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Zwangsstörungen

Nach den Kriterien der internationalen Klassifikation von Erkrankungen (ICD-10) lassen sich Zwangsgedanken (Grübelzwänge) von Zwangshandlungen unterscheiden. Beide Formen können auch gemischt miteinander auftreten. Seltener sind dagegen andere Zwangsformen.

Gedanken, die Sie belasten und die Sie nicht loswerden können, prägen das Bild bei Zwangsgedanken und beeinträchtigen den Alltag erheblich. Selbst wenn sie mitunter als unsinnig oder unnötig erkannt wurden, lassen sie sich nicht durch einen Willensakt aus dem Bewusstsein verdrängen.

Im Gegenteil, verschiedenartigste, oft nur gering mit dem Thema verwandte Anlässe reichen aus, um eine neue Gedankenkette entstehen zu lassen.

Unter den Zwangshandlungen gehören Kontrollzwänge und Waschzwänge zu den häufigsten Störungsbildern. Sie können so ausgeprägt sein, dass die eigentlichen Alltagshandlungen stark in den Hintergrund gedrängt werden. Meist haben die Betroffenen schon versucht, die Zwangshandlungen „einfach wegzulassen“ und mussten dann erfahren, dass dieser Versuch mit einer unerträglich erscheinenden Angst einhergeht.

Eine Zwangsstörung beeinflusst oft nicht nur das Leben der unmittelbar betroffenen Menschen sondern auch das der Angehörigen oder Freunde. Sie nehmen Rücksicht auf die ritualisierten Zwangshandlungen und werden eingebunden in ein System, das ihnen zunehmend mehr Freiräume beschneidet.

Um eine hilfreiche Behandlung einleiten zu können, ist Ihr/e Therapeut/in auf möglichst detaillierte Angaben zur Erkrankung angewiesen. Daher werden Sie zusätzlich zu den schon vor dem Klinikaufenthalt ausgegebenen Fragebögen weitere Fragen gestellt bekommen, die Sie auf einem Fragebogen bitte beantworten sollen. Zwangsgedanken und -impulse haben manchmal aggressive und sexuelle Inhalte zum Gegenstand. Es fällt den Betroffenen oft schwer, schamhaft besetzte Details zu berichten.

Bei manchen Fragen werden Sie vielleicht mündliche Ergänzungen machen wollen; das ist möglich und sogar erwünscht. Sie können beim nächsten Therapiekontakt darauf zu sprechen kommen.

Symptome

Eine wesentliche Unterscheidung wird getroffen zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen.

Bei Zwangsgedanken handelt es sich um Ideen, Bilder oder Vorstellungen, die immer wieder auftreten, sich regelrecht aufdrängen und die Betroffenen massiv belasten. Inhaltlich drehen sich diese Gedanken vor allem um die Themen Ansteckung, Verschmutzung, Aggression, Sexualität, Religion sowie Ordnung und Symmetrie. Die Gedanken werden als abstoßend, angstmachend oder moralisch verwerflich erlebt – entsprechend versuchen Betroffene in der Regel ohne Erfolg, diese Ideen und Bilder „loszuwerden“ und „wegzudrücken“.

Zwangshandlungen dienen in den meisten Fällen der Linderung einer enormen Anspannung sowie der Verbeugung einer vermeintlichen Katastrophe, die bei Unterlassung der Handlung erwartet wird. Zu den häufigsten Zwangshandlungen gehören Kontroll-, Wasch- bzw. Reinigungs-, Wiederholungs-, Zähl-, Berührungs- und Ordnungsrituale. „Rituale“ deshalb, weil die Handlungen stets in einer ganz bestimmten Reihenfolge und/oder Häufigkeit ausgeführt werden müssen. Kommt es zu einer Unterbrechung der Ausführung, muss oftmals ganz von vorne begonnen werden.

Die Zwangshandlungen können sowohl auf der offenen Verhaltensebene – bspw. Kontrollieren der Türschlösser oder Waschen der Hände – ausgeführt werden als auch auf der gedanklichen Ebene (Inneres Wiederholen bestimmter Sätze, Zählen u. Ä.).

Wichtiger Hinweis: Ein jeder Mensch kennt in gewissen Bereichen Wiederholungsneigungen oder hartnäckige Gedanken, die ihm für eine Weile nicht mehr aus dem Kopf wollen. Von einer Zwangsstörung spricht man jedoch erst dann, wenn die oben beschriebenen Symptome so stark zunehmen, dass der Betroffene im Alltag darunter leidet und negative Auswirkungen auf seine normale Lebensführung und Leistungsfähigkeit bestehen.

Behandlung

Erster Bestandteil der Behandlung ist die Behandlungsmotivation und Erklärung der Hintergründe der Exploration der Zwangssymptomatik. Typischerweise wird im Verlauf der Behandlung eine Verringerung der störenden Symptome angestrebt. Dazu werden neben der Gruppen- und Einzeltherapien auch gezielte verhaltenstherapeutische Einzelgespräche angeboten und geübt (Expositionsbehandlung). Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Anwendung der kreativtherapeutischen Behandlungselemente wie z. B. Kunsttherapie, Rythmustherapie und körpertherapeutische Gruppen und ggf. tiergestützte Therapeutischen Gruppen.

Folgende Heiligenfeld Kliniken behandeln Zwangsstörungen

  • Psychosomatische Privatklinik Bad Grönenbach

    Psychosomatische Privatklinik für Privatpatienten und Selbstzahler im Allgäu

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