Therapie neu gedacht: Veränderungen in der Behandlung in Waldmünchen

Unser Selbstverständnis als ein „lebendiges Unternehmen“ bezieht sich auf alle Menschen in den Heiligenfeld Kliniken. Es besteht eine Freude und ein tiefes Anliegen an der Weiterentwicklung des Unternehmens, der Mitarbeiter*innen und der Patienten*innen. Wir leben Visionen, Kreativität und beständige Innovationen. Gemäß unseren Heiligenfelder Essenzen, unseren Kernprinzipien, sind wir eine lernende Organisation im Sinne eines aufrichtigen Bemühens, auf dem Weg zu sein und andere Menschen zu unterstützen, Leben zu lernen und auf ihrem Weg zu sein.

Ganz in diesem Sinne haben wir uns in der letzten Zeit intensiv mit unseren Strukturen, Abläufen und Therapieinhalten auseinandergesetzt und einige Veränderungen vorgenommen.

  • Wir haben unsere Kapazitäten für die Aufnahme von Erwachsenen deutlich ausgeweitet. Zukünftig können wir bis zu 30 erwachsene Einzelpersonen behandeln. Weiterhin werden wir Eltern mit ihren Kindern (ab dem 3. Lebensjahr) aufnehmen. Ebenfalls finden Jugendliche (ab dem 14. Lebensjahr) sowie junge Erwachsene (ab dem 18. Lebensjahr) einen Platz in unserer Therapeutischen Gemeinschaft.
  • In unsere Kurzzeittherapie – Krisenintervention können zukünftig nur noch Erwachsene ab 18 Jahren aufgenommen werden. Eine Aufnahme von Eltern mit ihren Kindern sowie Jugendlichen ist dort aktuell nicht möglich. Die stabilisierende Kurzzeittherapie, mit einer maximalen Behandlungsdauer von 15 Tagen, stellt einen Teil der integrierten regionalen psychosomatischen Versorgung dar.
  • Anfang Mai hat unser Therapiestundenplan ein neues Gesicht bekommen. Ein Blick darauf zeigt deutlich: Wir haben umstrukturiert. Mehrere Therapieangebote wurden so gebündelt, dass sie an jedem Wochentag zum gleichen Zeitpunkt auftauchen.

Neuer Therapiestundenplan

Beispielsweise die Morgenschiene: Nach dem Frühstück lädt sie unsere Patient*innen dazu ein, mit Sport- und Bewegungstherapie oder Meditation bei sich selbst und im neuen Tag gut anzukommen. In der Sport-Gruppe geht es viel um Bewegung und Power. Die beiden Gruppen „Bewegung“ und „Meditation“ starten hingegen mit „bewegter Achtsamkeit“ mit Stille, mit der inneren Bildwelt und der Atembetrachtung. Zentral ist hier die ganzheitliche Wahrnehmung. Elemente aus Yoga, Qi-Gong und Körper-Flow-Bewegungen werden organisch miteinander verbunden.

In der zweiten Schiene, die im Stundenplan am späten Vormittag angesiedelt ist, finden sich mit den Kerngruppen (Montag, Mittwoch, Freitag) gewissermaßen „alte Bekannte“ wieder, unterbrochen von den Indikationsgruppen (Dienstag) und dem Forum (Donnerstag).

Die längeren kreativtherapeutischen Angebote haben wir nun an den Nachmittagen konzentriert. Hier geht es um vertiefte Erfahrungen, die Veränderungsprozesse einläuten können. Diese Gruppen greifen auf die unterschiedlichsten Methoden und Techniken zurück. Teils haben wir diese Angebote schon längere Zeit im Stundenplan. Aber auch neue Ideen konnten wir verwirklichen. So freuen wir uns ganz besonders darüber, mit der Tanztherapie eine Gruppe implementieren zu können, die von unseren Patient*innen immer wieder gewünscht wurde.

Urbanisierung, Landflucht, weltweite Vernetzung über das Internet und anderweitiger technischer Fortschritt haben leider deutlich negative Effekte auf uns Menschen. Wir leiden zunehmend an einer Entfremdung von der Natur und unserer eigenen Natürlichkeit. Mit der Gruppe „Heilraum Natur“ bekommt daher jetzt die Natur selbst als therapeutisches Medium in unserem Therapieangebot einen festen Platz. Kreative Gestaltung in der Natur und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Naturbezug sollen unsere Patient*innen dabei unterstützen, wieder einen Zugang zu ihrem natürlichen Ursprung zu bekommen.
Der Nachmittag schließt dann für unsere neuen Patient*innen, aber auch für all jene, die es brauchen können, mit einer Behandlungsschiene zum Thema Selbststeuerung. Ziel ist es, innere Zustände so steuern zu können, dass man entspannt und gelöst in den Abend gehen kann.

Die Familientherapie mit den Kindern gibt unserem Waldmünchener Haus einen besonderen Farbtupfer.

Der Mittwoch steht für Eltern und Kinder nun ganz im Zeichen der Familie. Am „Familientag“ arbeiten wir schwerpunktmäßig mit den Familien typische Familienschwierigkeiten auf. Am Freitagnachmittag sind die Kinder im neuen Projektnachmittag unter sich und beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Themen. Und dann ist da noch die neue Kinderkerngruppe: Ein Mal in der Woche besucht ein*e Psycholog*in die Kindergruppen und „arbeitet“ mit den Kleinen problematische Themen auf, die dem jeweiligen Alter entsprechen. Unterstützung bekommen die kleinen Kinder von der Handpuppe „Fiete“. Übrigens waren unsere Kleinsten nach der ersten Kerngruppe total begeistert und wollten so etwas jeden Tag haben. Mehr Bestätigung, dass wir damit ins Schwarze getroffen haben, gibt es wohl nicht.

Autoren: Tanja Meier, Frank Rihm und Yvonne Warnecke

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