Kurzzeittherapie in der Parkklinik Heiligenfeld

Die stationäre Kurzzeittherapie in der Parkklinik Heiligenfeld gibt unseren Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen und aktuelle Probleme gezielt zu bearbeiten. Was die Kurzzeittherapie überhaupt bringt und für wen sie geeignet ist, hat uns der Chefarzt der Parkklinik Heiligenfeld, Dr. Hans-Peter Selmaier im Interview verraten. 

Für wen ist die Kurzzeittherapie sinnvoll?

Eine stationäre Kurzzeittherapie von 14 Tagen kann für Menschen geeignet sein, die unter akuten psychischen oder emotionalen Belastungen leiden oder die dringende Hilfe bei der Bewältigung bestimmter Probleme benötigen. Eine Kurzzeittherapie kann auch für Menschen geeignet sein, die bereits in psychotherapeutischer Behandlung sind und eine kurzfristige intensive Intervention benötigen, um eine Krise zu bewältigen oder einen Rückfall zu verhindern. Es ist wichtig zu betonen, dass eine Kurzzeittherapie nicht für alle Arten von psychischen Problemen geeignet ist. In einigen Fällen kann eine längere, intensivere Behandlung notwendig sein, um langfristige Veränderungen zu bewirken. 

Voraussetzung für die Kurzzeittherapie in der Parkklinik Heiligenfeld sind Therapiemotivation und die Fähigkeit sich mit sich und seinem Seelenleben auseinander zu setzen. Die Therapieform ist besonders dann angezeigt, wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, oder längeres Fehlen zuhause oder in Ausbildung oder Beruf mit Nachteilen verbunden wäre.

Welche Vorteile hat die Kurzzeittherapie?

Vorteile der Kurzzeittherapie ergeben sich für manche Menschen darin, dass sie weniger lang aus ihrem gewohnten Umfeld aussteigen müssen. Selbstständige, Führungskräfte, Ärzte, Therapeuten oder andere Berufsgruppen, die nicht in der Lage sind, für längere Zeit von Arbeit oder Verpflichtungen wegzubleiben, erhalten in akuten Situationen schnelle Unterstützung. Die kurze Zeit in der Klinik kann dazu genutzt werden, sich auf die unmittelbaren Probleme und Symptome des Patienten zu konzentrieren und sie zu behandeln. Eine tiefergehende Behandlung ist allerdings in der Kurzzeittherapie nicht möglich. Eine kurze Zeit in der Klinik kann dem Patienten eine Chance geben, sich von seinem täglichen Leben zu lösen und sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren. Indem wir uns in der Kurzzeittherapie auf das persönlich Relevante, also abgrenzbare Konflikte fokussieren, kann eine Beschleunigung des therapeutischen Prozesses erreicht werden. 

Welche Erfolge können in so kurzer Zeit erreicht werden?

Kurzzeittherapie kann binnen Kürze neben einer kurzfristigen Entlastung zu einer deutlichen Besserung des psychischen Befundes führen, zu beachtenswerten Verhaltensänderungen und besserer Kommunikation mit anderen, aber auch mit sich selbst. Aktuelle Konflikte bzw. krisenhafte Zuspitzungen erweisen sich als dieser Therapieform besonders zugänglich; das trifft gerade auch auf Anpassungsstörungen zu. Insgesamt nehmen in einer stationären Kurzzeittherapie Symptombelastung und Körperbeschwerden deutlich und anhaltend ab. Patient*innen können durch eine aktivere therapeutische Unterstützung und Problemkonfrontation schneller in ihren Lebensalltag zurückkehren und dort neue Erfahrungen, Kompetenzen und Kommunikationsformen zur Bewältigung anwenden. Der Bezug zum Alltag und zur Umgebung droht also nicht, verloren zu gehen. Patient*innen können passive Haltungen schneller hinter sich lassen und sich selbst wieder selbstwirksam und bewältigend erleben. Über daraus resultierendes Feedback und ein besseres Miteinander werden erreichte Erfolge noch verstärkt; eine Aufwärtsspirale wird in Gang gesetzt. Auch körperliche Aktivität und Fitness werden schnell gestärkt.  

Welche Therapie- und Behandlungsangebote kann man nutzen/wahrnehmen?

In Vordergrund steht eine intensive integrative Einzeltherapie auf psychodynamischer Grundlage. Pro Woche erfolgen vier Einzelgespräche a 50 Minuten mit der Bezugstherapeutin oder dem Bezugstherapeuten. Hinzu kommen Kontakte mit dem Chefarzt und dem/der Abteilungsleiter*in.  Die Gesamtbehandlung dauert genau zwei Wochen. Hinzu kommen zahlreiche kreativtherapeutische Gruppenangebote, die auf die jeweiligen Patient*innen „zugeschnitten“ sind. Sie befassen sich mit Entspannung und Bewegung, künstlerischer Gestaltung, Natur, (Selbst-)führung und Führungskompetenz, Beziehung und Kommunikation, sowie Achtsamkeit, Meditationen und Spiritualität. Eine Besonderheit ist die „Lama-Therapie“. Aber auch ein kreativtherapeutisches Einzelgespräch ist gerade mit Bezug auf Coaching möglich.

Man wird an Sport- und Bewegungstherapien teilnehmen. Zu erwähnen ist der Frühsport mit Jogging bzw. Walking, der Morgensport sowie der Nachmittagssport mit Nordic Walking, Wassersport, Stretching, Schulter-Nacken-Entspannung etc.

Die Patient*innen erhalten zwei Termine pro Woche in unserer Physioabteilung: eine zwanzigminütige Massage und 30 Minuten Osteopathie, Craniosakraltherapie oder Physiotherapie je nach Beschwerden. Zudem besteht die Möglichkeit zur Medizinischen Trainingstherapie.

Darüber können Körper, Geist und Psyche wieder ins Gleichgewicht finden.  

Kann eine Kurzzeittherapie einen geplanten normalen Aufenthalt einer psychosomatischen Behandlung in einer Klinik ersetzen?

Eine Rehabilitation im eigentlichen Sinne ist im Rahmen einer Kurzzeittherapie nicht wirklich erreichbar. In dieser geht es ja weniger um die Behandlung akuter Probleme oder Störungsbilder als die Behandlung schwerer und/oder chronifizierter Krankheiten mit sozialem Rückzug und langer Entmutigung. Deshalb müssen körperliche, psychische und soziale Faktoren im Rahmen des bio-psycho-sozialen Modells gleichermaßen berücksichtigt und verändert werden, die sich ansonsten weiter gegenseitig negativ beeinflussen. Neue Verhaltensweisen müssen gründlich verankert und eingeübt werden. Die Gesundheit soll insgesamt gefördert und die Patient*innen dabei unterstützt werden, mehr Resilienz zu entwickeln.  Schließlich geht es um die Vorbereitung einer erfolgreichen Rückkehr in die Häuslichkeit und den Beruf. Ressourcen müssen aktiviert, Kompetenzen, Belastbarkeit und Ausdauer gestärkt werden. Da können zwischenzeitliche Belastungserprobungen nötig sein, um zu stehen, wo die Patient*innen stehen und was noch zu fördern ist. Auch das partnerschaftliche und familiäre Umfeld ist stärker einzubeziehen. Sozialmedizinische Fragestellungen sind zu bearbeiten und schließlich Einschätzungen und Empfehlungen zu treffen. All das ist in der Kurzzeittherapie aufgrund der begrenzten Zeit natürlich nicht so möglich wie in einem stationären Aufenthalt über mehrere Wochen. 

Wie lange ist die Wartezeit auf einen Behandlungsplatz?

Die Kurzzeittherapie in der Parkklinik Heiligenfeld kann nach vorheriger medizinischer Prüfung und den versicherungsrechtlichen/vertraglichen Voraussetzungen (Selbstzahler oder Kostenzusage der privaten Krankenversicherung) in der Regel kurzfristig, d. h. innerhalb von ein bis zwei Wochen, begonnen werden. Nach Terminbestätigung führt die zuständige Bezugstherapeutin oder der zuständige Bezugstherapeut mit dem Patienten oder der Patientin ein telefonisches Vorgespräch, um den Kurzzeitaufenthalt bestmöglich vorzubereiten und direkt in die eigentliche Therapie nach Anreise einsteigen zu können.

Generelle Fragen (z. B. ob in der jeweiligen Situation eine Kurzzeittherapie sinnhaft sein könnte) können kurzfristig mit dem Chefarzt besprochen werden.

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Dr. Hans-Peter Selmaier

Dr. Hans-Peter Selmaier

Dr. Hans-Peter Selmaier ist Arzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychoanalyse sowie für Innere Medizin. Als Chefarzt leitet er die Parkklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen und als stellv. Ärztlicher Direktor ist er mitverantwortlich für den gesamten Medizinischen Bereich der Heiligenfeld Kliniken.

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