Naturtherapie in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

In den Heiligenfeld Kliniken spielt der Bezug zur Natur schon immer eine bedeutende Rolle; vom therapeutischen Angebot bis hin zur Architektur und der Lage unserer Kliniken „im Grünen“. Viele unserer Behandlungsangebote integrieren ganz selbstverständlich den Naturaspekt, etwa im Rahmen der tiergestützten Therapie oder generell durch die Möglichkeit, therapeutische Einzel- und Gruppensitzungen unter freiem Himmel durchzuführen. Die Naturtherapie stellt hier sowohl eine Neuerung als auch eine Fokussierung dessen dar, was schon immer Teil unseres therapeutischen Grundverständnisses war.

Naturtherapie in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen

Die Naturtherapie, wie sie seit Mai dieses Jahres in Form der Gruppe „Heilraum Natur“ auch in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen angeboten wird, bezieht den Erlebensraum Natur in den psychotherapeutischen Prozess mit ein. Dabei kommen spezielle Instrumente und Methoden zur Anwendung. Ziel ist es, den Menschen rückzubinden in seine eigene Natur, diese Verbindung spürbar zu machen und zu stärken und so auch das psychosomatische Gleichgewicht zu fördern. Themen, die durch die Arbeit mit und in der Natur bearbeitet werden, sind beispielsweise die Stärkung der Resilienz und der Fähigkeit, sich selbst zu steuern, die Förderung des inneren Wachstums oder ganz grundlegend der persönlichen Entwicklung.
Gerade für Übergänge wie Lebenskrisen, Genesungs- und Heilungsprozesse kann die Naturtherapie unterstützend sein. Durch bewusstes Wahrnehmen der Zyklen und Veränderungsprozesse in der Natur und in uns, durch Erdung und Zentrierung kann Gelassenheit in solchen Umbruchsituationen gefördert werden. Die Therapieform wird in der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen für Patient*innen ab dem Alter von 14 Jahren angeboten.

Wie wird konkret therapeutisch gearbeitet?

Wesentlicher Bestandteil der Gruppe „Heilraum Natur“ ist zunächst die leibliche Erfahrung des Geerdet-Seins. Umgangssprachlich könnte man sagen: Wieder „Boden unter die Füße bekommen“ und „nicht mehr in der Luft hängen“. Diese leibliche Erfahrung, ganz im Hier und Jetzt zu sein, sich wieder zu spüren und überhaupt wieder wahrzunehmen, was um mich herum ist, wird in unserer Klinik durch viele Übungen in der therapeutischen Gemeinschaft und durch Sinneserfahrungen in der Natur unterstützt. Geerdet-Sein ist eine wunderbare Grundlage und eine Art Türöffner für jegliche Weiterentwicklung, innerhalb und außerhalb der Therapie. Man findet einen Boden, der „trägt“ und kann sich leichter von veralteten, nicht mehr hilfreichen Überzeugungen und Konzepten der Psyche lösen. Die Begegnung mit der Natur und dem eigenen Sein in der Natur kann  ermöglichen, das Selbst wieder neu zu entdecken und sich auf manchmal auch mystische Weise von der Natur anrühren zu lassen.

Um solche lebendigen Selbst-Erfahrungen leichter zugänglich zu machen, nutzen wir ein uraltes Instrument namens „Schwellengang“. Dabei unterstützt eine selbstgebaute Schwelle den Übergang vom Alltag in einen offenen Erlebensraum. Wir lassen unser Alltags- Ich für eine Zeit hinter uns, betreten einen freien, offenen Naturraum und ermöglichen uns so, im Moment anzukommen und uns für die Natur und ihre Geschenke zu öffnen. In Form von Symbolen und Erlebensweisen können sich uns dort bedeutsame Momente und Erkenntnisse eröffnen. In solchen Erfahrungsräumen können wir uns frei sein lassen; wir können üben, jegliches „sollen“ und „müssen“ – die alltäglichen Forderungen der Welt an uns – für eine Zeit ruhen zu lassen und unserer Seele so die nötige Regenerationszeit zu geben.

Die Naturtherapie ist tiefenpsychologisch fundiert und mit existenziell-humanistischer Ausrichtung ebenfalls entwicklungs- und beziehungsorientiert. Die therapeutische Beziehung stellt den Bezugsrahmen für das Einbetten der Naturerfahrungen dar. Das Erzählen, Teilen und gemeinsame Ausloten des in der Natur Erlebten ist ein besonders wichtiger Bestandteil der Therapie. Die dialogische Gesprächskultur zwischen zwei Menschen kann dem Erlebten den nötigen Halt und Sicherheit bieten und hilft dabei, bedeutsame Erfahrungen gemeinsam herauszustellen. Der*die Therapeut*in ist in dem Fall kein*e Behandler*in, sondern vielmehr eine „Begleitung“ auf einer gemeinsamen Reise.

Autorin: Alicia Schulmeyer, Kreativtherapeutin

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