Kontakt

Was macht uns als Menschen aus? Heiligenfeld Kongress 2026 sucht Antworten auf Krisen der Gegenwart

Mehr als 700 Teilnehmende haben den Heiligenfeld Kongress 2026 am vergangenen Wochenende besucht. Unter dem Motto „Wer sind wir eigentlich? … in Zeiten von …“ fand dieser im Regentenbau statt. Im Mittelpunkt der zahlreichen Vorträge und Workshops standen Fragen nach Identität, Sinn und Orientierung in einer Welt, die von Künstlicher Intelligenz, Kriegen, Umweltzerstörung sowie wachsender seelischer Überforderung geprägt ist.

Über 60 Referentinnen und Referenten aus verschiedenen Fachbereichen setzten sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema auseinander, stießen Diskussionen an und vermittelten dem interessierten Publikum vielfältige, inspirierende Impulse.

Verbundenheit als Gesundheitsfaktor

Prof. Dr. Tobias Esch, Neurowissenschaftler und Gesundheitsforscher, begeisterte die Teilnehmenden mit seinem Vortrag „Wer sind wir eigentlich in Zeiten der Unverbundenheit?“, in dem er die Folgen sozialer Isolation und die Bedeutung von Verbundenheit für die psychische und körperliche Gesundheit behandelte. Dabei stellte er aktuelle Forschungsergebnisse vor, die zeigen, dass Einsamkeit nicht nur das Risiko für Depressionen, sondern auch für körperliche Erkrankungen erhöhen kann. Sein Fazit: „Einsamkeit fühlt sich nicht nur belastend an, sondern hat auch ganz klare medizinische Konsequenzen.“ Wichtig seien deshalb Achtsamkeit, Zuhören und zwischenmenschliche Nähe.

Digitale Nähe und ihre Grenzen

Wie verändern soziale Netzwerke, Influencer sowie KI-gestützte Begleiter unser Selbstbild und unsere Beziehungen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. Johanna Degen in ihrem Vortrag „Das Parasoziale Selbst“. Die Sozial- und Medienpsychologin gab dabei einen Einblick in ihre aktuelle Forschungsarbeit zum Einfluss digitaler Medien auf Beziehungen, Nähe und Intimität. Sie machte deutlich, dass digitale Räume nicht nur widerspiegeln, wie Menschen miteinander umgehen. Sie prägen auch aktiv, wie Menschen sich selbst sehen, wie sie Nähe erleben und wie Beziehungen entstehen. Kritisch wies Degen darauf hin, dass soziale Erfahrungen zunehmend ins Virtuelle verlagert werden können – mit der Folge, dass echte zwischenmenschliche Verbundenheit an Bedeutung verlieren kann. „Das Digitale ist kein neutraler Ort“, sagte Degen. „Digitale Plattformen verfolgen auch wirtschaftliche Interessen: Sie wollen Aufmerksamkeit binden, Konsum fördern und Gewinne erzielen.“

Ein Plädoyer für digitalen Humanismus

Auch im Vortrag von Dr. Nathalie Weidenfeld spielte die Digitalisierung eine zentrale Rolle. Die Kulturwissenschaftlerin hielt ein „Plädoyer für einen digitalen Humanismus“ und setzte sich kritisch mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Künstlicher Intelligenz auseinander. Sie machte deutlich: Technik darf nicht wichtiger werden als der Mensch. An erster Stelle stünden Menschenwürde, persönliche Freiheit, echte Gespräche, Kreativität und die Möglichkeit, sich als Mensch zu entfalten. „Ziel ist nicht die Veränderung des Menschen, sondern die Gestaltung unserer Lebensumstände in der digitalen Welt“, betonte Weidenfeld.

Mut zur Gestaltung in polarisierten Zeiten

Wie Menschen in einer zunehmend polarisierten Welt Orientierung und Gestaltungsfähigkeit bewahren können, erläuterte Theologe und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Michael von Brück. Er betonte, dass Menschsein ein fortwährender Entwicklungsprozess sei, der Selbstreflexion, Gemeinschaft und nicht zuletzt Mut erfordere: Mut zur Selbstkorrektur, Mut, in Freiheit zu handeln und anders zu sein. Sein Plädoyer: Angst darf nicht zum bestimmenden Faktor werden, vielmehr brauchen wir Räume für Offenheit, Begegnung und kreative Gestaltung.

Den Schlusspunkt setzte Dr. Joachim Galuska, Mitgründer und Gesellschafter der Heiligenfeld Kliniken und der Akademie Heiligenfeld. In seinem Vortrag griff er die Kongressfrage „Wer sind wir eigentlich?“ auf und richtete den Blick nach vorn: „Wer könnten wir werden?“ Dabei betonte er, dass neben der Vergangenheit auch Zukunftsbilder unsere Gegenwart prägen. Entscheidend sei, ob wir Werte wie Freiheit, Würde, Liebe, Verbundenheit und Verantwortung bewusst leben und unser menschliches Potenzial verwirklichen können.

„Der diesjährige Kongress war geprägt von einem offenen Austausch über zentrale Fragen unserer Zeit. Im besonderen Ambiente des Regentenbaus entstand eine Atmosphäre, in der die Referentinnen und Referenten vielfältige Impulse setzten und die Teilnehmenden lebendige Diskussionen führen konnten.“

Frau lächelt freundlich.

Anita Schmitt
Leiterin Akademie Heiligenfeld

Heiligenfeld Kongress

Hier finden Sie weitere Informationen zum jährlich stattfindenden Heiligenfeld Kongress.

Akademie Heiligenfeld

Entdecken Sie vielfältige Angebote zur fachlichen, persönlichen und spirituellen Weiterentwicklung.

Pressekontakt

„Sollten Sie Fragen zu unseren Veröffentlichungen oder Auszeichnungen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.“

Mann lächelt freundlich.

Philipp Moritz
PR-Referent

Tel. 0971 84-4114
E-Mail: philipp.moritz@heiligenfeld.de