Ganzheitliches Therapiekonzept

In der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen verwirklichen wir ein Konzept der Verbundenheit und der Ganzheitlichkeit.
Unsere Patienten sind uns wichtig, jeder mit seinen körperlichen und seelischen Leiden. Der integrativen Therapie liegt ein ressourcenorientiertes Menschenbild zugrunde, das vor allem die Fähigkeit zu kreativem Wachstum und konstruktiver Veränderung betont und im Humanismus verankert ist. Wir sehen unsere Patienten holistisch in ihrer bio-psycho-sozialen Ganzheit und in ihrem Feld.

Sowohl die Gesundung unserer Patienten als auch das das Wohl unserer Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Fachkompetenz, soziale Verantwortung und ein herzlicher Umgang miteinander stehen im Gleichgewicht.

Eine ganzheitliche Therapie umfasst für uns alle Aspekte des Lebens – den Körper, die Seele, die private und berufliche Situation, genauso wie auch das Bedürfnis nach geistig-spiritueller Entfaltung. Wichtig sind für uns die Förderung von Resilienz und Ressourcenaktivierung. Wir begegnen einander von Mensch zu Mensch.

 

Bindungserfahrungen der Kindheit prägen maßgeblich Beziehungsgestaltungen im späteren Leben. Sie haben bei Erwachsenen Einfluss darauf, wie sie sich in der Welt erleben sowie auf die Gestaltung der Paarbeziehungen und  der Elternschaft. Die Bindungsforschung hat vier Formen von Bindungsqualitäten definiert: sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent und desorganisiert. Die unsicheren Varianten sind noch nicht per se mit Krankheit verbunden, es zeigt sich jedoch, dass das sichere Bindungsmuster mit hoher Resilienz einhergeht. Damit ist die Fähigkeit gemeint, belastende Erfahrungen gut bewältigen zu können.

Wir nehmen Patienten ab 3 Jahren zur Behandlung auf, die unter 14-jährigen Kinder nur in Begleitung zumindest eines Elternteils.

Dies ermöglicht den Familien direkt in der Entwicklungsphase therapeutische Unterstützung  anzubieten und gemeinsam ein sicheres Bindungsumfeld zu erfahren. Gleichzeitig ermöglicht die Therapie der Jugendlichen und Erwachsenen einen Heilungsprozess, der sicheres Bindungs- und Beziehungsverhalten im Fokus hat.

Das Waldmünchner Modell

Unser Behandlungsangebot zeichnet sich durch 3 zentrale Bausteine aus:

  • Eltern-Kind-Therapie mit Fokus auf Bindung und Beziehung
  • Individuelle und gemeinsame Therapieangebote
  • Therapeutische Gemeinschaft für Menschen ab 3 Jahren

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Die Eltern-Kind-Therapie umfasst einerseits die unmittelbare Bearbeitung der Beziehungsthemen zwischen anwesenden Eltern und Kindern, andererseits werden, wie auch in der Jugendlichentherapie, die nicht aufgenommenen Familienmitglieder im Rahmen der angebotenen Familiengespräche mit einbezogen. Die Sicht der systemischen Familientherapie, in der Gesundheit und Krankheit eines Menschen im Zusammenhang mit seinen relevanten Beziehungen gesehen wird, hat hier ihren besonderen Platz.

Wir bieten mehrere Therapien im Multifamiliensetting an, die für Eltern gemeinsam mit ihren Kindern stattfinden. Hier wird der gemeinsame Prozess von Eltern und ihren Kindern in der Form einer Familienkerngruppe gefördert: Familien unterstützen sich in einem therapeutisch geleitetem Setting gegenseitig. Wöchentlich vereinbarte “Eltern-Kind-Ziele” unterstützen das Zusammensein von Eltern und ihren Kindern. Hier stehen verhaltenstherapeutische Elemente im Vordergrund.

In der “Bindungstherapie”-Gruppe können die Eltern lernen, sich mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen auszudrücken und sich bei anderen Eltern und Erwachsenen Hilfe und Unterstützung zu holen. Gleichzeitig stellen die Eltern für ihre Kinder einen heilsamen Raum zur Verfügung, in welchem die Kinder auch ihre Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken und dabei von ihren Eltern darin beantwortet und unterstützt werden. Die teilnehmenden Eltern und Kinder können in dieser Multifamiliengruppe nachholend Sicherheit und Geborgenheit erleben. Dies bildet eine Grundlage für neues Vertrauen in die gegenseitige Bindung, aber auch für Vertrauensfähigkeit für nährende Bindungen zu anderen Menschen.

Besonders Letzteres wird auch in der “Familieninteraktion” aufgegriffen. Hier besteht ein kreativtherapeutisch begleitetes Übungsfeld, um zu üben, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken. Demgegenüber geht es weiterhin darum, Rücksicht auf die Bedürfnisse der anderen Familienmitglieder zu nehmen, untereinander Nähe und Zugewandtheit zu erfahren und auch neue Fähigkeiten und Qualitäten von sich und den anderen Familienmitgliedern zu entdecken.

In der begleiteten Interaktion “Begleitetes freies Spiel” können mit Unterstützung der Bezugskindertherapeuten/innen spielerisch Schwierigkeiten im Miteinander bearbeitet und Ressourcen weiterentwickelt und bestärkt werden. Dies wird über die individuelle Eltern-Kind-Interaktion weiter vertieft. Im Rahmen einer wertschätzenden Atmosphäre wird die Interaktion gemeinsam beleuchtet und konkrete Handlungsschritte abgeleitet.

In der Gruppe “Selbstführung” können Eltern mit ihren Kindern lernen, ihre freie Zeit sinnvoll, kreativ und aktiv zu gestalten, um so in ihrer gemeinsamen Zeit positive Beziehungserfahrungen zu machen.

Individuelle und gemeinsame Therapieangebote: Der Bezugstherapeut erstellt zusammen mit dem Patienten einen individuellen Behandlungsplan, der je nach Therapieverlauf weiter abgestimmt wird. Neben wöchentlichen Einzelgesprächen liegt der Schwerpunkt der Behandlung in der Gruppe. Hier haben wir insbesondere für Jugendliche und Erwachsene als zentralen Baustein die Therapie in der Kerngruppe.

Für die wesentlichen Diagnosegruppen werden Indikationsgruppen angeboten.

Manche Therapieangebote stehen Jugendlichen und Erwachsenen offen: Selbststeuerung, Körpertherapien, Gewaltfreie Kommunikation, Spiritualität, Tanztherapie, Musiktherapie, Familienaufstellung.

Andere wiederum sind speziell den Jugendlichen vorbehalten: Soziale Kompetenz, Aktion Pferd, Lernen lernen, Kunsttherapie.

Kinder werden in altersentsprechenden Gruppen von therapeutischen und pädagogischen Fachkräften in unserer Kindertherapiestätte liebevoll begleitet und in ihrer Entwicklung gefördert. Im “therapeutisch begleiteten freien Spiel” wird ein Heilraum zur Verfügung gestellt, der bindungs-, verhaltens-, kreativ- und spieltherapeutische Angebote integriert.

Therapeutische Gemeinschaft für Menschen ab 3 Jahren: Die therapeutische Gemeinschaft aller Patienten und Mitarbeiter stellt ein Beziehungsfeld gegenseitiger Unterstützung und eine Atmosphäre von Verbundenheit dar. Sie ist der haltgebende, tragende, Sicherheit vermittelnde Rahmen, der dazu einlädt, sich zu zeigen, sich zuzumuten, Nähe und Vertrauen zuzulassen. Für Kinder und Jugendliche bedeutet die therapeutische Gemeinschaft “Großfamilie auf Zeit”. Die übrige Behandlung ist in diese heilende und unterstützende Atmosphäre eingebettet.

Die Behandlung im stationären Setting ermöglicht eine besonders intensive Zeit der Auseinandersetzung mit sich und anderen, wir verstehen uns gleichzeitig als Teil einer Behandlungskette. So ist die Sozialberatung und Vernetzung mit wichtigen Personen und Institutionen im Bezugs- und Unterstützungssystem unserer Patienten ein fester Bestandteil der Therapie.

Der zuständige Bezugstherapeut (Arzt oder Psychologe) erstellt zusammen mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan und betreut Sie kontinuierlich über die gesamte Behandlungsdauer. Dabei finden einmal wöchentlich Einzelgespräche mit ihrem Bezugstherapeuten begleitend statt. Diese Gespräche dienen dazu, Ihren aktuellen Stand in der Therapie zu erfassen und wenn nötig den Therapieprozess behindernde Themen zu bearbeiten. Des Weiteren werden erreichte Fortschritte verstärkt und Ziele definiert.

Hier finden verschiedene therapeutische Richtungen und Methoden ihre Anwendung, um Sie in ihren Herausforderungen in der Therapie zu unterstützen. Gleichzeitig steht die individualtherapeutische Behandlung jedoch nicht im Vordergrund, sondern soll Sie in unserem gruppentherapeutischen Rahmen begleiten, unterstützen und fördern. In der medikamentösen Therapie bevorzugen wir einen konsequenten, aber sparsamen Einsatz von Psychopharmaka.

Zu Beginn Ihrer Therapie werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene einer sogenannten “Kerngruppe” zugeordnet. In dieser Kerngruppe findet während der gesamten Behandlungsdauer eine Gruppentherapie statt. Hier kommen wie in der Einzeltherapie verschiedene therapeutische Methoden zum Einsatz. Die Kerngruppe soll Sie in Ihrer Lebendigkeit bestärken. Diese feste Bezugsgruppe erleichtert die Öffnung in einer unterstützenden und tragenden Atmosphäre. Hier werden korrigierende Erfahrungen möglich um alte, nicht hilfreiche Verhaltens- und Bindungsmuster loszulassen.

Diese Erfahrungen sind grundlegend für den gesamten psychotherapeutischen Prozess. Viele Menschen sehen in ihrer Kerngruppe so etwas wie eine “Familie”, in welcher sie lang unterdrückte Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken und Unterstützung erleben und annehmen. Ebenso geht es darum, dass Sie die oft verlorene Handlungsfähigkeit zurückgewinnen. Im sozialen Miteinander probieren Sie neue Bewältigungsstrategien aus und üben schließlich gut bei sich mit anderen zu sein.

Vorteile der Gruppentherapie sind, dass Sie von vielen unterschiedlichen Menschen in einem geschützten Rahmen Rückmeldungen darüber bekommen können, wie andere Sie erleben. Viele Menschen freuen sich immer wieder sehr über die wohlwollenden und positiven Rückmeldungen. Gleichzeitig gehen Sie in den Erfahrungsaustausch mit den Mitpatienten.

Viele Patienten erleben es auch als Herausforderung, sich mit den eigenen Themen und Problemen in der Gruppe zu zeigen. Ebenso ist es häufig anfangs schwierig, für sich die Zeit in der Gruppe zu beanspruchen. Dies wird auch von Therapeuten und Mitpatienten verstanden und einfühlsam begleitet. Um eine hohe Qualität aufrechtzuerhalten, wird die Gruppentherapie beständig supervidiert.

Für Erwachsene gibt es ergänzend Angebote der Körperpsychotherapie, Musik-, Rhythmus- und Kunsttherapie, Beziehung und Kommunikation, Essstruktur, Meditation und Spiritualität,  verschiedene Indikationsgruppen (Depression und Lebensfreude, Trauma und Wachstum, Abhängigkeit und Autonomie, Borderline und Identität), spezielle Gruppen zur Selbstführung. Durch die Arbeit über verschiedene Zugänge wird der therapeutische Prozess intensiver und nachhaltiger.

Wir betrachten das therapeutische Team und die Patienten als Therapeutische Gemeinschaft. Dies bedeutet, dass in der Klinik eine Atmosphäre von Verbundenheit geschaffen wird, die eine haltende und nährende Funktion hat. Die Patienten werden zu Offenheit und konstruktiver Beziehungsgestaltung eingeladen. Für Kinder und Jugendliche bedeutet die therapeutische Gemeinschaft eine “Großfamilie auf Zeit”. Hier dürfen sie sich ermutigt und getragen fühlen, sich zeigen und die Erfahrung machen, gesehen und gespiegelt zu werden. So findet die Therapie auch außerhalb der spezifischen Gruppenangebote in der therapeutischen Gemeinschaft aller Patienten statt.

Ziel der Therapeutischen Gemeinschaft ist ablehnende Verhaltensweisen in Beziehung zu überwinden und wieder zu lernen, “bei sich mit anderen” zu sein. Das heißt, dass neue konstruktive Formen der Beziehungsgestaltung direkt in der Therapeutischen Gemeinschaft geübt werden. Selbst geschaffene Formen der Selbst- und Fremdabwertung können hier überwunden werden und einer verbesserten Beziehungsfähigkeit Platz machen. Konflikte werden in Form von Beziehungsklärungen mit Hilfe der Methode der Gewaltfreien Kommunikation manchmal auch öffentlich bearbeitet, was die Selbstkompetenz erhöht. Im Ergebnis wird die Ausdrucksfähigkeit für eigene Bedürfnisse, die Selbstannahme und das Grundvertrauen gestärkt. Die Patienten verwirklichen dann ihre verbesserte Beziehungsfähigkeit Schritt für Schritt zu Hause.

Dazu kommen folgende Behandlungselemente:

  • Patensysteme erleichtern das Ankommen in der Klinik
  • Patientenversammlung
  • Patient*innen-Aufgaben und Verantwortungsbereiche, wie Patientensprecher, Ämter (z.B. Patientenbücherei, Lagerfeuer und vieles mehr…)
  • Abteilungsgruppen zum Abschied (für Besucher offen) und zur Begrüßung neuer Patientinnen und Patienten
  • therapeutische Klinikgruppe zur Einübung grundlegender therapeutischer und kommunikativer Fähigkeiten
  • Angehörigenarbeit – Einbezug in Familiengespräche
  • Familienaufstellungen im Rahmen der Gruppentherapien
  • Informationen/Vorträge zu Grundfragen von Gesundheit und Krankheit, Behandlungskonzept, Übertragung von Klinik auf Alltag, gesunde Ernährungsweise, usw.
  • Entlassungs-Vorbereitungsgruppe (Transfergruppe)
  • Ehemaligenangebote: ehemalige Patient*innen werden zum Sommerfest eingeladen und erhalten zwei Mal jährlich einen Newsletter (wenn Sie das möchten).

Spiritualität

Das Verbunden-sein mit etwas, das über die individuelle Existenz hinausreicht, gehört natürlicherweise zum Menschsein dazu. Der Einbezug dieses Größeren oder Höheren in die Psychotherapie trägt nachweislich zur Heilung bei. Die Beziehung zur Transzendenz ist eine Heilungsressource, die mit Gebet, Meditation und Ritualen gefördert werden kann. Unser spiritueller Ansatz ist offen für verschiedene Wege und integriert das spirituelle oder religiöse Konzept jedes Einzelnen.

Einbeziehung der Natur

Waldmünchen ist eingebunden in eine kraftvolle natürliche Umgebung. Diese wird von uns als Heilungsressource in der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen genutzt. Die Begegnung mit der Natur soll auch der Stärkung des Bindungs- und Beziehungserlebens dienen.

Sozialberatung und Vernetzung mit wichtigen Personen und Institutionen im Bezugs- und Unterstützungssystem unserer Patienten sind fester Bestandteil unserer Therapie. Mit Helferkonferenzen unterstützen wir Familien in ihrer alltäglichen Lösungsfindung, wenn mehrere Helfersysteme mit einer Familie beschäftigt sind.

Unsere Sozialpädagogen helfen den sozialen Kontext zum Entlasszeitpunkt zu ordnen. Nach der Beendigung der Therapie empfehlen wir unseren Patienten sich am Netzwerk der Heiligenfeld Ehemaligen Gruppen zu beteiligen. Außerdem kann eine Liste von Psychotherapeuten zu Verfügung gestellt werden, die den Heiligenfeld Konzepten nahe stehen. Während des Aufenthaltes findet auch ein telefonischer Austausch mit Ihrem Einweiser statt.

Krisenintervention für akute psychische Erkrankungen

Neben der Möglichkeit einer ambulanten Psychotherapie kann eine kurzzeitige Behandlung in einem spezialisierten Klinikrahmen helfen, wieder Kraft zu tanken und neue Hoffnung zu schöpfen. Das Angebot richtet sich an Personen, die aus beruflichen, schulischen, privaten oder sonstigen Gründen keinen längeren Klinikaufenthalt in Anspruch nehmen können. Eine stationär-psychosomatische Kurzzeittherapie hilft, psychische und psychosomatische Beschwerden fokussiert zu bearbeiten und zu lindern. Die stabilisierende Kurzzeittherapie stellt einen Teil der integrierten regionalen psychosomatischen Versorgung dar. Wir behandeln ausschließlich Patient*innen unserer Region. Die maximale Behandlungsdauer in dieser Gruppe beträgt 14 Tage, so ist aufgrund der regionalen Beschränkung eine sehr kurzfristige Aufnahme möglich.

In die Kriseninterventionsgruppe der Heiligenfeld Klinik Waldmünchen werden Erwachsene und Jugendliche mit akuten psychischen Erkrankungen aufgenommen, die durch einschneidende Veränderungen im Lebensumfeld oder durch belastende und traumatisierende Erfahrungen ausgelöst wurden.

Diese Art der stationären Therapie ist sinnvoll bei:

  • akuten depressiven Entwicklungen
  • Belastungsreaktionen (z. B. am Arbeitsplatz oder in der Schule, Verlusterfahrungen, Beziehungskrisen, etc.)
  • Verschlimmerung von Ängsten, Essstörungen oder Zwängen

Aufnahmevoraussetzungen:

  • ambulante Behandlung zur Stabilisierung ist nicht ausreichend oder kann nicht umgehend erfolgen
  • Herausnahme aus dem häuslichen Umfeld ist notwendig
  • Versagen eigener Bewältigungskompetenzen
  • ein Auftrag im Sinne eines Ziels für den Kurzzeitaufenthalt lässt sich vereinbaren
  • Bestehen einer ausreichenden Kooperationsbereitschaft und Fähigkeit zur psychotherapeutischen Behandlung

Kontraindikationen:

  • Patient*innen mit akuter Psychosen
  • akut suizidale Patient*innen (bzw. Suizidversuch im letzten halben Jahr)
  • Patient*innen mit einem BMI unter 16
  • Patient*innen mit hirnorganischen Erkrankungen
  • Patient*innen mit Suchtproblematik
  • Patient*innen mit manifester Kriminalität

Durch das Konzept der “7-Tage-Therapie” ermöglichen wir es unseren Patienten, einen kontinuierlichen therapeutischen Prozess zu erleben. Dabei meint “7-Tage-Therapie” keine Form der Kurzzeittherapie, die lediglich 7 Tage dauert, sondern einen wohlüberlegten und umfassenden Behandlungsplan, der alle Wochentage umfasst.

Neben dem umfangreichen kreativtherapeutischen Angebot von Montag bis Freitag werden am Wochenende vor allem diejenigen Themen gezielt behandelt, denen wir eine besondere Bedeutung im Genesungsprozess beimessen: die Gestaltung von Beziehungen sowie die Förderung von Kreativität und Lebensfreude. Unter anderem haben wir uns dabei von den folgenden Fragen leiten lassen: Wie gelingt es, trotz der alltäglichen Anforderungen und Belastungen in der Mitte zu bleiben? Wie gelingt es, aus gewohnten Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensmustern auszusteigen, um Probleme anders zu betrachten und lösen zu können um dadurch neue Perspektiven und Handlungsmuster zu entwickeln?

Darüber hinaus kann durch das Konzept der “7-Tage-Therapie” auch einer möglichen Krisensituation im Behandlungsprozess wirksamer begegnet werden. Durch die vorgegebene, gleichsam haltgebende wie begrenzende Struktur erfahren unsere Patient*innen auch am Samstag und Sonntag eine Stabilität, die gerade in schwierigen Phasen der Therapie eine wertvolle Unterstützung darstellt und Vertrauen und Zuversicht stärkt.

Wir wissen, dass sich eine langfristige und spürbare Besserung des Wohlbefindens und damit letztlich eine Steigerung der Lebensqualität nur durch Verhaltensänderung erreichen lässt, die wiederum einzuüben ist. Durch die “7-Tage-Therapie” können wir diesen Prozess nun noch wirksamer fördern. Dabei plant jeder Patient seine Behandlung zusammen mit dem Bezugstherapeut ganz individuell, um therapeutische Elemente während des gesamten Wochenablaufs genauso zu berücksichtigen wie Phasen der Regeneration und des “Nichtstuns”.