Krisengruppe

Für Patient*innen in akuten Krisen oder extremen Belastungssituationen, in denen die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten nicht ausreichen, kann eine psychosomatische Kurzzeittherapie zu sofortiger Entlastung und Stabilisierung führen. Mit besonderem Augenmerk auf die aktuelle Situation kann die Krise entschärft und der Weg zu besseren Bewältigungsstrategien gefunden werden.

Die Krisengruppe wird in der Fachklinik Heiligenfeld und der Heiligenfeld Klinik Uffenheim angeboten. Es können nur Patient*innen aus den Regionen der jeweiligen Klinikstandorte aufgenommen werden.
In der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen können Patient*innen aus ganz Bayern aufgenommen werden. Die Behandlungsdauer beläuft sich auf 14 Tage. Die Aufnahme kann nur mit einer Krankenhauseinweisung erfolgen. Für weitere Fragen rund um die Kriseninterventionsgruppe stehen Ihnen die Mitarbeiter*innen im Aufnahmemanagement unter der Telefonnummer 0971 84-0 (für Bad Kissingen und Uffenheim) und unter der Telefonnummer 09972 308-0 (für Waldmünchen) gerne zur Verfügung.

Diese Art der stationären Therapie ist sinnvoll bei:

  • akuten psychischen Krisen als Reaktion auf schwere Belastungen, einschneidende Lebensveränderungen und Verlusterlebnisse
  • Rückfall-Episoden bei bestehenden rezidivierenden psychischen Erkrankungen, wie etwa Depressionen oder Angsterkrankungen
  • Entwicklungs- und Identitätskrisen bei Änderung der Lebensumstände
  • akuter Symptomatik im Sinne einer posttraumatischen Belastungsstörung nach traumatischen Erlebnissen, insbesondere physische und psychische Gewalt
  • stark belastenden Situationen am Arbeitsplatz, z. B. Mobbing

Das Behandlungskonzept beruht auf einem ganzheitlichen Krankheitsverständnis. Stabilisierende und entlastende Interventionen stehen im Vordergrund. Der Fokus der Behandlung liegt auf den Faktoren, die zur aktuellen Krise geführt haben.

Die Behandlung beinhaltet pro Woche fünf Gruppentherapien zu jeweils 60 Minuten sowie zwei bis drei Einzelgespräche. Inhaltlich auf die besondere Thematik der Bewältigung von Krisen abgestimmt, unterstützen psychoedukative und kreativtherapeutische Angebote die ressourcenorientierte Psychotherapie. Beratung in sozialtherapeutischen Fragen und Einzelkontakte mit co-therapeutisch geschultem Pflegepersonal runden das Programm ab. So entstehen tägliche Kontakte zu den Behandler*innen, den Sozialtherapeut*innen und dem Pflegepersonal. Die ständig durchgeführten speziellen Selbststeuerunggruppen sowie Angebote zur Körperwahrnehmung stärken die Fähigkeit, mit zukünftigen Krisen besser umgehen zu können.

Die Krisengruppe bietet familiäre Atmosphäre und Schutz. Auch die Wochenenden werden aktiv vorbereitet, um die Eindrücke während der Woche ausreichend zu verarbeiten. Andererseits können therapeutische Aufträge erteilt werden, etwa zur aktiven Freizeitgestaltung mit bewusstem Wechsel von Anspannung zu Entspannung, was zu einer Erholung und Kräftigung führt.

Eine von vornherein begrenzte Aufenthaltsdauer bietet entlastende zeitliche Klarheit für alle Beteiligten und stellt ein deutliches Signal dar, den Fokus auf die Krisenbewältigung zu legen.

Aufnahmevoraussetzungen:

  • Eine ambulante Behandlung zur Stabilisierung ist nicht ausreichend oder kann nicht erfolgen
  • Herausnahme aus dem häuslichen Umfeld ist nötig
  • Versagen eigener Bewältigungskompetenzen
  • Ein Auftrag im Sinne eines Ziels für den Kurzzeitaufenthalt lässt sich vereinbaren
  • Ausreichende Kooperationsbereitschaft und Fähigkeit zur psychotherapeutischen Behandlung bestehen

 

Kontraindikationen:

  • akute Selbst- oder Fremdgefährdung
  • akute psychiatrische Krankheitsphase
  • fehlende Absprachefähigkeit bei Suizidalität
  • Abhängigkeitserkrankung ohne bestehende Abstinenzfähigkeit

Das in unseren Kliniken gelebte Konzept der therapeutischen Gemeinschaft ist ein wichtiger Rahmen für die Genesung unserer Patient*innen. Hier kommen Menschen aller Altersstufen zusammen, tauschen sich aus und bereichern das therapeutische Feld durch ihre unterschiedliche Lebenserfahrung. Ebenso ist die Gemeinschaft ein wesentliches Element unserer milieu- und soziotherapeutischer Arbeit. Die Beteiligung der Patient*innen an der Organisation und Gestaltung der Klinikabläufe fördert zudem die Fähigkeit, lebenspraktische Aufgaben zu bewältigen und trägt zu eigenverantwortlichem Handeln bei.