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Emetophobie: Wenn die Angst vor dem Erbrechen das Leben bestimmt

Frau hält sich besorgt die Hand vor den Mund, geprägt von Angst und innerer Anspannung durch Emetophobie.

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Emetophobie, die Angst vor dem Erbrechen, ist eine weit verbreitete Angststörung, die oft im Verborgenen bleibt. Viele Betroffene schämen sich für ihre Angst und sprechen nicht darüber. Daher ist die Emetophobie in der Öffentlichkeit wenig bekannt und wird häufig unterschätzt. Dabei kann sie das Leben der Betroffenen massiv beeinträchtigen und zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen.

Epidemiologie der Emetophobie

Obwohl es an exakten Zahlen mangelt, gehen Schätzungen davon aus, dass mindestens 0,1 % der Bevölkerung an Emetophobie leiden. Das bedeutet, dass in Deutschland über 80.000 Menschen von dieser Angststörung betroffen sind. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen, da viele Betroffene aus Scham keine Hilfe suchen.

Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer. Der Beginn der Erkrankung liegt meist in der Kindheit oder Jugend, wobei die ersten Symptome oft schon im Alter von fünf bis sieben Jahren auftreten können.

Behandlung von Angststörungen

In den Heiligenfeld Kliniken behandeln wir Angststörungen nach einem integrativen Konzept.

Was ist Emetophobie?

Menschen mit Emetophobie haben eine intensive und irrationale Angst davor, sich zu übergeben oder jemanden erbrechen zu sehen. Schon der Gedanke an Erbrechen kann körperliche Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Herzrasen und Panikattacken auslösen. Die Angst ist so stark, dass sie das Leben der Betroffenen dominiert und zu Vermeidungsverhalten führt.

Wie äußert sich Emetophobie?

Die Angst vor dem Erbrechen kann sich auf vielfältige Weise zeigen. Betroffene entwickeln oft komplexe Vermeidungsstrategien, um Situationen zu umgehen, in denen sie mit Erbrechen in Kontakt kommen könnten. Beispiele hierfür sind:

  • Öffentliche Verkehrsmittel: Die Angst, sich in Bus oder Bahn übergeben zu müssen, kann zu starker Vermeidung führen. Betroffene nehmen dann lieber das Auto oder vermeiden längere Fahrten ganz.
  • Restaurants und öffentliche Veranstaltungen: Die Ungewissheit über die Zubereitung der Speisen und die Angst vor einer Lebensmittelvergiftung können dazu führen, dass Betroffene nur noch zu Hause essen oder bestimmte Lebensmittel ganz meiden. Auch soziale Veranstaltungen mit Alkohol und üppigen Mahlzeiten werden oft gemieden.
  • Kontakt mit kranken Menschen: Die Angst vor Ansteckung mit einem Magen-Darm-Virus kann dazu führen, dass Betroffene den Kontakt zu erkrankten Personen meiden, auch wenn es sich um nahe Angehörige handelt. Krankenhäuser und Arztpraxen werden ebenfalls oft gemieden.
  • Schwangerschaft und Kinder: Die Angst vor Schwangerschaftsübelkeit oder davor, dass sich das eigene Kind übergibt, kann den Wunsch nach einer Familie beeinträchtigen.

 

Welche Folgen hat Emetophobie?

Die starken Einschränkungen durch die Emetophobie können zu sozialer Isolation, Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Problemen führen. Im Extremfall trauen sich Betroffene kaum noch aus dem Haus und können ihren Alltag nicht mehr bewältigen. Die Lebensqualität ist oft stark eingeschränkt.

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Was sind die Ursachen von Emetophobie?

Die genauen Ursachen der Emetophobie sind noch nicht vollständig geklärt. Oft spielen negative Erfahrungen mit Erbrechen in der Kindheit eine Rolle, z. B. eine schwere Magen-Darm-Grippe oder das Miterleben von Erbrechen bei anderen Personen. Auch genetische Faktoren und bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie z .B. eine erhöhte Ängstlichkeit oder Perfektionismus, können die Entstehung der Angststörung begünstigen.

Wie kann Emetophobie in den Heiligenfeld Kliniken behandelt werden?

In den Heiligenfeld Kliniken wird Emetophobie mit einem ganzheitlichen Ansatz behandelt, der die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt. Neben der Tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, die in den Heiligenfeld Kliniken durch achtsamkeitsbasierte Verfahren ergänzt wird, kommen weitere Therapieformen zum Einsatz:

  • Körperpsychotherapie: Durch körperorientierte Verfahren lernen Betroffene, ihre körperlichen Empfindungen besser wahrzunehmen und zu regulieren.
  • Kunsttherapie: Die kreative Auseinandersetzung mit der Angst kann helfen, die Emotionen zu verarbeiten und neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden.

Unterstützung und Hilfe

Wenn Sie den Verdacht haben, an Emetophobie zu leiden, wenden Sie sich an einen Arzt oder Psychotherapeuten. Die Heiligenfeld Kliniken bieten spezialisierte Behandlungsprogramme für Angststörungen an.

Selbsttest "angst"

Wollen Sie wissen, ob Sie an einer Angststörung erkrankt sind? Dann machen Sie unseren Selbsttest zum Thema Angst. Er kann Ihnen einen ersten Überblick geben.

Weiterführende Inhalte

Die bewusste Auseinandersetzung mit der Angst vor dem Erbrechen ist ein zentraler Bestandteil unserer therapeutischen Arbeit. Wenn Sie sich intensiver mit den Hintergründen, Folgen oder Behandlungsansätzen einer Angststörung beschäftigen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Inhalte:

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Aufnahmewege in die Heiligenfeld Kliniken

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Bild von Sven Steffes-Holländer
Sven Steffes-Holländer
Sven Steffes-Holländer ist Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken. Er ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und zudem Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin. Als Autor, Speaker und Dozent trägt er mit seinem Fachwissen zur Aufklärung über psychische Erkrankungen bei.
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Sven Steffes-Holländer
Sven Steffes-Holländer ist Ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken. Er ist Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und zudem Chefarzt der Heiligenfeld Klinik Berlin. Als Autor, Speaker und Dozent trägt er mit seinem Fachwissen zur Aufklärung über psychische Erkrankungen bei.

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