Abhängigkeitserkrankungen

Abhängigkeitserkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen. Die Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit wie auch auf das Privat- und Berufsleben können gravierend sein. Aktuelle Zahlen sprechen von etwa 1,6 Mio. Alkoholabhängigen in Deutschland; 16 Prozent der Erwachsenen weisen einen riskanten Konsum auf.

Abhängigkeitserkrankungen führen bei den Betroffenen über kurz oder lang zu deutlichen Beeinträchtigungen der Lebensführung, beeinflussen die sozialen Beziehungen und gehen nicht selten mit finanzieller Verausgabung einher. Die Beschaffung des Suchtmittels gewinnt oberste Priorität; andere Bedürfnisse werden dem nachgeordnet. Insgesamt kommt es zu einer deutlichen Verschiebung der eigenen Motivationen und Werte: Das Leben engt sich ein, die Abhängigkeit gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, während alles andere davon überschattet wird.

Abhängigkeitserkrankungen entwickeln sich meist schleichend über einen längeren Zeitraum. Den einen ursächlichen Faktor gibt es nicht – stattdessen wird von einer Wechselwirkung verschiedener Einflüsse ausgegangen. Biologische oder genetische Aspekte finden genauso Berücksichtigung wie Verhaltens- und Lernfaktoren, der soziale Hintergrund der Betroffenen sowie auch eventuell vorhandene andere psychische Erkrankungen.

Um von einer Abhängigkeitserkrankung zu sprechen, muss eine Reihe definierter Kriterien erfüllt sein:

  • Das Verlangen oder der Zwang, die jeweilige Substanz zu konsumieren
  • Die Kontrolle über den Konsum ist vermindert oder fehlt völlig
  • Das Auftreten von körperlichen Entzugserscheinungen bei Nichtkonsum
  • eine Toleranzentwicklung hinsichtlich der Substanzwirkung
  • Zunehmende Vernachlässigung anderer Interessen
  • Der Konsum wird trotz des Wissens um die schädigenden Folgen fortgesetzt

 

Häufig bedeutet es eine große Hemmschwelle für die Betroffenen, sich die Abhängigkeit einzugestehen. Im Familien- oder Freundeskreis besteht daneben die Tendenz des “Nichtwahrhabenwollens”. Vor Veränderungen im Verhalten verschließen Nahestehende die Augen, sie bagatellisieren oder treten möglicherweise sogar eine “Komplizenschaft” an, indem sie die Betroffenen gegenüber anderen Personen in Schutz nehmen, sie entschuldigen oder Verantwortung für deren Handeln übernehmen. Hierdurch kann zwar kurzfristig einem möglichen Konflikt aus dem Weg gegangen werden; gleichzeitig führt dieses Verhalten jedoch zu einer Zuspitzung der Problematik. Auf lange Sicht sind die schädlichen Folgen einer Abhängigkeitserkrankung enorm.

Zu den direkten körperlichen Auswirkungen einer Alkoholabhängigkeit gehören unter anderem:

  • Magenschleimhautentzündungen und Magengeschwüre
  • Fettleber, Lebenzirrhose
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Abbauprozesse in verschiedenen Hirnbereichen
  • Impotenz

 

Die Abhängigkeit beeinträchtigt zwischenmenschliche Beziehungen in deutlichem Maße. Die Betroffenen beschäftigen sich vor allem mit dem Suchtmittel – andere Bezüge verlieren daneben zunehmend an Bedeutung. Die Abhängigkeit entfaltet ihre zerstörerische Wirkung und führt dazu, dass die Betroffenen sich zunehmend isolieren, andere Menschen und Schritt für Schritt auch sich selbst verlieren.

Für die Aufnahme in unsere Kliniken muss ein stationär behandlungsbedürftiges Krankheitsbild vorliegen. Die allgemeinen Voraussetzungen für eine stationäre Behandlung sind darüber hinaus:

  • Ausreichende intrinsische Motivation, Introspektions- und Selbstreflexionsfähigkeit
  • Ausreichende Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit
  • Ausreichende Selbststeuerungsfähigkeit, insbesondere Fähigkeit zur Substanzabstinenz während des stationären Aufenthaltes
  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Kooperation in einer therapeutischen Arbeitsbeziehung inklusive Verträgen, insbesondere bei Neigung zu Suizidalität, Selbstverletzungen, Essstörungen, Zwangshandlungen und Ähnlichem sowie bzgl. der Einnahme von Psychopharmaka bei bestimmten Diagnosen
  • Prinzipielle Gruppenfähigkeit im Sinne unseres gruppentherapeutischen Settings

 

WICHTIG:

In unseren Kliniken bieten wir keine Entgiftungen an! Eine florierte Entzugssymptomatik stellt ein Ausschlusskriterium für eine stationäre Behandlung bei uns dar.

Zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen bieten wir in unseren Kliniken ein spezielles Therapiekonzept. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung von Wissen zur Erkrankung als auch um konkrete Erfahrungen und Übungen. Unsere Patientinnen und Patienten entwickeln ein besseres Verständnis für die Rolle des Suchtmittels in ihrem Leben; gleichzeitig erarbeiten sie gemeinsam Ideen für eine abstinente Lebensweise. Die Inhalte der Gruppentherapien werden in begleitenden Einzelgesprächen vertieft und ergänzt.

Wir wollen unseren Patientinnen und Patienten zu einem Leben verhelfen, das nicht von der Abhängigkeitserkrankung dominiert wird. Dazu bedarf es einerseits des Wissens um die Funktion des Suchtmittels, andererseits auch der klaren Bereitschaft und Motivation, um Verhalten zu ändern. Viele Patientinnen und Patienten haben das Gefühl, ausgeliefert zu sein, keine Kontrolle mehr über den Konsum zu haben. Im Verlauf der stationären Behandlung geht es somit auch um die Erfahrung, ohne das Suchtmittel leben zu können, in einem vertrauensvollen und haltgebenden Umfeld. Durch diese Erfahrung erlangen unsere Patientinnen und Patienten neuen Mut und Zuversicht, wirklich etwas verändern zu können.

Nachfolgend finden Sie den Prospekt zur Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen in den Heiligenfeld Kliniken.

Flyer Abhängigkeitserkrankungen

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