres können aber oft nicht so einfach aufgelöst werden. Hinzu kommt, dass wir uns ständig vergewissern müssen, welche Regeln nun wo genau gelten, was man darf und was nicht.

Wir behandeln das gesamte Spektrum psychischer und psychosomatischer Erkrankungen:

  • Angstzustände und Depressionen jeder Art
  • akute und chronische Belastungsreaktionen
  • Erschöpfungs- und Burnout-Zustände, auch mit körperlichen Beschwerden wie Konzentrations- und Schlafstörungen
  • schwere Krisen im Zusammenhang mit Konflikten, Verlusten oder unverarbeiteten Operationen, Unfällen oder Krankheiten
  • Persönlichkeitsstörungen
  • psychosomatische Störungen, z. B. Kopfschmerzen, Herz-, Kreislauf-, Magen-Darm- oder Wirbelsäulenbeschwerden
  • berufliche und persönliche Identitätskrisen
  • Lebenskrisen, Sinnkrisen, Glaubenskrisen
  • Essstörungen und Adipositas
  • Beginnende stoffgebundene und nichtstoffgebundene Abhängigkeitserkrankungen
  • Sexual- und Beziehungsstörungen
  • Zustände nach psychotischen Episoden

 

Die Depression stellt bei Lehrerinnen und Lehrern die am häufigsten zu behandelnde Erkrankung dar. Sie wird in unserer Klinik zu über 50 Prozent als Hauptdiagnose gestellt, gefolgt von Angststörungen und Belastungsreaktionen.

Die Gruppenpsychotherapie ist ein wesentliches Element der Behandlung. In der sogenannten Kerngruppe können die biographischen Wurzeln der eigenen Verhaltens- und Erlebensweisen aufgedeckt und reflektiert werden. Daraus resultierende psychische Störungsbereiche lassen sich behandeln und verändern.

Typische Inhalte dieser Arbeit – speziell auch für Lehrerinnen und Lehrer – sind:

  • Aufdeckung und Bewältigung von Ängsten
  • Bewältigung von Depressionen und Burnout-Problematiken
  • Aufarbeitung kritischer/traumatischer Ereignisse und Verlusterlebnisse
  • Prägungen der Persönlichkeit durch die Lebensgeschichte, auch durch eigene Schulerlebnisse
  • Auseinandersetzung mit schwierigen Familienkonstellationen
  • Reflexion individueller Probleme und deren Lösungen bei beginnenden Suchtproblematiken
  • Reflexion selbstschädigender (dysfunktionale) Beziehungsgestaltung
  • Sinnfragen, weitere Berufs- und Lebensplanung

 

Neben der Kerngruppentherapie bieten wir eine Vielzahl kreativ- und körpertherapeutischer Gruppen, welche die gesprächsorientierte Psychotherapie wirksam ergänzen und unterstützen. Hierdurch kann ein leichterer Zugang zum Gefühls- und Körpererleben geschaffen werden. Der therapeutische Prozess wirkt intensiver und nachhaltiger.

Die Spezialgruppe Lehrergesundheit verbindet kreativtherapeutische Methoden mit psychoedukativen Elementen. Neue Wege und Handlungsalternativen werden nach entsprechender Wissensvermittlung in Kleingruppen eingeübt, mit dem Ziel, diese als “Werkzeuge” im Schulalltag einzusetzen. Darüber hinaus dient die Gruppe dem Erfahrungsaustausch und der sozialen Vernetzung von Lehrkräften mit ähnlicher Problematik.

Prozess wirkt intensiver und nachhaltiger.

Es wird wöchentlich eine Sprechstunde angeboten, in der sich Lehrerinnen und Lehrer für ihre ganz persönliche Belastungssituation im Schulalltag Rat holen können. Themen der Spezialgruppe Lehrergesundheit lassen sich vertiefen und individuelle Lösungsansätze werden gesucht. Auch können hier Fragen angesprochen werden, die über das Themenspektrum der Gruppe hinausgehen. Außerdem dient die Lehrersprechstunde der Weitergabe von Informationen und Anregungen für die Zeit nach der Klinik: Angebote zur Lehrerfortbildung, Aufbau kollegialer Supervisionsgruppen, Literaturhinweise usw.

Ergänzend bieten wir eine Sozialberatung an. Wir informieren Sie über Möglichkeiten einer gestuften Wiedereingliederung, beamtenrechtliche Rahmenbedingungen der Gesundheitsbeurteilung, Information über amtsärztliche Überprüfung und Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung.

Die Heiligenfeld Kliniken in Bad Kissingen engagieren sich für die Förderung der Lehrergesundheit in Prävention, Therapie und Nachsorge.

Wenn Sie sich „Heiligenfeld an die Schule“ holen möchten, sind wir gerne für Sie da!
Wir bieten Ihnen Workshops und Seminare rund um das Thema „Burnout-Prävention“ als Veranstaltung bei Ihnen vor Ort an.

Folgende Vorträge können Sie buchen:
I. Stressprävention, Burnout-Prophylaxe, und Resilienz für Lehrerinnen und Lehrer
II. Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern

Folgende Workshops können wir Ihnen aktuell anbieten:
I. Stressmanagement
II. Resilienztraining
III. Achtsamkeit im Kollegium

Wir nehmen auch gerne Ihre Themenvorschläge in unser Programm auf!

Für weitere Fragen, Wünsche und Anregungen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Nachfolgend finden Sie den Flyer zur Behandlung von Lehrerinnen und Lehrern in den Heiligenfeld Kliniken, ebenso auch den aktuellen Newsletter.

FLYER BEHANDLUNG VON LEHRERINNEN UND LEHRER

NEWSLETTER FÜR LEHRKRÄFTE

Beispiele Therapiepläne der Parkklinik Heiligenfeld

Um Ihnen einen tieferen Einblick in unser therapeutisches Angebot zu geben, finden Sie nachfolgend 3 Mustertherapiepläne. Beachten Sie dabei bitte, dass die konkrete Zusammenstellung des Therapieplans jeweils vom individuellen Krankheitsbild und den vereinbarten Behandlungszielen abhängig ist. Sollten Sie sich zu einem Aufenthalt in unserer Parkklinik Heiligenfeld entscheiden, kann es somit selbstverständlich zu Abweichungen zwischen Ihrem persönlichen und den hier gezeigten Therapieplänen kommen.

Lehrergesundheit: Hochsensible Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen

Menschen mit Hochsensibilität sind für unser Zusammenleben eine Bereicherung. Trotzdem erleben sie häufig das genaue Gegenteil, denn viele ihrer Eigenschaften passen vermeintlich nicht zu unserer wettbewerbsorientierten Leistungsgesellschaft. Und die aktuelle Krisensituation stellt zusätzlich eine starke Belastung dar. Gleichzeitig braucht es gerade jetzt einen Blick auf die Welt, der das große Ganze erfasst, ein starkes Miteinander und Solidarität – Eigenschaften, die hochsensible Menschen in besonderem Maße auszeichnet. Wer überlastet ist, dem fällt es schwer, sein Potenzial zu erkennen. In der Parkklinik Heiligenfeld helfen wir hochsensiblen Menschen dabei, aus dem Zustand der Überforderung herauszukommen, ihre Ressourcen wiederzuentdecken und die eigene Hochsensibilität als Stärke anzunehmen.

Folgende Heiligenfeld Kliniken bieten ein spezielles Behandlungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer

Parkklinik Heiligenfeld • Bad Kissingen
Bismarckstraße 40 – 44, 97688 Bad Kissingen

Die Parkklinik Heiligenfeld befindet sich in ruhiger Lage direkt am weitläufigen Luitpoldpark der Kurstadt Bad Kissingen. Der hohe Ausstattungskomfort und ein besonderer Service sorgen dafür, dass sich unsere Patient*innen von Anfang an wohl fühlen, zur Ruhe kommen und „auftanken“ können.

Die medizinisch-therapeutische Behandlung ist humanistischen Prinzipien verpflichtet und betrachtet in ganzheitlicher Weise Körper, Geist und Seele als eine Einheit. Psychische und psychosomatische Erkrankungen werden unter Berücksichtigung der individuellen Lebensgeschichte und der gegenwärtigen Herausforderungen, aber genauso auch der Fähigkeiten und Ressourcen jedes Menschen behandelt.

Nachfolgend finden Sie ausführlichere Informationen zur Parkklinik Heiligenfeld, insbesondere zum Behandlungsangebot, zu den Aufnahmemodalitäten und zum Aufenthalt.

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Rosengarten Klinik Heiligenfeld • Bad Kissingen
Bismarckstraße 16, 97688 Bad Kissingen

Die Rosengarten Klinik Heiligenfeld wurde im Januar 2011 eröffnet. Sie liegt im Kurgebiet von Bad Kissingen, am weitläufigen Luitpoldpark. Im Bericht zur Reha-Qualitätssicherung 2016 der Deutschen Rentenversicherung Bund erzielte die Rosengarten Klinik Heiligenfeld ein hervorragendes Ergebnis in der Rehabilitand*innenzufriedenheit, und seit 2017 zählt sie jährlich zu „Deutschlands TOP-Rehakliniken“ in der Kategorie „Psyche“, ausgezeichnet vom Nachrichtenmagazin FOCUS. 

Nachfolgend finden Sie ausführlichere Informationen zur Rosengarten Klinik Heiligenfeld, insbesondere zum Behandlungsangebot, zu den Aufnahmemodalitäten und zum Aufenthalt.

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Heiligenfeld Klinik Berlin
Brebacher Weg 15 – Haus 19, 12683 Berlin

Die Heiligenfeld Klinik Berlin bietet sowohl die Möglichkeit einer vollstationären psychosomatischen Behandlung als auch ein tagesklinisches Setting. Sie befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb). Durch die Lage der Klinik im Landschaftspark Wuhlegarten und der damit gegebenen unmittelbaren Nähe zu einem der größten zusammenhängenden Grüngürtel Berlins bietet sie inmitten der Großstadt einen Ort der Ruhe und Erholung.

Nachfolgend finden Sie ausführlichere Informationen zur Heiligenfeld Klinik Berlin, insbesondere zum Behandlungsangebot, zu den Aufnahmemodalitäten und zum Aufenthalt.

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